Zurück
Payment
Digitaler Zahlungsverkehr ist weltweit auf dem Vormarsch
Das Beratungsunternehmen Accenture prognostiziert bis 2023 eine Verlagerung der weltweiten Verbraucherausgaben von Bargeld auf Karten sowie digitale Zahlungen in Höhe von 7 Billionen US-Dollar.

Laut der aktuellen Studie „Playing the Long Game in Payments Modernization" soll dieser Wert bis 2030 sogar auf 48 Billionen US-Dollar ansteigen. In Deutschland könnten im Jahr 2030 rund 37,5 Milliarden Transaktionen mit einem geschätzten Gesamtwert von 1,04 Billionen US-Dollar abgewickelt werden. 

Die rapide Transformation hin zu digitalen Bezahlmethoden, die durch die COVID-19 Pandemie zusätzlich beschleunigt werde, erhöhe den Handlungsdruck auf Banken, ihre Systeme im Zahlungsverkehr zu modernisieren. So berichten drei Viertel (75 Prozent) der befragten Führungskräfte von Banken, dass die Pandemie den Druck auf die Modernisierungspläne ihrer Zahlungssysteme noch einmal erhöht hat. 

„COVID-19 hat die Umstellung auf digitale Bezahlmethoden so stark beschleunigt, wie es Banken nicht vorhersehen konnten", 

erklärt Oliver Hommel, Zahlungsmarktexperte bei Accenture.

„Die Pandemie wird die Art und Weise, wie Verbraucher einkaufen und somit auch für Produkte und Dienstleistungen bezahlen, dauerhaft verändern, da sie der Bequemlichkeit oberste Priorität einräumen." 

Märkte sind bei digitalen Zahlungen unterschiedlich weit
Die rasche Umstellung auf digitale Zahlungen unterscheide sich von Land zu Land, je nachdem, wie schnell die Bargeldnutzung abnehme, wie stark sich der Online-Handel durchsetze und wie aktiv Big-Tech-Unternehmen bei der Bereitstellung von Zahlungsdiensten seien. 

Die Disruption im Payment ist laut Accenture in den USA am stärksten ausgeprägt, dicht gefolgt vom Vereinigten Königreich. Die Gründe dafür lägen im Verbraucherverhalten. Kunden würden sich in beiden Ländern häufig für neue Bezahlmethoden entscheiden und Nichtbanken nutzten diese Gelegenheit, entsprechende innovative Zahlungsdienste anzubieten. 

In China verdrängten mobile Wallet-Lösungen Barzahlungen bereits sehr schnell – 76 Prozent aller Transaktionen im Jahr 2019 seien über digitale Wallets getätigt worden. 2014 habe dieser Wert noch bei 12 Prozent gelegen. 

Mit Verzögerung komme der Trend zu Mobile Payments und Wallets auch in Deutschland an. Besonders jüngere Konsumenten zwischen 18 und 29 nutzten das Smartphone zum kontaktlosen Bezahlen im stationären Handel. 

Die Möglichkeiten, die Banken durch elektronische Bezahlmethoden haben, seien je nach Markt unterschiedlich stark ausgeprägt und würden vom Reifegrad der Transformation im Zahlungsverkehr abhängen. In Westeuropa wird sich der Wettbewerb laut Accenture unter wenigen Anbietern weiter intensivieren. Europa müsse hier gemeinschaftlich agieren, um alternativen Zahlungsanbietern schnell umfassende Lösungen gegenüberstellen zu können, zum Beispiel auf Basis der European Payments Initiative (EPI). 

Auch den Digitalen Euro dürften die Europäer nicht internationalen Wettbewerbern, wie US-amerikanischen Kreditkartenanbietern, überlassen. 

Stephan Arounopoulos, S-Payment GmbH
– 22. Februar 2021