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Mitarbeiter-App / Interview
Ein Plus für die Pupille
Seit Mai 2020 informiert die Sparkasse Zollernalb per Mitarbeiter-App nach dem Konzept „SparkassenZeitung Plus“. Pressesprecher Ralf Hirmer über die neue schnelle „Pupille online“.

Herr Hirmer, die neue Mitarbeiter-App der Sparkasse Zollernalb startete in der Coronakrise…
Ralf Hirmer: …und damit gerade rechtzeitig. Denn mitten in der Hochphase der Pandemie musste auch die Neustrukturierung unseres Hauses kommuniziert werden. Dank der neuen App konnten wir die Mitarbeiter trotz Homeoffice, während des angeordneten Überstundenabbaus und selbst im Urlaub erreichen.

Schnelligkeit ist bestimmt nicht der einzige Grund für eine Mitarbeiter-App.  
Natürlich ist ein gedrucktes Mitarbeitermagazin aufwendiger und teurer als ein digitales. Wir hingen zwar sehr an unserer „Pupille“ im Printformat, die es seit 1976 gab, haben den Druck aber 2019 eingestellt. Denn wir sehen in der App vor allem Chancen: Digital können wir schneller und aktueller informieren und mehr Themen platzieren. Zudem geht der Trend einfach zur Nutzung von Smartphones und Tablets, quer durch alle Altersstufen. Und nicht zuletzt müssen wir im Team effizient arbeiten, um alle Aufgaben erfüllen zu können.

Der Arbeitsalltag ist wohl ziemlich durchgetaktet…
Wir verantworten in unserer Kommunikationsabteilung den gesamten Außenauftritt: von der Pressearbeit über die klassische Produkt- und Imagewerbung, das Personalmarketing, Spenden und Sponsoring, den Jugendmarkt, die Internet-Filiale 6.0 und die sozialen Medien. Darüber hinaus betreuen wir alle Events und bringen Themen wie Nachhaltigkeit auch strategisch voran. In den Arbeitsbereich interne Kommunikation können wir maximal zehn Prozent unserer Zeit einbringen.

Besprechung des Redaktionsplans: Ralf Hirmer, Leiter Kommunikation/Werbung, DH-Student Philipp Wißmann und Chris Orendi, Referent Kommunikation (von links).

Das Motto muss also lauten: „Keep it simple“.
Und zwar nicht nur für den Redakteur, sondern auch für den Leser. Meine Erfahrung zeigt: Die allermeisten Mitarbeiter wollen Texte mit Nutzwert lesen, haben aber schlichtweg keine Zeit, nach Informationen zu suchen. Deshalb war es uns wichtig, diese an einer Stelle zu bündeln.

Skizzieren Sie die Ausgangssituation vor Einführung der Mitarbeiter-App.
Wir waren 2015 das erste Haus, das den Sparkassen-Blog des Sparkassen-Finanzportals für die interne Kommunikation genutzt hat. Fast täglich haben wir News in diesen Blog eingestellt, den die Belegschaft am Arbeitsplatz und am mobilen Endgerät lesen konnte. Doch die Zugriffszahlen ließen zu wünschen übrig. Außerdem haben wir für die Mitarbeiter das digitale Abo der Sparkassen-Zeitung abgeschlossen. In einem Workshop hatte sich nämlich gezeigt, dass die Leute über den Tellerrand schauen und mehr zu überregionalen Themen erfahren wollten. Inzwischen hat unser Haus zudem die Plattform ICM als Intranet eingeführt.

Und jetzt?
Das Konzept „SparkassenZeitung Plus“ der DSV-Gruppe ermöglicht uns demnächst, die Intranetseite ICM per RSS-Feed mit Fotos aus der Mitarbeiter-App „Pupille online“ zu beleben. Das ist ganz wichtig, denn Menschen sprechen nun mal auf optische Reize an. Klickt der Mitarbeiter dann auf ein Bild des RSS-Feeds, landet er in der App. Dort findet er unsere internen Pupille-Texte zusammen mit den aktuellen Berichten aus der SparkassenZeitung. Mithilfe des Tools „Emma“ versenden wir außerdem Newsletter, deren Teaser ebenfalls auf die Mitarbeiter-App verlinken.

Das hört sich an, als ob man den Mitarbeiter zur App erst hinführen müsse.
Alle haben so viel um die Ohren, dass keine Zeit bleibt, um sich vorzunehmen: „Oh, heut schau ich mir mal den Online-Auftritt der Pupille an.“ Wer das glaubt – oder etwa darauf vertraut, dass Mitarbeiter von sich aus Texte in Blogs oder Wikis einstellen –, der liegt meines Erachtens falsch. Versenden wir aber einen Newsletter, schnellen die Seitenaufrufe in die Höhe.

Die Mitarbeiter-App auf dem Tablet.

Wie messen Sie das?
Zum Konzept „SparkassenZeitung Plus“ gehört ein Analyse-Tool. Auf einem sogenannten Dash-Board kann ich datenschutzkonform und anonymisiert Seitenaufrufe, Verweildauer und Absprungraten verfolgen. Bester Text derzeit: „Gesamtüberblick zur Neustruktur“ mit 453 Lesern und 17 Minuten Verweildauer im Schnitt. Am meisten wird mittwochs und freitags in der Mittagspause gelesen, aber auch am Wochenende wird die App genutzt. Stark konsumiert werden Texte, die den Informationsdurst stillen, und Texte, die Nutzwert haben. Und der Klassiker: Wenn Kollegen in Fotos zu sehen sind – das geht immer.

Das klingt nach einer guten Mischung.
Informieren, Erklären, Entscheidungen transparent machen, Unterhalten: die klassische Vielfalt der internen Kommunikation eben. Zur Neustrukturierung unseres Hauses haben wir knackig kurze Steckbriefe formuliert über das, was sich für die Mitarbeiter konkret ändert, dazu gab es Video-Statements der Führungskräfte. Aktuell erläutern wir die Hintergründe zur Mitarbeiterbefragung in Sachen „Digitale Mindeststandards“. Wir zeigen die neuen Azubis, mit einem Link zum Azubi-Blog. Es gibt Nachberichte zu unseren „Wissensbissen“, das sind Vorträge von Kollegen in der Mittagspause. In den „Sparkassen-News“ bin ich selbst zu sehen, da spreche ich – ein bisschen wie in der Tagesschau – Nachrichten ein, die 100 Sekunden lang sind. Und auch der Humor darf nicht zu kurz kommen: Beim Umzug der Büros haben wir den Aufruf gestartet: „Wer findet das älteste Lebensmittel?“

Wie viele Mitarbeiter nutzen die neue App bereits?
Von insgesamt 650 Mitarbeitern und rund 70 Azubis haben sich aktuell 530 Leute die App heruntergeladen und sind für die neue Pupille registriert. Dazu kommen noch die Pensionäre, die die App auch nutzen dürfen. Letzteres ist übrigens eine echte Erleichterung für uns. Aus dem alten Blog mussten wir die Texte umständlich als PDF versenden.

Würden Sie anderen Häusern das ­Angebot SparkassenZeitung Plus ­empfehlen?
Auf jeden Fall! Es ist einfach, Texte und Bilder einzustellen. Die ICM wird aufgewertet. Ich kann Infos schnell veröffentlichen und das Leseverhalten analysieren. Ich freue mich außerdem auf ein Tool zur Abstimmung und Meinungsfindung, das kommen wird. Wir ersparen uns die Print-Produktion, auf der anderen Seite sind die Kosten für die App übersichtlich. Etwas Eigenes zu programmieren, kam für uns nicht infrage – wir fahren die Linie, zentrale Angebote zu nutzen.

Gut eingebettet

Die SparkassenZeitung ist das zentrale und bundesweite interne Medium der Sparkassen-Finanzgruppe. Das neue Konzept „SparkassenZeitung Plus“ bietet Sparkassen nun die Chance, das Portal sparkassenzeitung.de um ihre institutsinterne Kommunikation zu erweitern – im Web und per App. Das Konzept ist in enger Ab­stimmung mit der Sparkasse Zollernalb, der Stadtsparkasse Düsseldorf und der Nassaui­schen Sparkasse entwickelt worden.

Zehn Häuser nutzen diese Möglichkeit bereits. Sie bedienen sich für ihre Mitarbeiter-Apps mit Namen wie „Klammer“ (Kreissparkasse Reutlingen), „Esprit“ (Sparkasse Neuwied) oder die „Augschburg News“ (Kreissparkasse Augsburg) des Redaktionssystems und der Infrastruktur von sparkassenzeitung.de. Und betten ihre Artikel in den Newsstream der nationalen Inhalte ein, wobei sie etwa die Sortierung der Texte auf der Startseite beeinflussen können. Die Mitarbeiter erkennen auf der Plattform aufgrund von Design und Struktur, welche Inhalte lokal und welche national sind. Eine kosten- und zeitaufwendige eigene Programmierung entfällt. Mehr Information gibt es hier.

Kontakt: Kunden-Service-Center des Deutschen Sparkassenverlags, Telefon: 0711 782-1414, E-Mail: kundenservice@dsv-gruppe.de

Silvia Besner
– 7. Dezember 2020