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Deutscher Gründerpreis für Schüler
Patentblau macht Hände sauber
Ein ausgefeilter Businessplan und eine färbende Seife, die dafür sorgt, dass man sich gründlich die Hände wäscht, haben das Team „Hyclean“ von der Internatsschule Schloss Hansenberg auf den ersten Platz beim Deutschen Gründerpreis für Schüler katapultiert.

Krisen als Chancen zu ergreifen, erfordert viel Motivation. Viele der Teams des Deutschen Gründerpreises für Schülerinnen und Schüler haben die aktuelle Lage als Ausgangspunkt genutzt und sich in ihren fiktiven Start-ups mit coronabedingten Herausforderungen beschäftigt.

Einen besonders beeindruckenden Businessplan hat das Team „Hyclean“ von der Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim abgeliefert. Die Jugendlichen entwickelten ein Geschäftskonzept für eine färbende Seife, die dafür sorgt, dass man sich gründlich die Hände wäscht. Dafür wurden sie mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Betreut wurde das Team von der Nassauischen Sparkasse (Naspa) aus Wiesbaden.

Preisverleihung schon zum zweiten Mal digital

Aufgrund der Coronapandemie wurde die Preisverleihung, die normalerweise im Hamburger Verlagshaus Gruner+Jahr stattfindet, im zweiten Jahr in Folge digital ausgestrahlt. Durch das Programm führten die stellvertretende „Stern“-Chefredakteurin Stefanie Hellge und Radiomoderator Volker Groß. Der vom „Stern“, den Sparkassen, ZDF und Porsche initiierte Deutsche Gründerpreis für Schülerinnen und Schüler wird jährlich seit 1999 vergeben. 

Das Gewinnerteam konnte die Jury insbesondere mit seiner Markteintritts-Strategie begeistern. Die Schüler wollen mit ihrem Produkt „Hysoap“ zunächst Kitas und Grundschulen ansprechen. Die innovative Flüssigseife ist mit dem Farbstoff Patentblau versetzt. Er färbt die Hände beim Einseifen kurzzeitig blau. So lässt sich schnell und einfach erkennen, wo noch nachgeseift werden muss.

Nach 20 bis 30 Sekunden gründlicher Handwäsche verschwindet die Blaufärbung wieder. Der Farbeffekt zeigt nicht nur an, ob die Hände gründlich gesäubert werden. Die färbende Seife sorgt auch für Spaß beim Händewaschen und macht es dadurch leichter, sich an die Handhygiene zu halten.

Die Trophäen von Deutschlands größtem Existenzgründungs-Planspiel für Schüler.

Bundeswirtschaftsminister und Schirmherr Peter Altmaier zeigte sich von dem Teamgeist der Schülerinnen und Schüler sehr beeindruckt, der gerade in Zeiten von Homeschooling besonders hervorzuheben sei. Bundeswirtschaftsminister und Schirmherr Peter Altmaier: „In der derzeitigen Lage aktuelle Herausforderungen gemeinsam aktiv anzugehen, originelle und innovative Lösungen zu entwickeln, ist eine bemerkenswerte Leistung aller Schülerteams.“

Das Team Hyclean habe eindrucksvoll gezeigt, wie spielerisch eine perfekte Handhygiene für Kinder gelöst werden kann. „Gerade jetzt sollten wir den Gründergeist in Deutschland weiter stärken, junge Gründerinnen und Gründer unterstützen. Ich würde mich sehr freuen, wenn einige Ideen des Deutschen Gründerpreises für Schülerinnen und Schüler zu Unternehmensgründungen führen. Potenziale dafür sehe ich in jedem Fall“, so Altmaier.

Zweiter Platz für Mülltrennung mit KI

Dass Mülltrennung ganz einfach sein und sogar Spaß machen kann, beweist die Geschäftsidee vom zweitplatzierten Team „Separe“, ebenfalls aus Geisenheim. Ihr Produkt: ein intelligenter Mülleimer, der mittels KI den Müll automatisch trennt und den richtigen Einwurf mit einem akustischen Signal belohnt. So wird die kommunale Mülltrennung neu gedacht und einfaches Recycling ermöglicht.

Naspa belegt die ersten Plätze

Auch dieses Team ist von der Naspa betreut worden. „Die Teams von Schloss Hansenberg sind seit Jahren regelmäßig unter den Top Ten zu finden. Aber die ersten beiden Plätze in einem Wettbewerb mit 717 anderen Teams zu belegen ist noch mal ein besonderes Highlight. Wir sind sehr stolz darauf, Teil dieser Erfolgsgeschichte zu sein“, sagte Naspa-Spielbetreuerin Mona-Theres Wagner.

Und ihre Kollegin Julia-Marie Sternberg ergänzt: „Solche Projekte zu unterstützen gehört für mich zu unserem Job als Sparkasse. Die Verbindung mit Schloss Hansenberg ist über die Jahre gewachsen, und ich wirke gerne daran mit, sie weiter zu pflegen und voranzubringen.“

Den dritten Platz belegte das Team „BagOnTrack“ aus Sachsen. Die sechs Schüler vom Gymnasium Marienberg haben das System des klassischen Rucksacks neu konzipiert und innovativ gedacht. Sie entwickelten drei Ausgestaltungsformen für verschiedenste Situationen im Alltag, die eine individuelle Zusammenstellung und Anpassung des Rucksacks ermöglichen. Komponenten wie Fächer und verschiedene Gadgets können einzeln an die magnetische Rückenplatte angedockt werden.

Homeschooling und Gründerpreis sind gut kombinierbar

Die Spielrunde 2021 des DGPS fand nun schon im zweiten Jahr unter besonderen Bedingungen statt. Aufgrund von Homeschooling und Kontaktbeschränkungen konnten die Teilnehmer die Aufgaben nur virtuell bearbeiten. Viele der Geschäftsideen der Teams greifen Probleme der aktuellen Situation auf und bieten kreative Lösungen an.

Bundesweit nahmen rund 3050 Schüler und Schülerinnen in mehr als 715 Teams an der Spielrunde 2021 teil.

Torsten Overberg, Projektleiter des Deutschen Gründerpreises für Schülerinnen und Schüler, ist begeistert: „Wir können uns ein Beispiel an der Motivation der Jugendlichen nehmen – sie zeigen einmal mehr, dass die Themen Zusammenhalt und Teamwork besonders in dieser schwierigen Zeit essenziell sind. Die Teams haben bewiesen, dass auch in Krisensituationen gemeinsam erfolgreiche Ideen entstehen können.“

Bundesweit nahmen rund 3050 Schüler und Schülerinnen in mehr als 715 Teams an der Spielrunde 2021 teil. Sie erstellten von Januar bis Mai einen fiktiven Businessplan, inklusive Marketingstrategie und Finanzplanung. Die beiden ersten Plätze in diesem Jahr belegen Teams aus Hessen. Neben einem Team aus Thüringen sind in diesem Jahr jeweils zwei Teams aus Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bayern in den Top Ten platziert.

Hackathons und Workshops

Die Plätze eins bis fünf qualifizierten sich für die „Gründerpreis Experience“. In einem fünftägigen Hackathon entwickeln die Schüler gemeinsam mit den Gründern existierender Start-ups Lösungen für Herausforderungen von Morgen. Da das Event 2020 ausfallen musste, nehmen auch die fünf besten Teams der Spielrunde 2020 teil. Die Plätze sechs bis zehn erwartet ein spannender Workshop der DGPS-Partner – auch in Doppelbesetzung mit den Jahrgängen 2020 und 2021.

Mehr als 86.000 Jugendliche ab Klasse neun haben seit 1999 am Deutschen Gründerpreis für Schülerinnen und Schüler teilgenommen. Die Teams der allgemein- oder berufsbildenden Schulen verwandeln in dem internetbasierten Wettbewerb ihre Ideen in fiktive Unternehmenskonzepte inklusive Marketingstrategie.

Ausgezeichnet wird nicht die kreativste Idee, sondern der tragfähigste Businessplan. Deutschlands größtes Existenzgründungs-Planspiel für Schüler ist neben den Kategorien Start-up, Aufsteiger und Lebenswerk eine Kategorie des Deutschen Gründerpreises.

Die Teamporträts der Plätze eins bis zehn lesen Sie hier.

 

25. Juni 2021