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Digitale Agenda 2.0
Wie Tokens die Sparkassen verändern
Viele Kreditinstitute nutzen Blockchain-Technik – in der virtuellen Wallet, bei Prozessen im Institut oder in Fragen der Geldanlage. Wie Sparkassen bei dem Trend mitziehen.

„Welche Macht haben Trends, ganze Branchen, auch die Finanzbranche, von Grund auf zu verändern?“ – „Welche Entscheidungen sollte die Sparkassen-Finanzgruppe anhand der Trends von heute fällen, um weiterhin starker Finanzpartner von morgen zu sein?“

Die Beantwortung dieser zentralen Fragen hat sich das Arbeitspaket „Trendanalyse und strategische Handlungsfelder“ aus dem Teilprojekt „Innovationsstrategie“ des DSGV-Projekts „Digitale Agenda 2.0“ als Ziel gesetzt: essenzielle Zukunftstrends für die Sparkassen-Finanzgruppe zu identifizieren und frühzeitig die relevanten Möglichkeiten aufzuzeigen, um die Zukunft erfolgreich zu gestalten.

Im ersten „proof of concept“ wurde diese Zielsetzung im Rahmen eines Trendreports „Token Economy“ genauer betrachtet. Der Trendreport betrachtet alle Themen rund um die Blockchain-Technologie. Eine Technologie, die das Potenzial hat, viele bekannte Prozesse und Strukturen zu verändern. Die Ergebnisse der gesamten Trendanalyse sind in einem umfangreichen Trendreport zusammengefasst. Diesen Report inklusive Handlungsempfehlungen finden Sie im Anhang.

Von Tokens bis zur Blockchain

Was beinhalten die Begriffe „Token Economy“ und „Blockchain-Technologie“ und wo könnten zum einen Anwendungsbereiche, zum anderen aber auch Risiken für die Finanzbranche entstehen?

Token stellen nicht manipulierbare Positionen dar, die bestimmten Inhabern zugeordnet werden können. Man könnte auch sagen, dass Token eine Art digitale Abbildung für materielle Güter sind. Sie repräsentieren Vermögenswerte, -gegenstände oder ein Wirtschaftsgut, beispielsweise Immobilien oder Waren, aber auch Nutzungs- oder Lizenzrechte. Diese werden tokenisiert und in einer Blockchain abgebildet.

Eine Blockchain wiederum bezeichnet eine kontinuierlich erweiterbare, verteilte und dezentrale Datenbank. Ihre Einträge werden in Blöcken zusammengefasst und gespeichert. Sie kann dazu genutzt werden, jegliche Art von Eigentumsrechten digital zu organisieren. Durch die Dezentralität der Blockchain werden Intermediäre verzichtbar.

Im Trendreport finden Sie in der Management Summary vorab verschiedene Anwendungsbereiche, aktuelle Umsetzungsbeispiele sowie Chancen und Risiken der Blockchain-Technologie. Darüber hinaus beschäftigt sich der Report mit den Grundlagen zu „Distributed Ledger“, „Smart Contracts“ und „Token Economy“ basierend auf Interviews und Know-how von Sparkassen, zentralen Dienstleistern und externen Spezialisten.

Drei Beispiele zur Nutzung der Blockchain-Technologie

1. Wallet
Diese beinhaltet die Abbildung und Verwahrung digitaler Werte, wie tokenisierte Vermögenswerte, Kryptowährungen oder digitaler Identitäten. Weitere Anwendungsfälle und direkte Wettbewerber finden Sie im Trendreport ab Seite 74.

2. Prozesse
Durch die Möglichkeiten der Distributed-Ledger-Technologie könnte der gesamte Bereich „Prozesse“ revolutioniert werden. Banken werden in Zukunft mithilfe von Blockchain-Technologie in der Lage sein, verschiedenste Prozesse vollautomatisch abzuwickeln (zum Beispiel Kreditvergabeprozesse, Machine-to-Machine-Payments, der gesamte Zahlungsverkehr).

3. Geldanlage
Die Blockchain-Technologie macht auch vor dem Anlagebereich nicht Halt: Erste tokenisierte Werte wurden gerade höchstprominent lanciert. Das wohl prominenteste Beispiel konnte im Auktionshaus Christie’s beobachtet werden: Das digitale Kunstwerk des Künstlers Beeple wurde für über 69 Millionen Dollar in Form eines Non-Fungible Tokens versteigert. Weitere Beispiele finden Sie im Trendreport ab Seite 37.

Warum sollten die Sparkassen jetzt handeln?

Mit der Entwicklung der Token Economy werden neue Investitionsmöglichkeiten und Vermögenswerte geschaffen. Stand heute bildet die Sparkassen-Finanzgruppe diese Werte für Kunden weder ab noch kann sie diese verwalten oder handeln. Nur wenn Sparkassen alle Vermögenswerte des Kunden kennen und abbilden können, bleiben sie auch mit potenziellem Fortschreiten der Token Economy erster Ansprechpartner für Kunden im Bereich Finanzen. Hier ist es entscheidend, jetzt die Weichen für diese neue Technologie zu stellen, um sich im Wettbewerb frühzeitig zu positionieren.

Im Rahmen des anhängigen Trendreports wurden insgesamt 16 Chancen und Handlungsfelder identifiziert. Die in diesem Trendreport priorisierten konkreten Handlungsempfehlungen sind als erste Möglichkeiten für die Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe anzusehen, sich mit der Technologie und dem Markt der Token Economy vertraut zu machen und diese Rolle weiter zu definieren. Denn der Trend von heute wird die Realität von morgen sein.

18. Juni 2021