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Kreditrisiken
Mittelstand ist gut gerüstet
Die Coronakrise ist nicht zu Ende, doch Sparkassenpräsident Helmut Schleweis sieht Mittelstand und Sparkassen gewappnet, auch für ein längere Durststrecke.

Die Kreditrisiken der Sparkassen geben keinen Anlass zur Sorge, erklärt der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). „Wir sehen derzeit keine außergewöhnliche Entwicklung, weder bei der Rückzahlung von Darlehen noch bei der Inanspruchnahme von Dispokrediten“, so Schleweis. „Die Sparquote wächst derzeit noch. Die Menschen treffen mehr Vorsorge. Bestimmte Ausgaben, zum Beispiel für Reisen, werden in der Pandemie zurückgestellt.“

Mittelständische Unternehmen sieht der Sparkassenpräsident in der Summe auch für eine längere Durststrecke gerüstet. „Die Krisenresistenz der meisten Firmen ist dank guter Kapitalpolster noch sehr ordentlich“, so Schleweis. Auch die Spezialisten der S Rating sehen Ausfallwahrscheinlichkeiten derzeit auf einem „sinkenden Niveau“.

Zwar rechnet Schleweis im kommenden Jahr mit steigenden Insolvenzzahlen. Das könnten die Sparkassen aber gut verkraften. „Die Sparkassen haben die letzten Jahre, die praktisch ohne Kreditausfälle waren, genutzt, um die Rücklagen immer weiter aufzustocken. Sie sind gerüstet für Ausfälle über das bisherige Maß hinaus.“ Insgesamt sei die Kreditwirtschaft seit der Finanzkrise 2008 widerstandsfähiger geworden. „Die Finanzinstitute haben mehr Eigenkapital und die Regulierung hat einiges bewirkt, dass Banken widerstandsfähiger geworden sind“, argumentierte Schleweis.

Mit einem steilen Aufschwung nach dem Konjunkturabsturz in der Coronakrise – einem sogenannten V-Szenario – rechnet Schleweis eher nicht. Er erwartet, dass es langsam wieder aufwärts geht, „also eher ein breites U. Ich gehe davon aus, dass wir noch nicht am Ende sind.“

12. Oktober 2020