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Payment / SPAYCE 3
Digitaler Kassenzettel – Schluss mit Papierkram
Der letzte Artikel dieser dreiteiligen Reihe widmet sich der zweiten laufenden Initiative des Innovationslabors Spayce – dem digitalen Kassenzettel.

Das Problem: Kassenzettel aus Papier
Sie sind gesetzlich vorgeschrieben, aber viele Händler und Kunden halten sie für überflüssig: Kassenbons aus Thermopapier. Sie werden liegen gelassen, zerknüllt oder gleich in den Papierkorb geworfen. Aber wenn es zu einer Reklamation kommt, werden sie plötzlich wichtig. Wie kann man bei diesem Thema Kunden, Händlern und der Umwelt einen Mehrwert bieten – und welche Rolle kann die Sparkasse dabei übernehmen?

Genau hier setzt die Arbeitsgruppe Spayce an. Ihr Ziel ist es, in intensiver und interdisziplinärer Zusammenarbeit eine digitale Lösung für das Problem zu finden. Hierfür lud Spayce vom 28. bis 30. April dieses Jahres Mitarbeitende des Deutschen Sparkassenverlags, der LBBW, des Sparkassen-Finanzportals, der Payone und der Ostsächsischen Sparkasse Dresden zu einem „Discovery Bootcamp“, einem dreitägigen digitalen Workshop, ein. Erstmalig wurde ein Sprint komplett „remote“ durchgeführt. Ein Novum – auch für Spayce.

Gemeinsam analysierte die Projektgruppe die Relevanz der Thematik, identifizierte die Bedürfnisse der Händler und Kunden und entwickelte Ideen, wie eine digitale Kassenzettel-Lösung für die Sparkasse aussehen könnte. Das Team setzte dabei nicht nur auf die Expertise der Sparkassen-Finanzgruppe, sondern führte zusätzlich Interviews mit bekannten Händlern und Handelsketten. Außerdem gab es Gespräche mit mehreren Start-ups, die Vorschläge zur Ausgabe papierloser Kassenbons gemacht hatten – etwa den Versand als PDF-Datei an eine E-Mail-Adresse des Kunden, das Scannen eines Bar- oder QR-Codes sowie die Übertragung mittels NFC-Technologie.  


Die Lösung: Digitaler Kassenzettel
Das Ergebnis des Discovery Bootcamps war ein Produktkonzept, das Anklang bei der Jury fand und ein „Go“ zur weiteren Ausarbeitung bekam. Mit einer digitalen Lösung sollen Kassenbons zukünftig automatisiert in einer App (perspektivisch in einer App der Sparkassen-Finanzgruppe) erfasst werden können. 


Um möglichst schnell auf dem stark fragmentierten Markt Fuß fassen zu können und um zu prüfen, ob das Produkt Anklang bei den Kunden finden wird, soll rasch mit einem Prototyp gestartet werden. Das Projektteam betrachtet hierbei verschiedene technische Lösungen, mit denen ein Kassenzettel digitalisiert werden kann: Vom Abfotografieren und automatisierten Auslesen über das Abscannen eines QR-Codes bis hin zur Königslösung, in welcher der Kassenbon mit dem Bezahlverfahren verknüpft und direkt in einer App der Sparkassen-Finanzgruppe verwaltet werden kann. Mithilfe des mehrstufigen Vorgehens und der speziellen Arbeitsweise von Spayce kann der Prototyp innerhalb kürzester Zeit auf dem Markt getestet und Stück für Stück weiterentwickelt werden.


Schon bald der nächste Schritt
Ende April als Remote-Sprint gestartet, lief bis Mitte Oktober die lnkubationsphase – das Ausarbeiten und Weiterentwickeln der Idee – für eine digitale Kassenbon-Verwaltung. Mit dabei waren wieder die Kolleginnen und Kollegen der Sparkassen-Finanzgruppe. Es wurde in wöchentlichen Remote-Arbeitssessions ein Konzept entwickelt, das nicht nur Kunden, sondern auch die interviewten Händler überzeugt. Der nächste Schritt ist die Entwicklung einer Pilot-App, damit nicht nur die Idee eines digitalen Kassenzettels und dessen technische Umsetzung, sondern auch die Akzeptanz durch die Nutzer im Alltag auf Herz und Nieren überprüft werden kann.

Über Spayce  und dessen Projekt Card Control  haben wir in den beiden vorangegangenen Artikeln berichtet. 

Sebastian Kunzelmann, S-Payment GmbH
– 12. November 2020