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Konsum und Konjunktur
An Kaufkraft fehlt es meist nicht
Zwei Drittel der Deutschen beziehen zwar auch während der Krise ihr gewohntes Einkommen. Aber fast alle Verbraucher konsumieren zurzeit verhalten, zeigt eine Studie von Markengold PR und dem Marktforscher Hopp.

Hochgerechnet 18 Millionen Deutsche geben laut der Marktforschungsstudie an, dass sich während der Monate März bis Mai das eigene Einkommen coronabedingt reduziert hat, bei 6,4 Millionen Erwerbstätigen sogar deutlich. Bei der überwiegenden Mehrheit von zwei Dritteln der Deutschen (67 Prozent) hat sich das Einkommen während der Coronakrise also nicht verringert.

18 Prozent der Deutschen haben ihre Ausgaben reduziert, durchschnittlich um 360 Euro pro Monat. Das entspreche hochgerechnet Einsparungen von etwa 3,8 Milliarden Euro.

Es sei zu erwarten, dass ein Großteil dieser Summe nicht langfristig auf Sparkonten landet, sondern mit zunehmend ansteigendem Sicherheitsgefühl verausgabt werde, heißt es in der Studie. 43 Prozent der Deutschen haben Investitionen aufgeschoben und planen, diese nach der Krise nachzuholen.

Weniger Konsum auch von Juni bis August

Auch für die Monate Juni bis August wollen Verbraucher weniger Geschäfte besuchen als vor der Krise – allerdings nun in geringerem Ausmaß. Mehr als die Hälfte der Deutschen gibt an, seltener einen Einkaufsbummel zu machen (55 Prozent), Einkaufszentren zu besuchen (56 Prozent) und Bekleidung in Geschäften einzukaufen (51 Prozent).

Die Kundenverluste im Einzelhandel werden abhängig von der Branche schätzungsweise um acht bis 24 Prozent betragen. Abschreckend für Verbraucher seien vor allem Maskenpflicht und Warteschlangen vor den Geschäften.

Zudem müssen Einzelhändler laut Hopp und Markengold PR zusätzlich einen reduzierten Pro-Kopf-Umsatz verkraften. Würde sich die verringerte Aufenthaltsdauer im Bekleidungshandel linear auf den Pro-Kopf-Umsatz auswirken, würde das im Worst Case einen Pro-Kopf-Umsatzrückgang von 41 Prozent und angesichts von 18 Prozent weniger Kunden einen Gesamt-Umsatzrückgang von im Schnitt 52 Prozent für den Zeitraum von Juni bis August bedeuten.

Da die verringerte Aufenthaltsdauer jedoch zu schnelleren Kaufentscheidungen führe könne, sei mit weniger dramatischen Umsatzrückgängen zu rechnen, heißt es in der Studie.

22. Juli 2020