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Zahlungsverkehr
So bleibt Bargeldversorgung bezahlbar
Wie der Sparkassenverband Rheinland-Pfalz und ein Verbundunternehmen Standards für Bargeldprozesse entwickeln und dabei die Betriebsstrategie der Zukunft umsetzen.

Bargeldloser Zahlungsverkehr gewinnt derzeit zwar dramatisch an Beliebtheit. Gleichwohl bleibt das Bargeld ein wichtiger Teil der finanziellen Grundversorgung – und für die Sparkassen ein nicht unerheblicher Kostenfaktor.

Wie lassen sich interne Abläufe im Bargeldverkehr effizient gestalten? Der Sparkassenverband Rheinland-Pfalz (SVRP) engagiert sich für seine Institute, um für Bargeldprozesse neue Standards nach der Betriebsstrategie der Zukunft (BdZ) zu entwickeln. Damit werden die individuellen und kostenintensiven Prozesse abgelöst.

Aktivitäten rund um die Bargeldversorgung der Geschäftsstellen binden viele Kapazitäten. Dabei ist häufig eine dezentrale Organisationsstruktur erkennbar. Eine Bündelung der Prozesse ist in der Regel nicht vorgesehen. Gerade in diesem Bereich werden viele Leistungen ausgelagert.

Schwierige Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Regulatorik

Das stellt die Sparkassen aber ebenfalls vor Herausforderungen. Denn gerade beim Bargeldverkehr geht es nicht nur um Wirtschaftlichkeit. Auch regulatorische Anforderungen und die Sicherheit müssen in eine Balance mit den tragbaren Kosten gebracht werden.

Mit der Betriebsstrategie der Zukunft (BdZ) haben Sparkassen ein Leitbild zur Standardisierung, Automatisierung, Industrialisierung und Re-Organisation ihrer Prozesse an die Hand bekommen. Zur Senkung des Verwaltungsaufwands helfen spezialisierte Dienstleister, die Prozesse nach Standards neu anzuordnen.

Die hohe Arbeitsteiligkeit dank Spezialisierung bringt Kostenvorteile und vor allem eine deutliche Steigerung der Geschwindigkeit bei der Anpassung der einzelnen Prozesse. Der SVRP hat stellt seinen Sparkassen beim Bargeldthema mit das Verbundunternehmen Proservice Dienstleistungsgesellschaft an die Seite. Der Verband agiert gegenüber Proservice als federführender Vertragspartner für seine Sparkassen.

Das Logistikkonzept von Sparkassenverband Rheinland-Pfalz und Proservice für Bargeld umfasst mehrere Stufen. Im letzten Schritt werden die neuen Prozessstandards in Filialen, SB-Geräten und der organisatorischen Dienstleistersteuerung implementiert.

Verband und Proservice entwickeln neue Standards

Proservice ist in der Sparkassen-Finanzgruppe Ansprechpartner im BdZ-Paket Bargeld. Zusammen mit drei Projektsparkassen haben SVRP und Proservice ein mehrstufiges Konzept zur Prozessstandardisierung im Bargeldbereich entwickelt.

In einer ersten Stufe können die Sparkassen einen Soll-Ist-Vergleich durchführen und erhalten eine Standortbestimmung. So kann jede Sparkasse im Verbandsgebiet ihre Prozesse individuell mit dem BdZ-Standard abgleichen lassen.

Der Vergleich zeigt die Größe des Optimierungspotenzials und wie der Standard zu erreichen wäre. Ziel ist es, alle SVRP-Institute über standardisierte Prozesse gleich aufzustellen und unter Berücksichtigung regulatorischer Anforderungen in ihrem Wirtschaftlichkeitsauftrag zu unterstützen.

Prüfung der Wertdienstleister verbessert Sicherheit

In einer weiteren Stufe wird auf Basis des Rahmenvertrags der sogenannte Procheck für alle SVRP-Sparkassen beauftragt. Bei diesem Check werden aller relevanten Kriterien für die substanzielle Bewertung der Logistikdienstleister geprüft. Beispielsweise finden eine Going-Concern-Analyse und eine Analyse der Versicherungsverträge statt.

Der Procheck der Wertdienstleister hat sich binnen kurzer Zeit bei den Sparkassen als Richtmaß zur Verbesserung der Sicherheit in der Bargeldlogistik durchgesetzt. Ein umfassender Bericht dokumentiert die Ergebnisse. Die zentrale Beauftragung über alle im Verbandsgebiet tätigen Wertdienstleister unterstützt die Dienstleistersteuerung in den Häusern.

In einer dritten Stufe werden die neu aufgestellten Prozessstandards in der Betreuung der Filialen, der SB-Geräte und der organisatorischen Dienstleistersteuerung implementiert, Proservice steht den Sparkassen auch nach Projektabschluss als Begleiter und Ratgeber zur Verfügung.

12. Oktober 2020