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Chefvolkswirte - Standpunkt
Volkswirte warnen vor Inflationspotenzial
Die Staaten sollten sich auf eine Zeit möglicherweise steigender Zinsen in der zweiten Hälfte der 20er-Jahre vorbereiten und ihre Schuldenlast verringern, empfehlen die Volkswirte im Verbund. Die Mittel hierzu seien vielfältig.

Jeder Ankauf von Staatsanleihen durch die Notenbank erhöhe die Geldmenge, stellen die Volkwirte fest und erörtern die Ergebnisse ihres neuesten Standpunkts auch im Video.

Selbst wenn aus Anleihenkäufen nicht unmittelbar ein Anziehen der Inflationsraten folge, baue sich Inflationspotenzial auf, das nur sehr schwer einzufangen sei, wenn ein Teuerungsprozess stattfinde.

Noch seien die Inflationserwartungen zwar nicht entscheidend angestiegen. Sollte sich das aber in den kommenden Quartalen auch bei Konsumenten und Unternehmen feststellen lassen, müsse die EZB mit klarerer Kommunikation als bisher gegensteuern.

Zu hohen Inflationserwartungen sei so früh wie möglich entgegenzutreten, jede Verzögerung mache „ein späteres Gegensteuern für die Konjunktur umso teurer“.

Geldpolitik sollte Zinssprünge nach oben vermeiden

Die Fiskal- und Wirtschaftspolitik in der Pandemie müsse glaubwürdig sein, fordern die Volkswirte, also zugesagte Hilfen müssten auch fließen. Nach der erfolgreichen Stabilisierung der Wirtschaft seien die Programme jetzt in unterschiedlichen Geschwindigkeiten anzupassen.

Die Fiskalpolitik könne mit zu­nehmender Öffnung der Wirtschaft langsam heruntergefahren werden. Die Geldpolitik könne leichte Zinssteigerungen akzeptieren, müsse jedoch einen Zinssprung nach oben verhindern.

Die weiter gestiegenen Belastungen der europäischen Kreditwirtschaft durch die gestiegenen Geldmengen müssten gemildert werden. Es sei von zentraler Bedeutung, im April 2021 die Freistellungen von Negativzinsen zu erhöhen.

16. März 2021