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Payment / SPAYCE 2
Card Control – Kartenmanagement immer und überall
Dieser Artikel widmet sich einem der beiden großen Projekte, die Spayce bislang hervorgebracht hat: Card Control.

Was Spayce ist, wie darin gearbeitet wird und was es besonders macht, darauf wurde im ersten Artikel dieser dreiteiligen Reihe eingegangen.

Was ist Card Control?

Dahinter steht eine Lösung, mit der Kunden ihre Kreditkarten selbst verwalten können und die ihnen Echtzeit-Informationen zu ihren Kartentransaktionen liefert. An der Umsetzung arbeiteten aktuell Mitarbeiter der S-Payment, des DSV und der LBBW sowie Vertreter der Kreditkartenschemes und der Prozessoren.

Die Prämisse der Produktidee: Immer mehr Menschen emanzipieren sich von ihrer Bank oder ihrem Berater und wollen ihre Finanzgeschäfte selbst organisieren und verwalten. Außerdem möchten sie Bankservices überall und jederzeit – auch außerhalb der Öffnungszeiten ihrer Filiale – nutzen und setzen dafür vermehrt auf „mobile Helfer“ in Form von Finanzmanagement-Apps.

Marktakteure wie N26, Revolut, DKB und andere bieten in diesem Segment bereits Produkte an. Sie sind nützlich für alle, die auch unterwegs immer den Überblick über ihren Finanzstatus behalten wollen. Trotz allem bleibt der Wunsch der Kunden nach Sicherheit und Kontrolle der Finanztransaktionen aber weiterhin stark.

Card Control bietet den Kunden genau das. Zum einen haben die Nutzer die Möglichkeit, ihre Kreditkarten für verschiedene Einsatzszenarien wie Zahlungen im Ausland, Abhebungen am Geldautomaten und viele weitere zu deaktivieren – und bei Bedarf auch wieder zu aktivieren. Zum anderen kann der Nutzer seine Kreditkartentransaktionen durch eine Information in Echtzeit nachvollziehen.

Kreditkartennutzer kennen das Problem: Für das Kartenmanagement ist oft die Hotline der Bank nötig, wie etwa zum Sperren der Karte. Mithilfe von Card Control geht das noch schneller, einfacher und unabhängiger. In Sekundenschnelle kann ein Nutzer beispielsweise seine Kreditkarte sperren – und auch wieder entsperren (bisher konnten gesperrte Kreditkarten nicht „wiederbelebt“ werden).

Card Control bietet auch Vorteile für die Sparkassen: Durch die Reduzierung von Hotline-Calls und manueller Tätigkeiten im Backoffice sowie einen zu erwartenden Rückgang an Reklamationen könnten die Institute Kosteneinsparungen realisieren.

(Ehemals) Erfolgreichste Produktidee

Als Card Control im Februar 2020 in der Evidenzstelle – der digitalen Ideenplattform des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) – veröffentlicht wurde, avancierte es schnell zur bis dato erfolgreichsten Produktidee: 123 Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe fanden diese Idee spannend (vergleichbar mit einem Like bei Social Media) und 34 waren sogar bereit, das Projekt aktiv zu unterstützen, etwa durch ein Mitwirken in der Entwicklung, Liefern von Auswertungen oder bei der Vertestung des Piloten.

Infolge dieses Zuspruchs hat das Spayce-Team gemeinsam mit der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, die nach dem einwöchigen Design Sprint auch in der Inkubationsphase aktiv mitwirkte, erfolgreich um das DSGV-Unterstützungsbudget gepitcht. Aktuell läuft bereits die technische Umsetzung des Piloten, der voraussichtlich Anfang nächsten Jahres starten soll. Parallel dazu werden verschiedene Ansätze für die Skalierung in die SFG inklusive möglicher Einführungsszenarien erarbeitet und bewertet.

„Ehemals erfolgreichste Produktidee“ deshalb, weil eine Produktidee sogar noch größeren Zuspruch erhielt: der digitale Kassenzettel – ebenfalls ein im Spayce entstandenes Projekt. Und dem widmen wir uns im dritten und letzten Artikel dieser Reihe.

Sebastian Kunzelmann, S-Payment GmbH
– 11. November 2020