Anzeige
| Was macht. . . Astrid Beste in der Höhe?

Über den Wolken

Astrid Bestes Arbeitsplatz ist das Berliner Sparkassenhaus – das sie sich auch schon aus 4000 Metern von oben angesehen hat.

Anzeige

Die gebürtige Ost-Westfälin arbeitet seit 2005 im Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), wo sie Branchenreports und Prognosen für die Firmenkundenberater in den Sparkassen erstellt. Studiert hat sie Politologie, was mit ihrer stark von Zahlen und Daten bestimmten Aufgabe nur auf den ersten Blick nicht ganz zusammenpasst. „In meinem Studium habe ich viel über empirische Sozialforschung gelernt. Methodisches Sammeln und Auswerten von Daten kannte ich also schon. Die Beobachtung von Märkten, Branchen und Unternehmen ist davon gar nicht weit entfernt.“

 
Der Spaß am freien Fall steht im Vordergrund der Sportart. © privat

Empirie liegt ihr also im Blut, Astrid Beste geht den Dingen gerne genauer auf den Grund. Das war auch vor gut 20 Jahren so, als ihr der Partner beständig vom Fallschirmspringen vorschwärmte. „Irgendwann wollte ich mir das einmal selbst anschauen und habe meinen allerersten Sprung absolviert. Daraus entwickelte sich eine Leidenschaft, die bis heute anhält.“

Kurz darauf ging es in die USA, wo sie den Urlaub mit einer Sprungausbildung verband. „Die USA sind ein Paradies für Fallschirmspringer, weil es so viele Sprungplätze gibt und der Luftraum freier ist.“

 
Astrid Beste (links) beim Formationssprung. © privat

Zu einem besonderen Highlight wurde ein Sprung über der Landeshauptstadt Berlin. Gestartet wurde vom heute geschlossenen Flughafen Tempelhof. „Wir sind nachts abgesprungen und über den Lichtern der Großstadt eingeschwebt. Das war ein phantastisches Erlebnis.“ Heute startet der Flieger im brandenburgischen Fehrbellin, wo Beste mit ihren Teams im Sportzentrum „Take off Fallschirmsport“ trainiert.

 
Foto von der Helmkamera: Beste (links) im freien Fall – noch ist der Fallschirm geschlossen © .privat

Königsdisziplin Formationssprünge

Der Spaß am freien Fall steht im Vordergrund, aber nicht nur: Auch sportlicher Ehrgeiz treibt die Himmelsstürmer an. Geübt werden häufig Formationssprünge, bei denen sich die Springer an Händen und Füßen fassen und so Figuren in den Himmel zeichnen. „Formationssprünge gelten als die Königsdisziplin in unserem Sport, denn wenn man mit 200 Kilometern pro Stunde dem Boden entgegenrast, muss es schnell gehen.“

Besonders viel trainiert wird die sogenannte Separation, womit das Auflösen der Formation gemeint ist. „Da muss jeder genügend Platz zu den anderen haben, damit sich der Fallschirm richtig öffnen kann.“

Weltrekord mit 213 Springern

Auf dem Heimatsprungplatz in Fehrbellin springt Beste in Vierer-, Achter- und Sechzehner-Formationen, doch es geht noch größer: 2014 stellte sie zusammen mit 213 weiteren Springern auf dem weltgrößten Sprungplatz in Eloy /Arizona einen Weltrekord auf. 23 Springer vom Sprungplatz Fehrbellin waren mit dabei, die übrigen Freifaller kamen aus ganz Deutschland.

„Um für unsere Großformation genügend Zeit zu haben, sind wir aus 5700 Metern abgesprungen. Dafür waren zehn Flugzeuge nötig, die für unseren Absprung auch schon eine Art Formation einnehmen mussten. Gebildet haben wir einen Windmühlenflügel, alles hat super geklappt.“

 
Astrid Beste kurz vor dem Absprung aus einem Ultraleichtflugzeug. © privat

Ein Jahr später war Astrid Beste wieder mit dabei, als im kalifornischen Perris mit 202 Springern in einer Spezialdisziplin eine weitere Rekordmarke aufgestellt wurde. Und die Rekordjagd geht weiter: „Ich bin gespannt, ob wir im nächsten Jahr einen neuen deutschen Rekord oder sogar Weltrekord aufstellen, wenn es wieder mit mehr als 200 deutschen Springern in die USA geht“, freut sich Beste schon jetzt.

 
Abschluss jedes Sprungs ist die sichere Landung. © privat

Vom Weltrekord 2014 gibt es einen faszinierenden Film, gedreht wurde mit Helmkameras und vom Flugzeug aus. Hier werden Sie fündig: https://vimeo.com/110937370