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Kulturförderung
Musikwettbewerb trotzt Pandemie
Der 58. Jugend-musiziert-Bundeswettbewerb fand erstmals als Videostream statt.

Der 58. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, ein Projekt des Deutschen Musikrats, ist in den veranstaltenden Städten dieses Jahres, Bremen und Bremerhaven, erfolgreich zu Ende gegangen. 140 Jurorinnen und Juroren aus dem gesamten Bundesgebiet bewerteten im Mai unter Hygieneauflagen 1730 Videos.

Insgesamt reichten 2250 für den Bundeswettbewerb qualifizierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Solo- und Duo-Kategorien Beiträge ein. Es wurden 437 erste Preise, 652 zweite Preise und 599 dritte Preise vergeben. Darüber hinaus gibt es Sonderpreise im Gesamtwert von 180.000 Euro, darunter den Sparkassen-Sonderpreis für ein Familienensemble.

Die Teilnehmervideos bescherten viele private Einblicke, sagt Professor Ulrich Rademacher, Vorsitzender des Beirats der Gesamtjury: „Wir waren oft sehr privat zu Gast in Wohnzimmern, Kinderzimmern, Musikzimmern, Musikschulen, Hochschulen, Kirchen, Musikläden oder Gemeindesälen.“

Die Technik habe funktioniert, die Jury habe den vielen Handy-Aufnahmen der Teilnehmer geduldig zugehört: „Wir hörten sie wie historische Aufnahmen, die ja auch erst bei liebevoll abstrahierendem Hinhören ihren Zauber entfalten“, sagt Rademacher.

Präsenzveranstaltungen beim zweiten Teil des Wettbewerbs

Projektleiterin Ulrike Lehmann zeigt sich sehr glücklich über die Reichweite, die der Bundeswettbewerb 2021 letztendlich habe entfalten können. Der zweite Teil des Bundeswettbewerbs sei als Präsenzveranstaltung geplant: „Dann haben alle Interessierten die Möglichkeit, die Wertungsspiele der Schlagzeug-Ensembles und großen Besetzungen zu besuchen und die phantastischen musikalischen Leistungen live zu erleben“, so Lehmann.

 

Die Jugend-musiziert-Jury im Jahr 2021: Insgesamt nahmen 2250 Kinder und Jugendliche mit ihren häufig selbst fabrizierten Videobeiträgen daran teil. Der Jury boten sich beim Zuhören viele private Einblicke in Wohn-, Kinder- und Musikzimmer.

Hohe Zugriffszahlen bei fünf Stunden Sendezeit täglich

JumuTV streamte den Bundeswettbewerb 2021 mit täglich fünf Stunden Sendezeit. Auch Beiträge der Gastgeberstädte, Mitmach-Videos zu Musikergesundheit, Ergebnisbekanntgaben und Ausschnitte aus Wertungsspiel-Videos wurden gezeigt. Bereits am ersten Konzertabend wurde die Seite 2700 Mal aufgerufen, die Klickzahlen hielten sich über den gesamten Wettbewerbszeitraum.

Sonderpreise im Gesamtwert von 180.000 Euro werden vergeben, darunter der mit 5000 Euro dotierte Sonderpreis für Familienensembles der Sparkassen-Finanzgruppe, den die Brüdern Frederik und Henrik von Wrochem erhielten. Darüber hinaus gab es Jahresstipendien der Jürgen-Ponto-Stiftung, zudem wurde der von der Deutschen Stiftung Musikleben ausgelobte Eduard-Söring-Preis vergeben.

 

der mit 5000 Euro dotierte Sonderpreis für Familienensembles der Sparkassen-Finanzgruppe erhielten in diesem Jahr die Brüder Frederik und Henrik von Wrochem aus Aalen in Baden-Württemberg.

Einzigartig in Europa: Der Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“

In jährlich wechselnden Städten veranstaltet der Deutsche Musikrat seit 1964 den Bundeswettbewerb. Teilnehmer haben sich zuvor durch Regional- und Landeswettbewerbe in allen Bundesländern und an deutschen Schulen im europäischen Ausland qualifiziert.

Neben dem musikalischen Wettbewerb gehe es um die Begegnung musikbegeisterter Jugendlicher, teilt der Musikrat mit. In den 58 Jahren seines Bestehens haben mehr als eine dreiviertel Million Kinder und Jugendliche am Wettbewerb teilgenommen.

Der Deutsche Musikrat, die Landesmusikräte, öffentliche Musikschulen, Vereine und Privatpersonen sichern die organisatorische Durchführung. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als Hauptförderer, Länder und Gemeinden, zahlreiche weitere private sowie öffentliche Geldgeber stellen die notwendigen Finanzmittel zur Verfügung. Die Sparkassen-Finanzgruppe unterstützt den Wettbewerb seit Jahrzehnten auf allen Ebenen als Hauptsponsor.

Der Deutsche Musikrat (DMR) als Veranstalter engagiert sich für die Interessen von 15 Millionen Musizierenden in Deutschland und ist weltweit der größte nationale Dachverband der Musikkultur. Er repräsentiert etwa 100 Organisationen und Dachverbände des professionellen Musiklebens und des Amateurmusizierens sowie die 16 Landesmusikräte.

Sparkassen fördern den Wettbewerb seit mehr als 50 Jahren

Die Sparkassen-Finanzgruppe unterstützt den europaweit größten Wettbewerb der klassischen Musik von Beginn an und auf allen drei Ebenen. Seit mehr als 50 Jahren ist diese Förderung ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Engagements der Sparkassen. Der Wettbewerb verbindet Breiten- und Spitzenförderung. Ziel des Förderengagements ist es, junge Talente auf ihrem Weg zum Erfolg zu unterstützen.

Die Förderung ist Teil des gesellschaftlichen Engagements der Sparkassen-Finanzgruppe, das 2020 einen Gesamtumfang von 363 Millionen Euro hatte. Mit rund 109 Millionen Euro entfiel der größte Anteil auf Kunst und Kultur. Die Sparkassen-Finanzgruppe ist damit der größte nicht-staatliche Kulturförderer Deutschlands.

Christoph Becker
– 2. Juni 2021