Zurück
Pflegeinnovationspreis
Vorbildliche Projekte sichtbar machen
Das Projekt „Awo Karlsruhe – Gut versorgt daheim im Quartier Rintheimer Feld“ ist Gewinner des „Deutschen Pflegeinnovationspreises der Sparkassen-Finanzgruppe 2021“.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde am 13. Oktober im Rahmen des „Deutschen Pflegetags“ in Berlin verliehen.

„Mit unserem Pflegeinnovationspreis fördern wir seit langem Projekte, die den Herzenswunsch älterer Menschen ermöglichen, auch bei zunehmendem Hilfebedarf zuhause zu leben“, erklärt Katharina Jessel, Vorstandsmitglied der Union Krankenversicherung – UKV. „Unser Preisträger 2021 schafft die Voraussetzungen dafür in hervorragender Weise und sorgt für ein überaus lebendiges Miteinander im Quartier. Das ist eine eindrucksvolle Leistung.“

Ganzheitliche Haltung

Die Entscheidung für den Gewinner sei insbesondere für die ganzheitliche Haltung erfolgt, so Jessel weiter. „Mit umfassenden Angeboten gelingt es, neben pflegebedürftigen Senioren Jüngere, Gesunde, Schwerbehinderte und Menschen in verschiedenen Lebenssituationen anzusprechen.“ Beeindruckend seien auch das durchgängig innovative Denken und das partizipative Handeln, das die Bürgerinnen und Bürger immer an Bord holt. „Besonders freue ich mich darüber, dass ‚Gut versorgt daheim im Quartier Rintheimer Feld‘ das Potenzial der Digitalisierung früh erkannt hat und heute vielfältig einsetzt, etwa um demenzkranke Bewohner zu unterstützen.“

Quartiersentwicklung und Digitalisierung

Auch Clarissa Simon, Prokuristin und Geschäftsbereichsleitung „Gesundheit und Pflege der Awo Karlsruhe gemeinnützige GmbH“, freut sich über den Erfolg. „Die Awo Karlsruhe erkannte schon früh die Bedeutung der Themen Quartiersentwicklung und Digitalisierung und sieht diese Bereiche als wichtige strategische Managementaufgabe, jetzt und in der Zukunft“, sagt sie anlässlich der Preisverleihung.

Die Gewinner mit Laudator Professor Reuter und Katharina Jessel auf der Bühne. Von links: Prof. Ulrich Reuter, Präsident Sparkassenverband Bayern, Jana Lohse, Clarissa Simon und Nicole Meyer, Awo Karlsruhe, sowie Katharina Jessel, Vorstandsmitglied Union Krankenversicherung.

„Wir sind sehr stolz darauf, dass wir für den Pflegeinnovationspreis der Sparkassen Finanzgruppe ausgewählt wurden und bedanken uns sehr herzlich für diese tolle Auszeichnung“, so Simon weiter. „Dieser Preis ist das Verdienst aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Quartiersprojekts Rintheimer Feld und ich bedanke mich an dieser Stelle bei dem ganzen Team für ihr großes Engagement, ihre stets vorwärtsgewandte Arbeit und die innovative Weiterentwicklung unserer Angebote zum Wohle unserer Kundinnen und Kunden.“

Erfolg machte den Gewinner

 „Awo Karlsruhe - Gut versorgt daheim im Quartier Rintheimer Feld“ ist ein gut ausgebautes Projekt in einer Hochhaussiedlung in Karlsruhe. Rund 3000 Einwohner leben im Rintheimer Feld. Überdurchschnittlich oft leben sie allein und sind älter. Das Leben im Stadtteil ist vielfältig. Hier leben unter anderem Personen mit Migrationsgeschichte und mit unterschiedlichem sozialen und ökonomischem Hintergrund. Projektträger sind die lokale Wohnungsbaugesellschaft Volkswohnung und die Awo Karlsruhe gemeinnützige GmbH. Sie riefen das Projekt bereits 2012 ins Leben und arbeiten seitdem eng zusammen.

Herzstück des Projekts ist ein ambulanter Servicestützpunkt. Vom Erdgeschoss eines Hochhauses aus koordinieren Mitarbeitende der Awo Hilfen und Betreuungsangebote und pflegen die Bürger im Rintheimer Feld rund um die Uhr. In der Einrichtung mit angeschlossenem, ehrenamtlich betriebenen Wohncafé sind die Mitarbeiter für Fragen der Nachbarn da. Im darüberliegenden Geschoss stehen fünf barrierefreie Pflegewohnungen zur Verfügung, die stark nachgefragt werden.

Offenes Konzept

Die Angebote an die Quartiersbewohner decken ein breites Spektrum an Unterstützungsbedarf ab: Es reicht von Pflege, Betreuung und Beratung rund ums Alter über hauswirtschaftliche Hilfen, ehrenamtliche Unterstützung, Sozialarbeit und Freizeitangebote bis zur Eingliederungshilfe für behinderte Bewohner und zu barrierefreiem Wohnen.

Aufgrund der Offenheit des Konzepts und der hohen Motivation der zahlreichen eingebundenen lokalen Akteure werden immer wieder neue Ideen zu konkreten Maßnahmen entwickelt und neue Projekte gestartet, etwa zu innovativer Pflege und hierarchiearmen Personalkonzepten.

Im Teilprojekt „DiDem – Digitale Demenzhilfe“ wurde ein umfassendes Spektrum an digitaler Unterstützung für verschiedene Zielgruppen im Quartier entwickelt. Die Maßnahmen reichen von Beratung zu Video-Telefonie bis zum Hardware-Verleih an sozial Benachteiligte. Die Hilfen wirken sozialer Isolation und Überlastung in der Pflege entgegen. Auch zur Beschäftigung demenzkranker Bewohner und zur Vermittlung ehrenamtlicher Helfer werden digitale Tools genutzt.

Pflege in vertrauter Umgebung ermöglichen

Durch den „Deutschen Pflegeinnovationspreis der Sparkassen-Finanzgruppe“, den die Union Krankenversicherung gemeinsam mit der Sparkassen-Finanzgruppe jedes Jahr verleiht, sollen vorbildhafte Projekte der Pflege bundesweit sichtbar gemacht und so zur Nachahmung empfohlen werden. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird im Rahmen des „Deutschen Pflegepreises“ verliehen.

Von links: Katharina Jessel, Vorstandsmitglied Union Krankenversicherung, Prof. Ulrich Reuter, Präsident Sparkassenverband Bayern, Clarissa Simon, Jana Lohse und Nicole Meyer, Awo Karlsruhe, Bianca Richardt, Bereichsleiterin Stiftung der Berliner Sparkassen, und Stefan Weller, Hauptabteilungsleiter Marketing Solution & Placement, Konzern Versicherungskammer.

Die Ausschreibung 2021 war dem Thema „Quartierspflege im digitalen Wandel“ gewidmet. Dabei ging es um Projekte, die sich um Pflege in vertrauter Umgebung bemühen und dabei digitale Lösungen in ihre Arbeit einbeziehen.

14. Oktober 2021