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Impfungen / wird laufend aktualisiert
Impfzentrum Sparkasse
Seit Montag können auch Betriebsärzte Belegschaften gegen Covid-19 impfen. Viele Sparkassen und Verbundunternehmen haben mit den Impfungen bereits begonnen.

Der Countdown läuft: „Am 10. Juni können wir mit den Impfungen starten“, sagt Irmela Wilckens von der Sparkasse Hannover. Am Standort der Zentrale seien zwei Impfstraßen eingerichtet worden.

Das hochempfindliche Vakzin, das bei extrem niedrigen Temperaturen lagern muss, wird an eine benachbarte Apotheke, die auch Kundin der Sparkasse ist, geliefert und zu den Impfstraßen gebracht. Mitarbeitende der Apotheke unterstützen die Betriebsärztin auch beim Aufziehen der Spritzen. „Für uns war das der Königsweg“, so die Referentin des Betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Von den insgesamt 2000 Beschäftigten der Sparkasse Hannover bekundeten 650 Interesse: „Für das Terminmanagement hat unsere IT im bestehenden System eine Lösung handgestrickt. Online bekommen die Mitarbeitenden ein Angebot und können dann einen Termin in bestimmten Zeitfenstern vereinbaren.“

 

Hauptstelle der Sparkasse Hannover. Hier sollen demnächst die Mitarbeiterimpfungen starten. Von den insgesamt 2000 Beschäftigten bekundeten 650 Interesse.

Kooperation mit Volksbank

In einer ersten Runde kämen die Beschäftigten einer Tochtergesellschaft, die die Bargeldversorgung managt, und die Vertriebsassistenten zum Zuge. Wie hoch künftig die Liefermengen sein werden, ist ungewiss: „Jedes Unternehmen erhält eine Obergrenze, wie viele Dosen es pro Woche ordern kann. Wieviel dann tatsächlich geliefert wird, weiß man jedoch nicht“, so Wilckens.

Volker Alt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hannover, kündigt eine Kooperation mit der Hannoverschen Volksbank an: „Damit die Logistik des von uns eingerichteten Impfzentrums  optimal genutzt werden kann, haben wir mit der Hannoverschen Volksbank vereinbart, dort auch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu impfen.“

Bisher haben 400 Volksbank-Mitarbeiter Interesse an einer Impfung angemeldet. Vorstandschef Alt und Jürgen Wache, Vorstandssprecher der Hannoverschen Volksbank, zeigten sich erfreut darüber, den großen Einsatz ihres Personals während der vergangenen Monate jetzt mit einer Impfmöglichkeit honorieren zu können.

 

Kooperieren beim Impfen der Belegschaften: Volker Alt (rechts), Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hannover, und Jürgen Wache, Vorstandssprecher der Hannoverschen Volksbank, im Impfzentrum in der Hauptstelle der Sparkasse.

Termine für alle bis Ende des Sommers

Während die einen noch warten müssen und sich bisweilen über komplizierte Buchungen oder gar Absagen ärgern, haben andere schon regulär den rettenden Pieks bekommen oder hatten schlichtweg Glück, spontan das begehrte Vakzin zu ergattern.

Um ihren noch nicht geimpften Beschäftigten so schnell wie möglich ein Impfangebot zu machen, wollen sich nach Impfzentren, Haus- und Fachärzten jetzt auch die Unternehmen an der Impfkampagne der Bundesregierung beteiligen.

Die Betriebsärzte haben am 7. Juni mit den Impfungen gestartet, etwa 6300 Mediziner haben bereits Impfstoff angefordert und sollen in der ersten Woche insgesamt 702.000 Biontech/Pfizer-Dosen bekommen.

Wolfgang Panter, Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte, nannte diese Zahl in Medienberichten „überschaubar klein“ und empfahl, zunächst die am stärksten gefährdeten Kollegen zu impfen.

Digitales Buchungsportal erleichtert die Terminvergabe

Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) in Hannover hat am 7. Juni mit Corona-Schutzimpfungen für die Mitarbeiter begonnen. An Standorten Hannover, Braunschweig, Bremen, Oldenburg, Magdeburg und Schwerin wurden betriebliche Impfzentren eingerichtet. Für die Terminvergabe hat die NordLB ein neues digitales Buchungsportal eingesetzt.

 

NordLB-Zentrale in Hannover. Für die Terminvergabe setzt die Landesbank in Hannover ein neues digitales Buchungsportal ein.

Im Niederlassungsbereich des Tochterunternehmens Braunschweiger Landessparkasse und für die Filiale in Hamburg wird ein Impfmobil eingesetzt, das die einzelnen Standorte versorgt. Insgesamt haben sich etwa 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für eine Impfung angemeldet.

Wie andere Unternehmen auch erhält die Bank den Impfstoff auf dem regulären Weg über ihre Betriebsärzte. Zusätzlich zu den regulären Betriebsärzten hat die NordLB kurzfristig 20 Ärzte engagiert, damit wöchentlich rund 1000 Personen geimpft werden können.

Doch ob das gelingt, hängt auch von der Menge des zur Verfügung gestellten Impfstoffs ab. In der ersten Impfwoche sollen vorrangig die Beschäftigten der Braunschweiger Landessparkasse geimpft werden, weil dort die meisten Kundenkontakte bestehen.

 

LBBW-Mitarbeiter melden sich im Stuttgarter Impfzentrum des Konzerns für eine Biontec-Impfung an.

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat am 8. Juni damit begonnen, ihre Stuttgarter Konzernmitarbeiter mit dem Vakzin Biontech zu impfen: „Wir haben für die erste Woche 600 Impfdosen für 600 Personen bekommen“, sagt Pressesprecher Bernd Wagner. Auch künftig werde den Betriebsärzten der Landesbank eine wöchentliche Vakzin-Lieferung in variabler Höhe zugeteilt.

Die LBBW habe in ihrem Stuttgarter Zentralgebäude ein Impfzentrum eingerichtet. Mobile Impfteams und medizinische Kooperationspartner vor Ort versorgten die Belegschaften an den übrigen Standorten der Bank, so Wagner.

 

Impfen im LBBW-Konzern: Mathias Frigge vom Impfteam der Landesbank setzt dem Auszubildenden Eduart Qekai die Spritze.

Kooperation mit Medic-Center

Die Sparkasse Nürnberg hat Ende Mai bereits Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie deren Angehörige geimpft, nachdem die Priorisierung für den Astrazeneca-Impstoff aufgehoben worden war. Etwa 240 Astrazeneca-Impfdosen standen zur Verfügung, sie wurden in Nürnberg und für das Nürnberger Land in Lauf verimpft.

 

 
Das örtliche Medic-Center impft eine Mitarbeiterin der Sparkasse Nürnberg, bei hoher Nachfrage waren die 240 Astrazeneca-Dosen schnell verbraucht.

„Das Angebot wurde sehr gut angenommen, alle Termine waren innerhalb kurzer Zeit vergeben“, sagt Uschi Doreth, Gesundheitsmanagerin bei der Sparkasse: „Sowohl die Beschäftigten als auch besonders ihre Angehörigen freuten sich sehr, auf diesem Weg direkt und unkompliziert einen Schutz gegen das Corona-Virus zu erhalten.“

Möglich wurde die Aktion, weil das Medic-Center Nürnberg sich bereiterklärt hatte, direkt in der Sparkasse zu impfen. Das Medizinische Versorgungszentrum für Nürnberg und Umgebung impft derzeit in verschiedenen Unternehmen und etwa 30 eigenen Praxen. Die Betriebsärzte der Unternehmen werden laut Sparkasse Nürnberg voraussichtlich noch im Juni Impfstoff bekommen. Mit Betriebsarzt Manfred Rogler seien bereits die notwendigen Vorbereitungen getroffen worden, um weitere Impftermine anbieten zu können.

750 Impfdosen vom Berliner Senat

Ende Mai eröffnete die Berliner Sparkasse im Haus am Alexanderplatz ein Impfzentrum. Der Senat hatte der Sparkasse dafür im Rahmen eines Modellprogramms für Berliner Unternehmen 750 Impfdosen zur Verfügung gestellt.

Berliner Sparkasse am Alexanderplatz
Alexanderhaus in Berlin: Die Berliner Sparkasse eröffnete hier bereits Ende Mai ein Impfzentrum

Seit Anfang Juni läuft der reguläre Betrieb. Das Angebot soll ausgeweitet werden. Damit nehme die Berliner Sparkasse etwas von dem Druck auf Arztpraxen und öffentliche Impfzentren und trage dazu bei, dass das Impftempo in Berlin hoch bleibe, sagt Vorstandschef Johannes Evers.

„Nach drei Stunden waren die Termine ausgebucht“

Mit einer hohen Beteiligungsquote rechnet Wolfgang Breuer, CEO des Provinzial-Konzerns. Bereits Ende Mai konnten die ersten 150 Beschäftigten sowie deren Ehe- und Lebenspartner mit 250 Astra-Zeneca-Dosen geimpft werden: „Innerhalb von drei Stunden waren die Termine ausgebucht.“

An allen Standorten in Münster, Düsseldorf, Kiel, Hamburg und Detmold werden jetzt die Betriebsärzte impfen, teils vor Ort im Provinzial-Gebäude, teils über Kooperationspraxen und -zentren.

 

Impfen im Provinzial-Konzern: Ende Mai wurden die ersten 150 Beschäftigten sowie deren Ehe- und Lebenspartner mit 250 Astra-Zeneca-Dosen geimpft.

Reichlich Erfahrungen mit der Logistik

Logistisch, vor allem mit Blick auf die Terminvergabe, haben die Institute schon reichlich Erfahrungen gesammelt, um die Herausforderung bewältigen zu können. Bei der Stadtsparkasse München etwa, deren Betriebsärzte bereits seit zwei Monaten testen, soll die Absprache ähnlich ablaufen wie bei den Corona-Tests.

„Wir werden voraussichtlich ein digitales Buchungs-/Terminvergabe-Programm benutzen. Die QR-Codes kommen dann per E-Mail“, sagt Unternehmenssprecher Sebastian Sippel. Eine Priorisierung werde es nicht geben: „Es gilt: First come, first serve.“ 800 von 2300 Beschäftigten hatten Anfang Juni ihr Impfinteresse bekundet. Und am 11. Juni vermeldet die Stadtsparkasse auf Linkedin, dass das Programm erfolgreich in Gang gekommen sei. „Rund 100 Mitarbeiter aus verschiedenen Unternehmensbereichen der Stadtsparkasse München werden heute im Konferenzbereich geimpft!“ 

Belegschaft organisiert sich selbst – drei Impfstraßen im Bistro

Bei der Stadtsparkasse Düsseldorf organisiert sich die Belegschaft selbst. Wer eine Impfung haben möchte, trägt sich im Intranet in eine Liste ein. Wer einen früheren Termin wahrnehmen kann, trägt er sich wieder aus, um Chaos zu vermeiden: „Anfangs standen 750 Namen auf der Liste, jetzt sind es nur noch 550, was beweist, dass die Kampagne der Bundesregierung vorangeht, aber der Bedarf immer noch groß ist“, sagt Unternehmenssprecher Volker Schleede.

Rechtzeitig vor Beginn der Sommerferien starten vier Betriebsärzte auf drei Impfstraßen im Bistro der Stadtsparkasse Düsseldorf. Die Lage des Bistros im Erdgeschoss sei optimal, weil die Impflinge keinen Aufzug benutzen müssten und die Decken sehr hoch seien. Die Düsseldorfer rechnen damit, ausreichend Dosen geliefert zu bekommen: „Eine Priorisierung brauchen wir deshalb noch nicht“, so Schleede. Auch die zweite Impfung werde der Betriebsarzt verabreichen.

 

Hauptstelle der Stadtsparkasse Düsseldorf: Im Bistro im Erdgeschoss werden demnächst vier Betriebsärzte auf drei Impfstraßen die Belegschaft impfen.

Angebot trifft Nerv der Belegschaft

Dass das Angebot der Sparkassen einen Nerv bei der Belegschaft trifft, zeigen auch die Zahlen der Sparkasse KölnBonn: „Mehr als 1400 von 3700 Mitarbeitenden haben bereits ihr Interesse an der innerbetrieblichen Impfung angemeldet“, sagt Sprecher Jörg Wehner.

Mit Unterstützung eines medizinischen Dienstleisters wolle das Institut so schnell wie möglich ein Angebot machen. Den Beschäftigten mit Wohnsitz in Rheinland-Pfalz habe die Sparkasse bereits im April per Bescheinigung die Gelegenheit gegeben, Impftermine am Heimatort zu vereinbaren.

Die Kräfte bündeln will die Frankfurter Sparkasse, um von Mitte Juni an mit dem Impfen loslegen zu können: „Wir stellen unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ein betriebliches Impfangebot in Kooperation mit der Helaba an einem zentralen Standort zur Verfügung“, so Michaela Thieß, Fachspezialistin Qualitätsmanagement.

Die Sparkasse Osnabrück hat bei einer Impfaktion am 4. und 5. Juni bereits alle Impfwilligen verarzten können. „Insgesamt haben wir 412 Dosen verimpft“, sagt Pressesprecher Wulf Padecken, der Störungsstab Personal und das betriebliche Gesundheitsmanagement der Sparkasse habe eine Kooperation mit einer Praxisgemeinschaft niedergelassener Ärzte aus Osnabrück organisiert. In dieser Woche werde der Betriebsarzt mit den Impfungen beginnen, so Padecken.

Haspa: „Nennenswerte Mengen“ an Impfstoff zugesagt

Am 8. Juni hat die Hamburger Sparkassen (Haspa) mit den Impfungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit direktem Kundenkontakt begonnen. Zuvor hatte die Haspa intern ein freiwilliges, kostenloses Impfangebot gemacht und frühzeitig ein Impfkonzept entwickelt: „Wir freuen uns, dass wir endlich starten können, sagt Haspa-Vorstandssprecher Harald Vogelsang.

Es seien „nennenswerte Mengen an Impfstoff“ zugesagt worden. Eine schnelles Durchimpfen der Belegschaft sei wichtig, „um einen größtmöglichen Schutz unserer Beschäftigten sicherzustellen und damit auch weiterhin die Funktionsfähigkeit der Haspa zu gewährleisten. Zudem möchten wir die staatlichen Impfzentren entlasten“, so Vogelsang.

Die Kosten für die Realisierung des Impfkonzepts und die Infrastruktur übernimmt die Haspa als Teil ihres gesellschaftlichen Beitrags in der Pandemiebekämpfung.

 

Haspa-Vorstandssprecher Harald Vogelsang begrüßt am 8. Juni als erste Impfkandidatin Isabel Weißbach, Service-Mitarbeiterin der Haspa-Filiale an der Neugrabener Bahnhofstraße. Gemeinsam mit 75 Freiwilligen unterstützt Vogelsang vor Ort, um für einen reibungslosen Ablauf der Impfungen zu sorgen.

Vorbereitungen in Chemnitz und Dresden laufen auf Hochtouren

Nicht nur die großen Häuser beteiligen sich an der Impfkampagne. Auch kleinere Sparkassen sondieren das Terrain: „Wir arbeiten seit Wochen sehr intensiv an einer Impfmöglichkeit in der Sparkasse Chemnitz über Betriebsarzt, DRK etc.. Leider können unsere Partner aktuell noch keine Aussagen zur möglichen Anzahl an Impfdosen machen, deshalb gibt es bei uns im Haus noch keine Impfmöglichkeit“, sagt Sven Mücklich, Unternehmenssprecher der Sparkasse Chemnitz. Viele Mitarbeiter seien aber mittlerweile bereits ein- oder zweimal geimpft.

Auch die Ostsächsische Sparkasse Dresden ist vorbereitet: „Unser Betriebsarzt steht auch für Impfungen bereit. Wir haben uns schon soweit abgestimmt, dass wir stand by mit der internen Logistik wie Räumlichkeiten, Wegungen etc. sind“, so Sprecher Andreas Rieger.

Eli Hamacher
– 11. Juni 2021