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Kryptowährungen
Regulierung für Facebook-Währung Libra geplant
Die führenden Industrienationen G7 wollen das Kryptogeld Libra des US-Konzerns Facebook nicht ohne ordnungsgemäße Regulierung an den Start gehen lassen. Die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe hatten bereits 2019 ihre Kritik an einer unregulierten Kryptowährung geäußert.

Die Chefökonomen der Sparkassen-Finanzgruppe hatten im November 2019 ihre bereits im Juni 2019 veröffentlichte Kritik an der geplanten Facebook-Währung Libra und anderen privaten Währungskonzepten bekräftigt und grundsätzliche Fragen an E-Geld-Projekte formuliert:

Wie soll der Währungskorb zusammengesetzt sein?

Warum soll das aktive Management beim Kauf von Staatsanleihen durch die Libra-Association besser sein als in bisherigen Währungsordnungen, in denen Staatsanleihenkäufe eher kritisch gesehen werden?

Wie und nach welchen Kriterien sollen die Incentives der Libra-Association an die Zwischengesellschaften und die Endkunden ausgestaltet sein?

Vorbehalte bei vielen Regierungen

Die nun geforderte Regulierung der G-7-Staaten geht aus einem Entwurf für das Treffen von Finanzministern und Währungshütern der Länder hervor. Zur G-7-Gruppe gehören die USA, Kanada, Japan, Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien. In dem Papier wird vor Risiken von nicht ausreichend regulierten Kryptowährungen gewarnt, da sie auch zu Zwecken der Geldwäsche und Terrorfinanzierung genutzt werden könnten.

Facebook hat mit seinen Plänen für ein eigenes Digitalgeld Regierungen, Aufseher und Zentralbanken weltweit auf den Plan gerufen. Im April stellte die für den Aufbau der Cyberdevise gegründete Libra Association in der Schweiz einen Antrag für die Bewilligung als Zahlungsmittel. Viele Regierungen haben aber Vorbehalte, Facebook mit einer digitalen Währung in den Finanzsektor vordringen zu lassen. Solche „Stablecoins“ genannten Cyberdevisen orientieren sich anders als etwa Bitcoin an einem Korb von Währungen und sind daher weniger schwankungsanfällig. Unter anderem Zahlungen über Ländergrenzen hinweg könnten mit ihnen schneller und günstiger werden. (rtr, DSZ)

13. Oktober 2020