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Kultur- und Sportförderung
Haltung zeigen und teilhaben lassen
Wie Kultur- und Sportförderung den Dialog der Sparkassen besonders in Krisenzeiten fördert und die regionalen Wurzeln der Institute stärkt.

Auf der Reeperbahn hat das hippe Kulturzentrum Nochtspeicher ein pandemiegerechtes Umfeld für den Hamburg Music Award Krach + Getöse geboten: Während der Gala-Show gab es die in der Hamburger Musikszene begehrten Preise nicht auf großer Bühne, sondern in farbenfroher Studioatmosphäre – ohne Publikum, dafür aber gefilmt und für alle Fans jederzeit abrufbar via Youtube.

Zu den Initiatoren und Sponsoren dieses in der Hansestadt viel beachteten Ereignisses zählt die Haspa Musik-Stiftung. Deren Geschäftsführerin Janna Prüßner spricht im Rückblick von einer beachtlichen Außenwirkung. Ihr Fazit: „Entsprechend hat es uns ein weiteres Mal gefreut, dass die Fördermittel hier ausgesprochen gut eingesetzt waren.“

Thema Musik stößt auf wachsende Resonanz

Die Hamburger Sparkasse ermittelt jährlich, welche Resonanz ihre Projekte in der Öffentlichkeit finden. Und das Thema Musik hat dabei in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugelegt.

„Je länger wir in der Stadt die Musikvielfalt unterstützen, umso bekannter werden wir“, sagt Prüßner. Das ist aus ihrer Sicht aber nur ein schöner Nebeneffekt: „Uns ist es auch wichtig, die einzelnen Förderprojekte in der Kommunikation hervorzuheben. Wir machen das mithin nicht zum Selbstzweck. Sondern wir wollen die Kultur in Hamburg fördern.“

Konzert im Hamburger Nochtspeicher. Hier fand jetzt ohne Publikum der von der Musikstiftung der Haspa gesponserte Award „Krach + Getöse“ statt, den die zahlreichen Fans auf Youtube erleben können. 

Gemeinwohlprojekte der Sparkassen summieren sich auf 432 Millionen Euro

Ob Musik, Kunst oder beispielsweise auch Sport: Alle Sparkassen unterstützen ausgesuchte Vorhaben – vornehmlich in ihrer Region. Allein im vergangenen Jahr summierten sich die gemeinwohlorientierten Projekte der Sparkassen-Finanzgruppe auf insgesamt 432 Millionen Euro.

Heike Kramer verweist als Leiterin der Abteilung für Gesellschaftliches Engagement und Veranstaltungsmanagement beim DSGV auf die Satzung der Institute: „Die Sparkassen haben den Auftrag, allen Menschen neben der wirtschaftlichen auch die soziale Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.“

Genau das sei der Kern der mehr als 200 Jahre alten Sparkassen-Idee, sagt sie und bemerkt mit Blick auf die aktuelle Lage: „Insbesondere jetzt – während der Coronakrise und bei deren Bewältigung – ist es nötig, diesen Sachverhalt immer wieder zu betonen.“

Die Haspa will 2021 wieder die Elbphilharmonie unterstützen und fördert im kommenden Juni dort den Familientag, wo die Hamburger eingeladen sind, ihr neues Wahrzeichen einmal von innen zu erleben. Dort finden dann familiengerechte Konzerte statt, und es können Instrumente ausprobiert werden.

Hamburger Elbphilharmonie. Hier soll im nächsten Jahr der Familientag laufen, an dem Konzerte stattfinden und Instrumente ausprobiert werden können.

„Ob das dann mit Blick auf Corona machbar ist oder nicht, müssen wir sehen“, sagt Geschäftsführerin Prüßner. Die Stiftung gehe immer davon aus, dass die Förderpartner alles unternehmen werden, um das Bestmögliche aus der jeweiligen Situation zu machen. „Und deshalb planen wir genau so weiter, wie wir das bisher gemacht haben“, folgert sie.   

Das gilt auch für das ebenfalls von Prüßner verantwortete Kunstsponsoring. Die Kunstsammlung der Großsparkasse wird in der Hamburger Kunsthalle, unweit vom Hauptbahnhof, verwaltet. Dort sind seit vergangenem September etwa 140 Exponate des Künstlers Max Beckmann in der „Haspa-Galerie“ unter dem Motto „weiblich-männlich“ zu sehen.

Normalerweise finden im Vorfeld solch einer Ausstellung sogenannte Previews statt, sagt Prüßner: „Dann laden beispielsweise die Private-Banking-Berater ihre Kunden ein, man trifft sich dort in überschaubarem Kreis, geht durch die Räumlichkeiten und genießt die Kunstwerke. Dabei entstehen unweigerlich Gespräche.“

Das seien gute Anlässe, die die Kunden sicherlich auch künftig gerne wahrnehmen würden, wenn das Leben in absehbarer Zeit wieder normal laufen dürfte.

Janna Prüßner, Geschäftsführerin der Haspa-Musikstiftung: „Je länger wir in der Stadt die Musikvielfalt unterstützen, umso bekannter werden wir.“ Beispielsweise fördert der Instrumentenfonds der Haspa alljährlich musisch besonders begabte Kinder und Jugendliche.

Sparkassencup der Region Dachau: 31 Fußballvereine nehmen teil

Wie wichtig Präsenz im regionalen Umfeld ist, weiß Sabrina Steinau, Abteilungsleiterin Marketing und Personal der Sparkasse Dachau. Das zeigt sich beispielsweise, wenn es um die schönste Nebensache der Welt geht. „Unser Sparkassencup ist ein Highlight im Veranstaltungskalender vieler Fußballer in der Region“, sagt sie. Immerhin 31 Vereine im Landkreis nehmen regelmäßig daran teil.

Es winken hohe Geldpreise. „Mitarbeiter der einzelnen Geschäftsstellen sind gern auch persönlich bei den Spielen anwesend und kommen so mit Zuschauern und Spielern ins Gespräch“, erzählt die Sparkassenbetriebswirtin.

Außerdem berichte die Presse wegen des hohen Interesses ausführlich von den Spielen. Das war auch in diesem Jahr so, bis das Finale im vergangenen Oktober wegen fehlender Corona-Testergebnisse einiger Spieler vorerst abgesagt werden musste.

Sponsoring mit Gegenleistungen

Ungeachtet solcher pandemiebedingten Vorfälle unterstützt die Sparkasse nahezu alle Sportvereine im Landkreis Dachau. Der Förderbetrag richtet sich dabei nach den Mitgliederzahlen.

Die Abteilungsleiterin ergänzt: „An das Sponsoring sind Gegenleistungen gekoppelt, und somit sind wir im Geschäftsgebiet breit aufgestellt, sei es mit Anzeigen in Programmheften, Erwähnungen in Grußworten, Bandenwerbung auf den Sportplätzen oder auch durch Präsenz bei geeigneten Veranstaltungen.“ Steinau folgert: „Die Wahrnehmung wie auch der Dialog sind somit gegeben.“ 

Steinau
Sabrina Steinau, Abteilungsleiterin Marketing und Personal der Sparkasse Dachau: „Unser Sparkassencup ist ein Highlight im Veranstaltungskalender vieler Fußballer in der Region.“

Die Sparkassen-Finanzgruppe sorgt immer wieder auch bundesweit mit ihrem Engagement für Aufsehen unter Interessierten. So fördert der Sparkassen-Kulturfonds des DSGV die Ausstellung „Yayoi Kusama. Eine Retrospektive“. Die Vielseitigkeit des weltweit beachteten Werks der gleichnamigen, japanischen Künstlerin soll vom kommenden März an für mehrere Monate im Berliner Gropius-Bau zu sehen sein.

Dieser Rückblick auf das frühe Schaffen dieses gefeierten Stars der zeitgenössischen Kunst ist ein beredtes Beispiel für die vielen Projekte mit überregionaler Bedeutung, die das Team um Heike Kramer unterstützt.

Fotografin vor einer Rauminstallation der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama in Berlin. Der Sparkassen-Kulturfonds des DSGV fördert im nächsten Jahr eine Yayoi-Kusama-Retrospektve im Berliner Gropius-Bau.

 

Kramer: Teilhabe an neuen Perspektiven

Aus Sicht der Leiterin des Kulturfonds sollen dadurch neue Perspektiven und Vorstellungswelten eröffnet werden. Sie sagt: „Es ist unser Ziel, möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen – überall in Deutschland.“

Mit Blick auf die Museumskooperationen der Sparkassen-Finanzgruppe ergänzt die promovierte Literaturwissenschaftlerin: „Nicht nur in den guten, sondern insbesondere in den schlechten Zeiten ist es wichtig, verlässlich an der Seite seiner Förderpartner zu stehen – so unser Selbstverständnis.“

Die DSGV-Abteilungsleiterin ist dabei – ganz nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ – von einem überzeugt: „Die Haltung, die durch solch nachhaltiges Engagement zum Ausdruck kommt, ist ein Treiber für die positive Wahrnehmung unserer Marke.“

Sie empfindet das gesellschaftliche Engagement der Sparkassen als systemrelevant: „Es ist wichtig, diese Verpflichtung als eigene Haltung immer und immer wieder zu bekräftigen – insbesondere in Zeiten der Krise, in der die Gefahr besteht, dass sich eine Gesellschaft zunehmend spaltet.“
 

Rudolf Kahlen
– 13. November 2020