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US-Wirtschaftspolitik
Mehr Staat, mehr Steuern
Der Wahlausgang dürfte am protektionistischen US-Kurs nicht allzu viel ändern, erwarten die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe.

In der US-Handelspolitik zeichnet sich unabhängig vom Wahlausgang kein grundlegender Kurswechsel ab, so die Einschätzung der Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe in ihrem jüngsten Standpunkt.

"Beide Wahlprogramme zeigen protektionistische Züge. Bidens Außenhandelspolitik sollte jedoch berechenbarer sein“, sagt Prof. Carsten Wesselmann, Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln.

Biden verfüge über außenpolitische Erfahrung und wisse um die elementare Bedeutung des transatlantischen Bündnisses und guter Beziehungen zu asiatisch/pazifischen Staaten für die USA. Er dürfte nach Einschätzung von Wesselmann eher versuchen, konsensfähige Lösungen auch in Handelsfragen zu suchen.

Unterschiedliche Positionen, ähnliches Ergebnis

Insgesamt gesehen sind die wirtschaftspolitischen Positionen von Trump und Biden sehr unterschiedlich. Während Joe Biden stark auf staatliche Investitionen sowie einen Ausbau des in den USA eher rudimentären Sozialstaats setze und die Steuerreform Trumps teilweise zurückdrehen möchte, wollte der nun abgewählte Präsident Donald Trump seinem 2017 eingeleiteten wirtschaftspolitischen Kurs treu bleiben.

Am Ende könnten beide Politikansätze zu einer deutlich höheren staatlichen Verschuldung und damit zu Gefahren für die weltweite Finanzmarktstabilität führen.

Coronamanagement und öffentliche Verschuldung entscheidend

„Die weitere wirtschaftliche und politische Entwicklung der USA bleiben für die Finanzmärkte und die Stabilität in der Welt entscheidend. Zentral wird es dabei sein, nach der US-Wahl eine glaubwürdige Wirtschaftspolitik mit Maßnahmen zur Überwindung der Coronakrise zu kombinieren und die Tragfähigkeit der öffentlichen Verschuldung im Auge zu behalten“, so Reinhold Rickes, Leiter Volkswirtschaft beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV).

 

 

2. November 2020
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