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LBBW-Prognose
Abschied von Zinsen
Die US-Notenbank hat quasi Nullzinsen für eine unbegrenzte Zeit angekündigt. So zumindest lautet die Interpretation der LBBW-Experten, die den Strategieschwenk durch Fed-Chef Jerome Powell als „Game Changer“ bezeichnen.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von US-Aktien habe mit fast 23 ein Niveau erreicht, das an die Zeit des Dot-com-Blase erinnere, schreibt LBBW-Aktienstratege Uwe Streich. Gerade im Bereich der Technologieaktien seien hohe Bewertungsniveaus zu verzeichnen. Dennoch gebe es keinen Grund zur Panik.

Während Aktien verglichen mit Unternehmensanleihen in der damaligen Situation sehr teuer waren, sei nun das völlige Gegenteil der Fall, betont Streich. „Schließlich sind Aktien in relativer Betrachtung derzeit so attraktiv wie selten zuvor“, fügt er hinzu.

Zinsen war gestern

Langfristig niedrige oder gar negative Zinsen hätten für Sachwertanlagen wie Aktien, Gold und Immobilien eine unterstützende Wirkung. Diese Tendenz gelte nicht nur für die USA, sondern in ähnlicher Form auch für den Euroraum, sagt Streich.

„Zinsen waren gestern“, so Streich. Zinstragende Anlageformen dürften daher auf längere Zeit als „wirkliche“ Konkurrenz für Sachanlagen ausfallen. Temporäre Rücksetzer könne man nicht ausschließen, räumt der Analyst ein. Auf mittlere Sicht dürften Anleger mit zinstragenden Anlagen jedoch den Kürzeren ziehen.

8. September 2020