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Kartenakzeptanz fördert schnellen Ausbau der E-Mobilität
Am 17. September entscheidet der Bundesrat darüber, ob Verbraucher ab dem 1. Juli 2023 an allen neuen E-Ladesäulen mit Debit- und Kreditkarte bezahlen können. Ein breites Bündnis von Befürwortern, darunter auch die Deutsche Kreditwirtschaft, führt gewichtige Argumente ins Feld, warum eine schnelle Mobilitätswende nur mit der Akzeptanz der meistgenutzten Zahlverfahren gelingt.

Das Bundeskabinett hatte im Mai eine neue Ladesäulenverordnung (LSV) verabschiedet. Diese Novellierung sieht vor, 

„...dass der Betreiber eines öffentlich zugänglichen Ladepunkts, der ab dem 1. Juli 2023 in Betrieb genommen wird, an dem jeweiligen Ladepunkt oder in dessen unmittelbarer Nähe die für den bargeldlosen Zahlungsvorgang erforderliche Authentifizierung und den Zahlungsvorgang mindestens mittels eines gängigen Kredit- und Debitkartensystems anbieten muss.“ (Artikel 2, Paragraf 4 Satz 2 Nr. 2 Zweite Verordnung LSV)

Der ADAC, die Städte, Landkreise und Gemeinden, die Sparkassen, die Volks- und Raiffeisenbanken, die deutschen Banken, die öffentlichen Banken, die Initiative Deutsche Zahlungssysteme, der E-Mobility-Anbieter Wallbe und die Electronic-Cash-Netzbetreiber – sie alle unterstützen den vorliegenden Entwurf der Ladesäulenverordnung. 

Im Vorfeld der Entscheidung des Bundesrats im September wollen sie klarmachen: Die Bezahlung an Elektro-Ladesäulen muss mit allen gängigen unbaren Zahlungssystemen möglich sein. Der schnelle Ausbau der Elektromobilität werde nicht durch einen undurchschaubaren Dschungel exklusiver (Club-)Systeme vorangetrieben, zu denen nur die Kunden bestimmter Automobilhersteller oder Energieanbieter Zutritt haben.

Kommission kritisiert mangelnden Wettbewerb
Dies bestätigte auch die Monopolkommission in ihrem heute veröffentlichten 8. Sektorgutachten Energie. Darin heißt es, dass oftmals einzelne Betreiber hohe Anteile an den Ladepunkten in einzelnen Regionen kontrollieren. Kundinnen und Kunden könnten sich auch nicht zentral über die Preise der vorhandenen Betreiber beim unmittelbaren Laden ohne Anmeldung – dem sogenannten Ad-hoc-Laden – informieren, um so gezielter Angebote wahrzunehmen. 

Laut einer dpa-Meldung sei die derzeitige Situation bei Elektro-Ladesäulen nach Aussage des Monopolkommissionsmitglieds Achim Wambach mitunter so monopolistisch, als ob es in einer Stadt nur Aral gebe und in einer anderen Stadt nur Shell. Das würde niemand zulassen. Wettbewerb sei notwendig, sonst würde der Markt nicht funktionieren.

In einem Gemeinschaftspapier haben die genannten Marktteilnehmer fünf überzeugende Gründe aufgeführt, warum die Mobilitätswende nur mit der Akzeptanz der gängigen und meistgenutzten Bezahlsysteme gelingen kann. Und warum dabei nicht die Interessen der Automobil- und Energiewirtschaft, sondern die Bezahl-Präferenzen der Kundinnen und Kunden im Vordergrund stehen sollten. 

Das Gemeinschaftspapier finden Sie hier.

Stephan Arounopoulos, S-Payment GmbH (Bild oben: iStock)
– 1. September 2021