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E-Commerce
Wenn es darauf ankommt
Wie die Sparkassen kleine Händler und soziale Projekte in ihren Regionen unterstützen.

„Wir waren Ende März eine der ersten Sparkassen, die mit der Onlineshop-Lösung des S-Händlerservices gestartet sind“, sagt Peter Galgoczy, Bereichsleiter Electronic Banking der Stadtsparkasse München. Entwickelt von dem Hamburger White-Label-Dienstleister E-Pages und ausgestattet mit umfangreichen Payment-Lösungen von Payone, einem Unternehmen der Ingenico-Gruppe und des Deutschen Sparkassenverlags, bietet der S-Händlerservice die E-Commerce-Software als Dienstleistung der Sparkassen für lokale Einzelhandelskunden an.

„Wir waren Ende März eine der ersten Sparkassen, die mit der Onlineshop-Lösung des S-Händlerservices gestartet sind“, sagt Peter Galgoczy, Bereichsleiter Electronic Banking der Stadtsparkasse München.

Mehr als 400 Institute bieten die Shop-Lösungen an

Inzwischen setzen 413 Institute die Lösung ein, wenn auch nicht immer mit der gleichen Dringlichkeit. Die Stadtsparkasse München stellte das Shop-Angebot von Beginn an prominent auf die Startseite ihrer Homepage, warb während des gesamten Lockdowns offensiv damit – und musste feststellen, wie tief der Schock der historisch unvergleichlichen Ladenschließungen saß.

Obwohl deutlich als Gegenmaßnahme zu dem plötzlichen und unvorhersehbaren Einnahmestopp positioniert, und trotz einer Gratisaktion bis Ende Juni, erhielt die Sparkasse kaum Anfragen.

„Es war vielleicht der falsche Zeitpunkt“, sagt Galgoczy, „aber sicher nicht die falsche Aktion. Wir werden das Thema weiter forcieren, auch in den jetzt wieder möglichen Beratungsgesprächen.“ Schließlich hätten während des Lockdowns auch Menschen den Online-Handel schätzen gelernt, die vorher kaum oder sogar nie etwas im Internet bestellt hatten. Diese neue Gewohnheit könnten sich lokale Geschäfte jetzt zunutze machen.

Während des Lockdowns haben Menschen den Online-Handel schätzen gelernt, die vorher kaum oder sogar nie etwas im Internet bestellt hatten. Diese neue Gewohnheit könnten sich lokale Geschäfte jetzt zunutze machen.

Lokale Kundenbindung steht im Vordergrund

„Es geht nicht darum, eine globale Klientel zu erreichen“, sagt Galgoczy, „sondern darum, die lokale Stammkundschaft noch stärker an sich zu binden. In München gibt es eine hoch diversifizierte Einkaufslandschaft mit einem enormen Potenzial im E-Commerce.

Viele ziehen mit ihrem einzigartigen Angebot Kunden aus ganz Oberbayern an, es gibt Spezialisten für Kämme, für Comics, für rare Kaffee- und Tee-Sorten und nicht alle Leute schaffen es dafür immer nach München rein. Also weichen sie auf Alternativen aus, die sie eigentlich gar nicht wollen. Ein Onlineshop käme dieser Kundschaft sehr gelegen.“

Dass weder Technik noch Look & Feel der Internetläden dabei den Großen der Branche hinterherhinken, zeigen Beispiele aus Norderstedt und Bad Mergentheim, wo ein Weltladen und ein Shisha-Anbieter ihr Sortiment über den One-Stop-Shop der Sparkassen anbieten.

Zum Beispiel Norderstedt: Weder Technik noch Optik hinken hinter den großen Online-Anbietern hinterher.

Auch die durch die Medien bekannten Superstreusel-Macher Daniela Sichting und Katharina Decker verkaufen online über die Shop-Infrastruktur der Sparkassen, ebenso der Möbelhändler Weiß und mehr aus Karlsruhe, der sich auf aufgearbeitete Flohmarktware spezialisiert hat.

Was das Angebot für den lokalen Handel so interessant macht: Den Unternehmen wird ein Commerce-Cockpit geliefert, das die Basis für die Internet-Präsenz und das Management von Kunden, Produkten und Aufträgen darstellt. Darin ist bereits eine kostenlose Webseite enthalten, die dank Responsive-Design für PC, Laptop und Smartphone gleichermaßen optimiert ist.

Der modern-professionelle Auftritt dient dabei nicht nur dazu, Online-Kunden zu gewinnen, sondern er ist auch dafür geeignet, mehr Menschen ins Ladengeschäft zu bringen – eine Visitenkarte, auf der das Unternehmen all seine Vorteile attraktiv in Szene setzen kann.

Verschiedene Web-Designs stehen zur Verfügung

Wichtige Rollen spielen dabei auch Click & Collect, die digitale Verwaltung von Öffnungszeiten sowie die Social-Media-Anbindung der Unternehmen. Alles kann einfach im Browser administriert werden, E-Pages kümmert sich um die komplette Wartung der Seite. Die Mehrwertsteueränderung wird vom System automatisch umgesetzt. Zur Verfügung stehen über 20 Design-Vorlagen, individuelle Wünsche können mit E-Pages abgesprochen werden.

Ab 400 Euro übernimmt der Shop-Anbieter auch die Einrichtung, der Händler muss also keine technischen Vorkenntnisse mitbringen. Selbst SEO-Aufgaben werden von der E-Commerce-Lösung automatisch miterledigt.

Ein Punkt, der vielen Ladeninhabern Sorgen macht, ist die Online-Bezahlung. Die ständigen Neuerungen im Payment-Markt verunsichern potenzielle Shop-Betreiber häufig, weshalb viele Sparkassen eine eigene Payment-Beratung eingeführt haben, mit Spezialisten, die ihre Kunden sowohl bei der Optimierung bestehender Zahlungsverkehrsprozesse als auch bei der Einführung neuer Payment-Produkte beraten und begleiten. Zudem kann der Händler seinen Shop während einer kostenlosen Probeaktion erst einmal zwei Monate lang testen.

„Gemeinsam mit den Sparkassen bringen wir den lokalen Handel ins Internet“, sagt Wilfried Beeck, Gründer und CEO von E-Pages. „Die Händler brauchen nur die Leidenschaft für ihre Produkte, wir kümmern uns um den Rest.“

Spendenplattformen – gemeinsames Angebot geplant

Wenn alles gut läuft, wird es Anfang November eine weitere Lösung der Sparkassen geben, um die lokale Wirtschaft am Standort zu unterstützen: eine gemeinsame Spendenplattform unter der Dachmarke WirWunder. Bisher gibt es drei Lösungen, die nebeneinander laufen. 

Während die von betterplace.org entwickelte Spenden-Webseite Gut für… vorwiegend von großen Sparkassen wie der Stadtsparkasse München oder der Haspa genutzt wird, ist 99 Funken vor allem im Osten Deutschlands stark. Mithilfe des Dresdner Unternehmens Neorot, hinter dem die Ostsächsische Sparkasse Dresden und Startnext stehen, stellen die Sparkassen auf der Plattform bereits rund 450 Crowdfunding-Projekte vor. 

Und dann gibt es noch die Spendenplattform Einfach.Gut.Machen., entwickelt vom Sparkassen-Finanzportal zusammen mit dem Sparkassenverband Niedersachsen, die vor allem im Nordwesten, aber auch in Thüringen und Niederbayern gut ankommt. Insgesamt haben nur rund 80 Sparkassen bisher eine der drei Lösungen im Angebot.

Drei Angebote kommen unter ein Dach

„Die Qual der Wahl hat zur geringen Teilnahme der Sparkassen an den Spendenplattformen geführt“, sagt Alexander Woletz, Abteilungsleiter Crowd der Sparkassen-Finanzportal GmbH. „Die drei Betreiber haben daher zusammen mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband entschieden, künftig alle Angebote unter einem Portal zusammenzuführen.“

„Die Qual der Wahl hat zur geringen Teilnahme der Sparkassen an den Spendenplattformen geführt“, sagt Alexander Woletz, Abteilungsleiter Crowd beim Sparkassen-Finanzportal.

Die Marke WirWunder steht künftig für das soziale Engagement der Sparkassen, für Verbraucher erreichbar unter www.wirwunder.de. Hinter dem Slash-Zeichen zeigt sich dann die dem Wohnort zugeordnete Sparkasse.

Das Portal ist bereits online, aber noch nicht vollständig, da die Sparkassen bis Mitte September Zeit haben, sich für oder gegen eine Teilnahme an WirWunder zu entscheiden. „Machen mindestens die Hälfte mit, wird es Anfang November den Public Launch aller teilnehmenden Sparkassen geben, der vom DSGV im Rahmen der Imagekampagne #GemeinsamAllemGewachsen unterstützt wird.“

WirWunder soll damit bundesweit als Plattform für das Gemeinwohl eingeführt werden. Betrieben wird sie vom Sparkassen-Finanzportal zusammen mit den Partnern betterplace.org und Startnext. Gemeinnützige Projekte werden dabei weiter im Vordergrund stehen – so wie derzeit noch bei gut-fuer-muenchen.de zu sehen, wo seit dem Launch der Plattform fünf Millionen Euro für rund 1000 Projekte zusammengekommen sind.

Stadtsparkasse München verdoppelt alle eingehenden Spenden

Das Besondere der Initiative: Die Stadtsparkasse München übernimmt alle Gebühren und Betreibungskosten für gut-fuer-muenchen.de. Sie wirbt auf den eigenen Kanälen dafür, in Social Media ebenso wie auf Infoscreens in den Filialen. Zusätzlich gibt es jedes Jahr mehrere „Verdoppelungsaktionen“, zuletzt im März und im Mai.

„Auf die Sparkasse können sich unsere Kunden verlassen!“ Das sagt Vorstandsvorsitzender Ralf Fleischer von der Stadtsparkasse München.

Hier verdoppelt die Stadtsparkasse München alle eingehenden Spenden – so lange, bis das Budget von 10.000 Euro erschöpft ist. Die Verdoppelungsaktionen haben immer ein Thema, zum Beispiel „Corona“ oder „Muttertag“.

Alle Projekte aus diesem Themenumfeld profitieren von der Aktion. „In der Zeit des Lockdowns war es uns wichtig, den Münchnerinnen und Münchnern schnell und unkompliziert zu helfen“, sagt Ralf Fleischer, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse München. „Zum Beispiel durch unsere Spendenaktionen, durch vereinfachte Kreditvergaben oder unser verbessertes Online-Angebot.“

Die Coronakrise habe es eindrucksvoll gezeigt, so Fleischer: „Auf die Sparkasse können sich unsere Kunden verlassen!“

Christian Gehl
– 3. August 2020

Matthias M.

One-Stop-Shop und die E-Commerce-Plattform sind übrigens zwei besondere Bausteine der ,vom 1. März bis 31. Dezember laufenden, zentralen Vermarktungskampagne der S-Payment GmbH und des Sparkassen-Händlerservice (Payone), der Akzeptanz-Incentivierung. Informationen gibt es bei den Payment-Consultants der S-Payment GmbH, dem Aktionsbüro Payment-Markets, dem Sparkassen-Händlerservice und auf der Kampagnenseite https://passend-ist-einfach.sparkasse.de/ . Die Teilnahme lohnt sich!