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Geno-Banken
Intensives Kundengeschäft
Die Genossenschaftliche Finanzgruppe legt ihren Jahresbericht vor. Der Provisionsüberschuss wuchs demnach um fast fünf Prozent auf 7,4 Milliarden Euro. Besonders das Fonds- und Wertpapiersparen habe sich erfreulich entwickelt, sagte BVR-Präsidentin Marija Kolak bei der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt.

Die Genossenschaftliche Finanzgruppe Volksbanken Raiffeisenbanken erwirtschaftete 2020 einen konsolidierten Gewinn vor Steuern von soliden 7,2 Milliarden Euro, nach 10,2 Milliarden Euro im Vorjahr, das durch hohe positive Bewertungseffekte geprägt war. Das teilte der BVR-Vorstand bei einer hybriden Pressekonferenz in der Frankfurter DZ Bank mit.

Im operativen Geschäft habe die Gruppe 2020 beim Provisionsüberschuss und Zinsüberschuss zulegen können bei gleichzeitiger leichter Kostensenkung. Belastungen aus der Coronapandemie ergeben sich aus einer präventiv um 1,5 Milliarden Euro erhöhten Risikovorsorge im Kreditgeschäft. Das bilanzielle Eigenkapital erhöhte sich um fünf Prozent auf 121,8 Milliarden Euro. Die konsolidierte Bilanzsumme wuchs um 6,6 Prozent auf 1.476 Milliarden Euro.

 

„In einem schwierigen Umfeld erfolgreich behauptet“, sagte zur konsolidierten Bilanz Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Die Genossenschaftliche Finanzgruppe habe sich „in einem schwierigen Umfeld des Corona-Geschäftsjahres erfolgreich behauptet“, sagte Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Der konsolidierte Jahresabschluss zeige, wie gut die Genossenschaftsbanken mit ihren zentralen Einheiten wie der DZ-Bank-Gruppe zusammenarbeiten.

Mit Blick auf die Bundestagswahl appellierte Kolak an die Politik, den Mittelstand zu stärken, denn das unternehmerische Handeln des Mittelstands sei entscheidend, um die Zukunftsaufgaben zu bewältigen. Die BVR-Präsidentin warnte vor einer Kultur des staatlichen Dirigismus, der Verbote und des generellen Misstrauens gegenüber der Wirtschaft.

Kolak: „Es ist an der Zeit für eine Wiederbelebung der Sozialen Marktwirtschaft. Dazu gehört auch ein leistungsfähiger Finanzstandort Deutschland. Wir werden eine künftige Bundesregierung auch daran messen, was sie für unsere mittelständischen Kunden umsetzt.“

Konsolidierter Abschluss zeigt Konstanz zum Vorjahr

Der nach IFRS erstellte konsolidierte Jahresabschluss stellt das Geschäftsjahr 2020 der 814 Volksbanken und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken und der weiteren genossenschaftlichen Spezialinstitute sowie der DZ Bank-Gruppe und der Münchener Hypothekenbank dar.

 

Der BVR-Gesamtvorstand mit (von links) Andreas Martin, Präsidentin Marija Kolak und Gerhard Hofmann.

Mit 18,4 Milliarden Euro lag der konsolidierte Zinsüberschuss absolut betrachtet leicht über dem Vorjahresniveau, was vor allem auf weiteres Wachstum im Segment Immobilien zurückzuführen ist. Um 4,9 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro steigerte die Gruppe den Provisionsüberschuss, der überwiegend von den Primärbanken eingebracht wurde. Im Anlagebereich entwickelte sich dabei besonders erfreulich das Fonds- und Wertpapiersparen. Auch der Zahlungsverkehr hat wiederum einen wesentlichen Beitrag geleistet.

Der Risikovorsorge wurden im Jahr 2020 2,3 Milliarden Euro zugeführt. Nach 0,8 Milliarden Euro im Vorjahr ist dieser Anstieg insbesondere auf die erwarteten wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zurückzuführen. Mit 1,5 Milliarden Euro basiert der größte Teil der Vorsorge auf einer modellbasierten Adjustierung von Ausfallwahrscheinlichkeiten aufgrund der erwarteten makroökonomischen Entwicklung.

Dank Risikovorsorge für das laufende Jahr gut gewappnet

Somit blieb das 2020 realisierte Risikovorsorgeergebnis mit 0,8 Milliarden Euro konstant zum Vorjahr. Bei aktueller Bewertung der Risikolage sei die Gruppe mit diesem Puffer für das Jahr 2021 gut gewappnet, so der BVR-Vorstand. Zudem sei von einem milderen Verlauf der Kreditausfälle, als noch zum Jahreswechsel angenommen, auszugehen.

Die Verwaltungsaufwendungen weisen durch konsequentes Kostenmanagement einen leichten Rückgang um 0,6 Prozent auf insgesamt 18,0 Milliarden Euro auf. Die Personalaufwendungen waren mit 10,1 Milliarden Euro nahezu exakt auf Vorjahresniveau.

 

Die Pressekonferenz zum konsolidierten Jahresabschluss der Genossenschaftlichen Finnazgruppe fand als hybrides Format digital und bei der DZ Bank in Frankfurt a.M. statt.

An tatsächlichen Ertragsteuern im Jahr 2020 seien 2,6 Milliarden Euro gezahlt worden. Dieser Betrag finde sich in vielen Kassen von Kommunen und Gemeinden wieder, wo das Geld sinnvollen Nutzen nach den pandemiebedingten Belastungen stiften könne. Der konsolidierte Jahresüberschuss nach Steuern belief sich auf gut fünf Milliarden Euro nach sieben Milliarden Euro im Vorjahr.

Ratingagenturen bewerten mit AA- und stabilem Ausblick

Das Kreditgeschäft wuchs um 5,4 Prozent auf 890,6 Milliarden Euro, insbesondere durch eine weiterhin robuste Kundennachfrage einschließlich der durchgeleiteten Corona-Hilfskredite. Auf der Passivseite kletterte das Volumen des Einlagengeschäfts um 6,5 Prozent auf 937,9 Milliarden Euro. Das sei eine stärkere Zunahme als die 4,5 Prozent im Jahr 2019 und ein Resultat des verstärkten Sparverhaltens der Kunden, so der BRV-Vorstand. Die konsolidierte Bilanzsumme 2020 wuchs um 6,6 Prozent auf 1.476 Milliarden Euro.

Das bilanzielle Eigenkapital erhöhte sich um fünf Prozent auf 121,8 Milliarden Euro. Die aufsichtsrechtliche Kernkapitalquote inklusive der HGB-Reserven nach Paragraf 340f konnte trotz Pandemie um 0,6 Prozent auf 16,1 Prozent gesteigert werden. Die Leverage-Ratio verbesserte sich ebenfalls um 0,6 Prozent auf 8,4 Prozent.

Auf dieser soliden Kapitalbasis beurteilen die Ratingagenturen Fitch und Standard & Poor’s (S&P) die genossenschaftliche Finanzgruppe als die am besten bewertete private Bankengruppe in Deutschland. Fitch hat zuletzt das AA- Rating bestätigt und den Ausblick auf stabil angehoben. S&P beurteilt die FinanzGruppe mit A+ und stabilem Ausblick.

(Foto oben: Torsten Silz)
– 13. Juli 2021