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Geschäftsjahr 2020
Zuversicht wächst
Die Berlin Hyp hat das Jahr der Coronakrise gut bewältigt und rechnet im laufenden Jahr mit einer Verbesserung des Betriebsergebnisses. Trotz Transformationen im Sektor der Büroimmobilien erwartet Vorstandschef Sascha Klaus keine Rückkehr zur Kultur der Einzelbüros.

Die Berlin Hyp hat im Geschäftsjahr 2020 ihre operative Ertragskraft gesteigert sowie ihre Resilienz und Stabilität in einem herausfordernden Umfeld unter Beweis gestellt. Die Entwicklung von Neugeschäft und Ergebnis verlief nach Angaben des gewerblichen Immobilienfinanzierers besser als erwartet.

Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge legte im Jahresvergleich um 4,6 Millionen Euro auf 158,2 Millionen Euro (Vorjahr: 153,6 Mio. Euro) zu und auch der Zins- und Provisionsüberschuss konnte gesteigert werden. Die konservative Risikostrategie und die Fokussierung auf die Finanzierung besonders werthaltiger Immobilien sorgten für eine hohe Stabilität, heißt es weiter.

Im Kreditportfolio zeigten sich im Jahr 2020 keine pandemiebedingten Zahlungsausfälle. Die Berlin Hyp habe die gute wirtschaftliche Entwicklung genutzt, um bestehende Risikopuffer weiter auszubauen.

Zweitbestes Jahr für die Bank

"Der deutsche Immobilienmarkt ist stabiler geblieben als viele Märkte in anderen Regionen der Welt", sagt Vorstandschef Sascha Klaus im Gespräch mit der SparkassenZeitung. Da der Fokus der Bank im Inland liegt, sorgte dies für eine stabile Gescäftsgrundlage.

Etwas vorsichtig angesichts der anhaltenden Coronakrise konstatiert der Vorstandsvorsitzende: "2020 war mit Blick auf das Betriebsergebnis das zweitbeste Jahr der Berlin Hyp überhaupt".

Drei Themenfelder im Blick

Im Rahmen ihrer strategischen Weiterentwicklung hat die Bank die zentralen Projekte zur Digitalisierung des Kerngeschäfts und der Zusammenarbeit mit den Instituten der Sparkassen-Gruppe weiter vorangetrieben. Zudem hat sie eine ambitionierte Nachhaltigkeitsagenda definiert und deren Umsetzung auf den Weg gebracht.

„Die Pandemie hat uns alle vor große Aufgaben gestellt", so Klaus. „Das laufende Jahr wird sicher ebenso fordernd bleiben, zumal noch nicht klar ist, wann wir die Gefahr des Virus und die damit verbundenen Belastungen endgültig hinter uns lassen können. Aber wir sind vorbereitet und profitieren von der stabilen Grundlage, die wir uns erarbeitet haben.“

Im Jahr 2020 realisierte die Berlin Hyp ein Neugeschäft in Höhe von 6,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 7,3 Mrd. Euro). Diese Entwicklung entspreche der ursprünglichen Prognose. Um für eventuelle Turbulenzen gewappnet zu sein habe die Bank 2020 eine im Vergleich zum Vorjahr deutlich höhere Risikovorsorge sowie weitere Rückstellungen für latente Risiken gebildet.

Intensiviertes Angebot im Sparkassenbereich

Die Zusammenarbeit mit und innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe habe die Berlin Hyp weiter intensiviert, heißt es weiter. Zum Jahresende unterhielt die Bank mit 153 Instituten eine aktive Geschäftsbeziehung. Das Gesamtvolumen des mit den Sparkassen-Partnern realisierten Geschäfts lag mit 1,4 Milliarden Euro niedriger als im Vorjahr (1,9 Mrd. Euro).

Diese Entwicklung gehe im Wesentlichen auf die pandemiebedingte Unsicherheit insbesondere im ersten Halbjahr 2020 zurück. Im klassischen Konsortialgeschäft realisierte die Bank gemeinsam mit den Sparkassen ein Transaktionsvolumen in Höhe von 0,8 Mrd. Euro, weitere 0,5 Mrd. Euro entfielen auf ImmoSchuldschein und ImmoAval-Transaktionen.

Exklusiv für die Partner aus der Sparkassen-Finanzgruppe wurde 2020 die Online-Plattform Immo-Digital an den Markt gebracht. Die Plattform sorge für erheblich vereinfachte Kommunikationswege und -prozesse, indem sie alle relevanten Informationen zentral an einer Stelle bündelt, erläutert die Bank.

Ziel ist es, dass auf der Plattform Sparkassen die von der Berlin Hyp angebotenen Beteiligungen komplett papierlos schnell und einfach evaluieren, Konsortialverträge abschließen und vereinbarte Beteiligungen verwalten können. Aktuell wird zunächst das Produkt ImmoAval angeboten, die Integration weiterer Produkte soll folgen.

Immobilienmarkt bleibt Stabilitätsanker

"Der Immobilienmarkt bleibt in der Coronakrise ein Stabilitätsanker und wir sehen selbst im Lockdown Geld in diesen Markt fließen", so Klaus. Während manche Segmente wie Retail und Hotel aufgrund der Pandemielage sehr gelitten hätten, rechnet der Vorstandschef damit, dass im Segment der Büroimmobilien eine Erholung einsetzen wird.

"Wir werden in den nächsten Jahren angesichts der Erfahrungen mit Home-Office und Videokonferenzen eine Transformation im Sektor sehen, doch das Büro bleibt das Kernstück einer Firma", prognostiziert Klaus.

Der abnehmenden Büronutzung würde ein Wandel der Büros zu mehr Gemeinschaftsräumen für Meetings und Kreativität gegenüberstehen, die wiederum mehr Platz erforderten. "Eine Rückkehr hin zur Kultur der Einzelbüros, kann ich mir nicht vorstellen", fügt er hinzu.

Ausgewählte Zahlen und Ausblick

Der Zins- und Provisionsüberschuss stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht von 327,5 Millionen Euro auf 333,1 Millionen Euro. Dabei erhöhte sich der Zinsüberschuss auf 313,1 Millionen Euro (Vorjahr: 309,7 Mio. Euro). Der Anstieg beruhte neben einem höheren durchschnittlichen Hypothekendarlehensbestand auf der Teilnahme an den gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften der Deutschen Bundesbank (TLTRO-III) und den daraus resultierenden Zinsen.

Um auf mögliche Turbulenzen vorbereitet zu sein, hat die Berlin Hyp 2020 eine Risikovorsorge im Kreditgeschäft in Höhe von 81,4 Millionen Euro (Vorjahr: 7,5 Mio. Euro) gebildet. Zudem hat sie den Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB um weitere 70,0 Millionen Euro aufgestockt. Dieser zusätzliche Risikopuffer erreichte damit zum Bilanzstichtag ein Volumen von 488,0 Millionen Euro.

Zuversichtlich für das laufende Jahr geht Berlin-Hyp-Chef Sascha Klaus von einem verbesserten Betriebsergebnis in 2021 aus.

Die Berlin Hyp geht für das Jahr 2021 von einer unverändert hohen Dynamik am Immobilien-Investmentmarkt aus. Insbesondere Wohnimmobilien werden als Investments gefragt bleiben. Die Suche nach auskömmlichen Renditen wird aber auch die Nachfrage nach Core-Büroimmobilien an A- und B-Standorten, Einzelhandelsimmobilien mit Lebensmittelmärkten als Ankermieter und Logistikimmobilien auf einem hohen Niveau halten.

Angesichts des herausfordernden und derzeit in vielen Aspekten nicht belastbar planbaren Umfeldes geht die Bank dennoch für das Jahr 2021 von einem reduzierten Neugeschäftsvolumen aus. Das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge werde sich nach der derzeitigen Planung gegenüber dem Vorjahreswert verbessern, prognostiziert die Bank.

31. März 2021