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BayernLB
Corona trübt Ergebnis
Die BayernLB hat in den ersten neun Monaten 2020 ein Vorsteuer-Ergebnis von 276 Millionen Euro erzielt. Den Löwenanteil erwirtschaftete wieder ein Tochterunternehmen.

Eine höhere Vorsorge für Kreditausfälle in der Coronakrise hat dafür gesorgt, dass der Gewinn deutlich geringer ausfiel als im Vorjahr. Das Ergebnis vor Steuern sank in den ersten neun Monaten um 36,2 Prozent auf 276 Millionen Euro, wie die zweitgrößte Landesbank mitteilte. Unter dem Strich brach es sogar um 54,6 Prozent auf 179 Millionen Euro ein.

„Das Ergebnis im Gesamtjahr wird voraussichtlich positiv, aber unter dem Ergebnis in den ersten neun Monaten liegen“, sagte Finanzchef Markus Wiegelmann der Nachrichtenagentur Reuters. „Ich rechne im vierten Quartal mit möglichen weiteren Belastungen aus der Risikovorsorge sowie aus Kosten für den Umbau der Bank.“

Risikovorsorge deutlich erhöht

In den ersten neun Monaten legte die BayernLB 175 (Vorjahr: acht) Millionen Euro für drohende Kreditausfälle beiseite. Zum Großteil handelte es sich dabei um Vorsorge. „Wir haben bisher keine großen Kreditausfälle, auch weil die staatlichen Stützungsmaßnahmen sehr gut greifen“, sagte Wiegelmann. „Es ist aber auch klar, dass wir in der einen oder anderen Branche 2021 und 2022 Problemfälle sehen werden.“

Gleichzeitig treibt die BayernLB trotz der Coronapandemie ihren Konzernumbau voran. Die Bank will sich in den nächsten Jahren weitgehend aus dem Kapitalmarktgeschäft zurückziehen und sich noch stärker auf ihre Online-Tochter DKB konzentrieren, die in den ersten neun Monaten mit einem Vorsteuerergebnis von 234 (Vorjahr: 241) Millionen Euro der wichtigste Ertragsbringer blieb.

In anderen Bereichen baut die Bank dagegen Arbeitsplätze ab, wobei betriebsbedingte Kündigungen bis Herbst 2022 ausgeschlossen sind. Im August hatte die BayernLB angekündigt, 400 weitere Stellen zu streichen.

Profitieren konnte der Konzern in den ersten neun Monaten von der hohen Kreditnachfrage, die den Zinsüberschuss um 2,5 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro steigen ließ. Der Provisionsüberschuss wuchs insbesondere dank des florierenden Geschäfts mit Gold und anderen Edelmetallen um neun Prozent auf 224 Millionen Euro. (rtr/ DSZ)

12. November 2020