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| Nachhaltigkeit - Marketing/mit Umfrage

Die "Geldverbesserer"

Eine neue Werbekampagne der BayernLB-Tochter DKB sorgt schon vor ihrem Start für Aufmerksamkeit.

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„Mit dem Geld auf dem Konto Gutes tun.“ Dieser Gedanke steht im Mittelpunkt der "Geldverbesserer"-Kampagne der Deutschen Kreditbank (DKB). Die in der Sparkassen-Finanzgruppe nicht unumstrittene Online-Tochter der BayernLB hat die Marketing-Idee mit der Agentur Jung von Matt entwickelt. Werbeformate laufen online, im Fernsehen und auf Plakaten in Großstädten.

Strategiegemäß will die DKB Nachhaltigkeit, Weltverbesserung und Geldvermehrung miteinander verbinden - ein ähnliches Konzept, wie es seit Jahren ökologisch-soziale Geldinstitute wie Umwelt Bank, Ethik Bank oder die genossenschaftliche GLS Bank verfolgen.

 
DKB-Vorstandschef Stefan Unterlandstaettner: "Klares Bekenntnis zu einer nachhaltigen Unternehmensführung und Produktgestaltung" © dpa

Das durch Referenzprojekte unterfütterte Produktversprechen auf den DKB-Webseiten: Kredite nur im Inland und für nachhaltige Projekte von Kommunen, Bürgerinitiativen, Energieversorgern, Bildungs-, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie aus Landwirtschaft und Mittelstand.

Die DKB wirbt beispielsweise damit, mehr als tausend Kindertagesstätten finanziert zu haben. Ein Online-Video zeigt eine Kinderschar als Resultat der hektischen Aktivitäten eines verliebten Paars. Für mehr Kitaplätze solle man „Jetzt #geldverbesserer werden“, schließt das Video.

 
Videosequenz aus dem DKB-Werbefilm. Was dieses Paar vorhat, ändert zwar nicht den Lauf der Welt, aber wer nachhaltige DKB-Fonds kauft, unterstützt wenigstens den Bau neuer Kindertagesstätten, suggeriert der Geldverbesserer-Spot. © Jung von Matt

Kein Geld gibt es laut DKB dagegen für die Branchen Atomkraft, Rüstung, Tabak, Glücksspiel und Pornografie. Am Kapitalmarkt investiere die DKB nicht in „spekulative Handelsgeschäfte“, in Leerverkäufe, Offshore- und Investmentbanking, Tax Evasion und Avoidance.

Medienecho: "Alles andere als Greenwashing"

Das Branchenblatt „Werben und Verkaufen“ befindet, das sei „alles andere als Greenwashing“. Die Bank versuche schon seit Jahren, nachhaltig zu wirtschaften und „sinnvolle Projekte“ mit Krediten zu unterstützen. Die DKB nenne sich selbst den „größten Kreditgeber für erneuerbare Energien in Deutschland“.

Das Blatt zitiert DKB-Vorstandschef Stefan Unterlandstaettner, die Geldverbesserer-Kampagne sei ein "klares Marken-Statement der DKB in Richtung Zukunft". DKB-Marketingchefin Jane de Vries habe geäußert, neben der eigenen Markenschärfung wolle die DKB „mehr Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit im Finanzmarkt schaffen und vermitteln, dass Banken zu globalen Klimazielen sowie den Sustanable Development Goals der Vereinten Nationen durch Finanzierungsprojekte maßgeblich beitragen können“.

Der Kampagnenstart fällt in eine Zeit, in der die Institute und Verbundorganisationen der Sparkassen-Finanzgruppe sich selbst zum Thema Nachhaltigkeit positionieren wollen. Zuletzt hatte DSGV-Präsident Helmut Schleweis an die Sparkassenvorstände appelliert, das Thema „durch die Chancenbrille“ zu betrachten: Sparkassen sollten ihren „ökologischen Fußabdruck“ vermessen und beispielsweise kritischen Kunden verstärkt nachhaltige Deka-Produkte anbieten. bec