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Podcasts
Reinhören ist angesagt
Jeden Tag produziert die Sparkassen-Finanzgruppe neue Informationen für Mitarbeiter, Kunden und die breite Öffentlichkeit – und immer öfter werden dabei Podcasts genutzt. Es geht um Geld, Digitales und persönliche Geschichten.

„Über Geld redet man nicht“, heißt eine Redensart. Doch gerade junge Menschen interessiert: Wie komme ich mit wenig Geld durch den Alltag? Wie organisiere ich überhaupt meine Finanzen? Und wer hilft mir bei der Studienfinanzierung? Im Podcast „KopfGeld“ tauschen sich junge Berliner, Finanzprofis und Insider über Finanzthemen und Geldgeschichten aus. Seit Februar 2020 ist der neue Podcast für Studenten und Berufseinsteiger auf Spotify, Deezer, Apple Podcasts, Google Podcasts sowie Youtube verfügbar. In der aktuellen dritten Episode ging es um das Thema „Wohnen in Berlin“. Zu den Hörern zählen Beschäftigte und Kunden der Berliner Sparkasse.

Holger Zacher und Juliane Schmidt sind die Macher hinter dem Format und mit dem Feedback sehr zufrieden. „Der Podcast ergänzt wunderbar unsere Content-Marketing-Strategie für die junge Zielgruppe, die bereits aus vielen Ratgeber- und Videoinhalten besteht“, sagt Zacher. „Ein wesentlicher Vorteil für die Berliner Sparkasse ist, dass wir mit einem Podcast eine persönliche Beziehung zu den jungen Hörern aufbauen und vertiefen können. Die Stimmen und die individuellen Geschichten wirken persönlicher als ein gelesener Text, schaffen Nähe und transportieren Emotionen“, sagt Schmidt.

 „Präsentiert von Sparkasse“

Susann Hochstein, verantwortlich für das Content-Marketing im Newsroom der Sparkassen-Finanzgruppe, sieht das ähnlich. „Wir als Sparkassen sollten über Geld sprechen“, sagt sie. „Wir müssen aber als Unternehmen dabei nicht im Vordergrund stehen.“ Das Podcast-Format des Newsrooms heißt „Reden ist Geld“. Zu Beginn jeder Folge wird einem prominenten Gast ins Portemonnaie geschaut. Daraus ergeben sich dann die Geschichten – etwa von Lotto King Karl, der als Sohn eines Bankangestellten zur Kiezgröße wurde, oder vom Kaufhauserpresser Dagobert. Die Moderatorin Collien Ulmen-Fernandez kaufte sich ihre erste Wohnung mit 19 Jahren – den Grundstock dafür verdiente sie als Kindermodel für die Berliner Sparkasse.

„Wir leihen uns die Prominenz der Menschen und präsentieren echte Typen“, sagt Hochstein. „Die Mischung aus Unterhaltung und Bildung ist zeitgemäß und damit echt Sparkasse.“ Moderiert wird „Reden ist Geld“ von Nina Sonnenberg. Entstanden war die Idee zunächst als Ausgründung aus laufenden Kampagnen; inzwischen ist das Format eigenständig erfolgreich.

Alle Podcasts der Gruppe werden mit viel Einsatz gestaltet, doch nur die wenigsten aus privater Initiative. Den meisten Formaten geht es um kontinuierliche Marktbearbeitung und die dazu nötige interne Information.

Zukunft zum Reinhören

Doch Podcasts etablieren sich auch in der internen Kommunikation. Florian Schleicher hat als Abteilungsleiter Öffentlichkeitsarbeit und interne Kommunikation der Finanz Informatik in der Coronazeit den schnellsten Weg gesucht, alle Mitarbeiter nicht nur remote zu informieren, sondern auch emotional anzusprechen. „Recht hemdsärmelig zeichnen wir dazu Videochats auf, in denen Führungskräfte und Mitarbeiter berichten und auch Fragen von Kollegen beantworten“, sagt er. Mehrere Tausend Abrufe pro Folge belegen das weiterhin hohe Interesse, vor allem solang viele Teams im Homeoffice sind.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sparkassen und Verbände sollen verstehen können, wo wir damit hinwollen“, sagt Julia Karlstetter vom DSGV-Projekt „Digitale Agenda 2.0“.

Auch Julia Karlstetter und das DSGV-Team der „Digitalen Agenda 2.0“ setzen bewusst auf Erklärstücke zum Mithören. „Unser Projekt umfasst eine große Zahl an Vorhaben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sparkassen und Verbände sollen verstehen können, wo wir damit hinwollen“, sagt sie. In 18 Folgen werden die 18 Leitsätze zur ‚digitalen Sparkasse der Zukunft‘ vorgestellt. Gesprächspartner sind dann zum Beispiel Sparkassenvorstände, die aus dem eigenen Haus berichten, wo sie mit dem digitalen Wandel stehen. „Über Agilität zum Beispiel lässt sich besser reden als schreiben“, erläutert Karlstetter. Die erste Folge läuft in Kürze.

Digitales im Plauderton

Bei Robin Nehring von der Stadtsparkasse Düsseldorf und Patrick Fritz vom DSGV ist es schlicht die Leidenschaft für „das Banking von morgen“.

„Wir nehmen remote auf, weil wir beide und auch die Gäste an unterschiedlichen Standorten sitzen“, erklärt Robin Nehring von der Stadtsparkasse Düsseldorf, Co-Host des Podcasts „Plaudertaschen".

Ihr persönliches Interesse an digitalen Lebenswelten und ihren ständigen professionellen Austausch setzten beide in eigener Regie in den Podcast „Plaudertaschen“ um. „Wir nehmen remote auf, weil wir beide und auch die Gäste an unterschiedlichen Standorten sitzen“, erklärt Nehring. „Alles ohne Abstimmungsschleifen und zu 100 Prozent ‚self made‘ – darauf sind wir stolz. An meine eigene Stimme werde ich mich aber wohl nie gewöhnen.“

„Unser Podcast läuft seit Anfang 2020 regelmäßig alle zwei Wochen und erreicht etwa 2000 Hörer pro Folge vor allem aus der Sparkassen-Finanzgruppe“, berichtet Patrick Fritz vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband.

„Plaudertaschen läuft seit Anfang 2020 regelmäßig alle zwei Wochen und erreicht etwa 2000 Hörer pro Folge vor allem aus der Sparkassen-Finanzgruppe“, berichtet Patrick Fritz. Als Gäste sind neben Start-up-Gründern auch Vorstandsvorsitzende oder Fachexperten dabei. Den durch Corona verstärkten Trend der „Mindfulness“, also der Achtsamkeit, setzten die Plaudertaschen als Live-Meditation um. Deutlich fachlicher waren hingegen ihr Kommentar zur Fintech-Studie von Ernst & Young in Kooperation mit dem S-Hub oder der Ausblick auf das New Normal mit Karin-Brigitte Göbel, Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Düsseldorf.

Alle Podcasts der Gruppe werden mit viel Einsatz gestaltet, doch nur die wenigsten aus privater Initiative. Den meisten Formaten geht es um kontinuierliche Marktbearbeitung und die dazu nötige interne Information. Bei der Finanz Informatik gibt es dafür ein gemischtes Format, bei der Deka zwei unterschiedliche.

Intern und extern Präsenz zeigen

Der Podcast „Alles digital?!“ entstand im September 2019, um mit kurzen Beiträgen die Themen und Referenten der Veranstaltung „FI-Connect“ vorzustellen. Die Idee kam intern wie extern gut an, „denn Podcasts kann man eben gut auch nebenbei hören: auf dem Weg zur Arbeit, im Auto oder auch in der Bahn“, berichtet Claudia Palermo, Fachberaterin im Vertrieb der FI in Münster.

„Podcasts kann man eben gut auch nebenbei hören: auf dem Weg zur Arbeit, im Auto oder auch in der Bahn“, sagt Claudia Palermo, Fachberaterin im Vertrieb der FI in Münster.

„Alles digital?!“ bietet vor allem Experteninterviews. Bekannte Gäste wie der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar erläutern ein wichtiges Thema der zunehmenden Digitalisierung, zum Beispiel künstliche Intelligenz (KI) und die Auswirkungen auf die Finanzbranche. Mitarbeiter aus Sparkassen oder der FI ergänzen dann, welche Entwicklungen es in der Sparkassen-Finanzgruppe dazu schon gibt. „Wir bieten mit unserem frei zugänglichen Format ganz bewusst eine große Themenvielfalt an, die man auch auf unseren Foren so finden kann“, sagt Claudia Palermo. Die nächste Folge von „Alles digital?!“ zum Beispiel widmet sich dem möglichen Nutzen von Computerspielen.

Ihr Kollege Oskar Schwittay aus dem Marketing der FI bestätigt: „Die eine Hälfte der Hörer liebt umfassende, übergreifende Themen wie KI, die andere will dagegen mehr darüber wissen, welche Innovationen es in der Sparkassenwelt gibt.“ Deshalb kommen immer auch Mitarbeiter der Sparkassen-Finanzgruppe zu Wort, wenn es um Change-Prozesse und ‚New Work‘ oder das Gutscheinportal #helfengemeinsamdadurch im S-Hub geht. Diese Transparenz kommt an. „Ein Hörer aus einer Sparkasse schrieb, dass ihn ein solches Angebot von der FI überrascht habe“, sagt Schwittay. „Also liegen wir richtig.“

„Die eine Hälfte der Hörer liebt umfassende, übergreifende Themen wie KI, die andere will dagegen mehr darüber wissen, welche Innovationen es in der Sparkassenwelt gibt“, sagt Oskar Schwittay aus dem Marketing der FI.

Mehr wissen über Wertpapiere

Die Deka ist zunächst mit einem internen B2B-Format für Wertpapierberater in den Sparkassen gestartet, das nun um einen Webcast und ab Spätsommer auch um einen Endkunden-Podcast erweitert werden soll. Anlass waren die Marktverwerfungen in der Coronazeit und die zahlreichen Fragen von Sparkassenberaterinnen und -beratern dazu. 

Das „B2B-Corona-Podcast-Update“ läuft seit 17 Wochen jeden Montag und stattet mehrere Tausend Berater der Sparkassen mit aktuellen Markteinschätzungen aus. „Wir sind quasi ohne Technik, ohne Themenplan und halb aus dem Homeoffice gestartet“, berichtet Christian Schaaf, Leiter Content-Marketing und Vertriebskommunikation. „Ins Drehbuch kam, was tagesaktuell wichtig war – etwa der Verschuldungsstand der EU oder die staatlichen Soforthilfen.“ Dabei ergänzt der Podcast die zusätzlichen Deka-Corona-Telefonkonferenzen, bei denen im Wochentakt mehrere Tausend Zuhörer dabei waren.  

„Es lag nahe, diese guten Erfahrungen zu verlängern“, sagt Lothar Weissenberger, der die Abteilung Marketing und Digitale Medien der Deka leitet und möglichst viele Kanäle integriert bedienen möchte. Die Corona-Content-Seite auf Deka.de war ein erster Schritt; mit dem geplanten Kunden-Podcast will das Wertpapierhaus der Sparkassen zusätzlich Profil gewinnen. „Mit Ulrich Kater und der Journalistin Katrin Bauerfeind haben wir eine super Paarung, um makroökonomisches Wissen auch für normale Anleger verständlich rüberzubringen.“

„Mit Ulrich Kater und der Journalistin Katrin Bauerfeind haben wir eine super Paarung, um makroökonomisches Wissen auch für normale Anleger verständlich rüberzubringen“, sagt Lothar Weissenberger, Leiter der Abteilung Marketing und Digitale Medien der Deka.

Einbinden oder selber machen

Wenn die Pilotsendungen mit diesen beiden Protagonisten gut laufen, werden Sparkassen den Wertpapier-Podcast auch für ihren eigenen Web-Auftritt abonnieren können, überlegt man bei der Deka. „Unser Ziel ist es immer, unserer Formate tief in die Kanäle der Sparkassen integrieren“, so Weissenberger. „Das ist übrigens auch ausdrücklicher Wunsch der Sparkassen an ihr zentrales Wertpapierhaus. Damit könnten viele Sparkassen ihr digitales Angebot um ein Audio-Format ergänzen, das  stetig aktualisiert und automatisiert ausgespielt wird.“

Eigene Wertpapier-Podcasts haben bislang nur wenige große Sparkassen – etwa die Hamburger mit „Moin Haspa“. Dort laufen wöchentliche Updates zu Kapitalmarktthemen. Jeden Monat produziert das Team „Industrie und Mittelstand“ um Abteilungsleiter Torsten Zimmer zudem ein Unternehmerporträt.

Ein bisschen Aufwand ist so ein eigener Podcast aber eben doch. „Plaudertaschen“ nutzt dafür Online-Tools. „Reden ist Geld“ produziert mit Detector FM und Podcast FM. „Wir geben ihnen redaktionelle Freiheit, stimmen uns aber über die Gäste inhaltlich ab“, sagt Susann Hochstein. Die Berliner Sparkasse hat sich für die redaktionelle und technische Umsetzung von „KopfGeld“ die Agentur Audio4Future an Bord geholt. An den nächsten Folgen sollen dann auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendfiliale mitarbeiten, die gerade entsteht.

Möglichst gut erreichbar sein

Für Sparkassen, die selbst einen Podcast planen, haben alle gemeinsam einen Tipp: Es lohnt, in gute Mikrophone zu investieren und Tonspuren separat aufzunehmen. „Wir archivieren diese Audiofassungen und stellen fest, dass sie auch in den Tagen nach der Sendung noch gut genutzt werden“, berichtet Christian Schaaf.

„Wir archivieren diese Audiofassungen und stellen fest, dass sie auch in den Tagen nach der Sendung noch gut genutzt werden“, berichtet Christian Schaaf, Leiter Content-Marketing und Vertriebskommunikation bei der Deka.
 

Für die Vermarktung nutzen die Macher der Kunden-Podcasts zum Beispiel die Streaming-Dienste von Spotify, Apple, Google und Deezer. Die großen Plattformen sind aber noch keine Gewähr für hohe Klickzahlen. „Mitarbeiter der Sparkassen-Finanzgruppe erreicht man am besten über Youtube“, berichtet Patrick Fritz. „Andere Wege sind den meisten zumindest auf den Dienstgeräten verschlossen.“

Solche Grenzen wollen alle Podcasts der Gruppe überwinden. Deshalb setzen sie auf persönliche Botschaften, wichtige Fachthemen und unterschiedlichste Kommunikationswege. Mal hören, was noch kommt.

Eine Liste mit den Podcasts der Sparkassen-Finanzgruppe finden Sie im angehängten PDF.

Anke Bunz
– 29. Juli 2020