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| Hamburg Commercial Bank

Frühere HSH prüft zusätzlichen Stellenabbau

Eine Halbierung der Stellen bei der ehemaligen Landesbank war ohnehin schon beschlossene Sache. Wegen der Konjunktursorgen könnte das aber nicht reichen, sagt Vorstandschef Ermisch.

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Die aus der HSH Nordbank hervorgegangene Hamburg Commercial Bank (HCOB) steht möglicherweise vor einem zusätzlichen Stellenabbau: "Ich mache mir Sorgen um die deutsche Konjunktur", sagte Vorstandschef Stefan Ermisch vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW).

Als die ehemalige Landesbank die Halbierung der Stellen angekündigt habe, sei sie noch von Wirtschaftswachstum in Deutschland ausgegangen, jetzt befürchte sie eine Rezession. "Deshalb ist es aus meiner Sicht sehr logisch, dass wir uns intensiv damit auseinandersetzen, ob wir noch weitere Hausaufgaben zu erledigen haben", sagte Ermisch auf die Frage nach zusätzlichen Stellenstreichungen. Die HCOB hatte im Frühjahr den Abbau von fast der Hälfte der Jobs besiegelt. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten soll von 1716 Ende 2018 auf rund 950 bis 2022 sinken.

 
HCOB-Vorstandschef Stefan Ermisch will die wirtschaftlichen Ziele bis 2021 wie geplant erreichen. Dann soll die Bank ins Haftungssystem der Privatbanken wechseln. © dpa

Das Institut soll kleiner werden und seine Rendite auf über acht Prozent vor Steuern steigern. "Wir werden unsere Ziele erreichen", sagte Ermisch und bekräftigte die Prognose, wonach die Bank in diesem Jahr einen leichten Gewinn vor Steuern schreiben wird. Dabei profitiere das Geldhaus auch von den stark gesunkenen Refinanzierungskosten.

Ermisch: Ganz gutes Leben in der Nische

Die ehemalige Landesbank konzentriert sich nach der Privatisierung auf die gewerbliche Immobilienfinanzierung, Schiffskredite, Projektfinanzierungen und bestimmte Bereiche der Unternehmensfinanzierung. In diesen Nischen könne man im aktuellen Umfeld ganz gut leben, sagte Ermisch. Doch da die HCOB mit einer rund 18 Monate anhaltenden Wirtschaftsflaute in Deutschland rechnet, drosselt die Bank in den stärker konjunkturabhängigen Bereichen etwa bei Immobilien-Projektentwicklungen und Einzelhandelsimmobilien die Kreditvergabe.

2021 soll die ehemalige Landesbank von der Institutssicherung der öffentlich-rechtlichen Banken ins Haftungssystem der Privatbanken wechseln. Dafür muss die HCOB nach Angaben von Ermisch eine harte Kernkapitalquote von mehr als 16 Prozent und eine Rendite von acht Prozent vor Steuern ausweisen. Zudem dürfen keine großen Risiken in der Bilanz schlummern. Laut Ermisch will die Bank das sauber schaffen. rtr