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Digitaler Euro
Fintech-Rat kritisiert die EZB
Technologie-Experten fordern von der EZB, die Wirtschaft und ihre Verbände in die Pläne für einen digitalen Euro enger einzubeziehen.

Das Positionspapier des Fintech-Rats kritisiert, die Europäische Zentralbank tausche sich in der Frage einer digitalen Euro-Währung zu wenig aus. In dem Rat sind Dutzende Fachleute zusammengeschlossen, um das Finanzministerium und die Regierung zu beraten.

Beim digitalen Euro – der europäischen Währung auf Blockchain-Technologie – müssten Banken und andere Finanzorganisationen mehr eingespannt werden, fordern die Tech-Experten.

Beim programmierbaren Euro, bei dem Zahlungen etwa von Maschinen innerhalb von Lieferketten möglich werden, müssten die Industrie und der Handel als potenzielle Nutzer mitreden können. Sie seien bislang kaum eingebunden. „Letztlich entstehen durch den programmierbaren Euro dort gänzlich neue Geschäftsmodelle“, heißt es in dem Positionspapier.

Fintech-Rat: Banken- und Industrieverbände mit einbeziehen

Der Fintech-Rat forderte einen Runden Tisch mit allen Betroffenen. „Auch nationale Verbände, wie Bankenverbände und Industrieverbände, sollten hier vertreten sein.“ Es müsse so schnell wie möglich ein einheitlicher Rahmen geschaffen werden.

Hier sehen die Experten auch die EU-Kommission in der Pflicht. Sie müsse dringend aktiv werden, um EU-weite Standards festzulegen, etwa zum Umgang mit Kryptowährungen und deren Verwahrung. Sonst seien hier Spekulationsgeschäfte zwischen EU-Ländern zu erwarten. Es müsse ein Zeitplan für die EU aufgestellt werden.

China ist den Experten zufolge Europa, aber auch den USA, um zwei bis drei Jahre voraus. Dort werde bereits eine digitale Variante des Yuan getestet. In Europa seien die Zentralbanken dagegen noch in der Analyse- und Experimentierphase. (rtr)

23. Juli 2020