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Sorgenstudie
Die Ängste der Sparkassenkunden
Die Sparkassenkunden haben ein wieder wachsendes Vertrauen ins Finanzsystem. Dies gelte insbesondere mit Blick auf Kunden anderer Finanzinstitute, resümiert der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) als Ergebnis einer IMK-Studie.

Der Sonder-Report des Instituts für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK) zeige die Entwicklung der Einstellungen, Sorgen und Ängste über die vergangenen drei Monat im Vergleich zu Kunden anderer Wettbewerber auf, heißt es seitens des Verbands. Mit der Rückkehr des Vertrauens geht einher, dass der Anteil der sich Sorgenden tendenziell sinke. Auch Inflationsängste beziehungsweise die Sorgen um eine mögliche Geldentwertung seien insgesamt rückläufig, so das Ergebnis der repräsentativen Umfrage.

Im Vergleich der Altersgruppen zeigen sich Unterschiede, lautet ein weiteres Fazit. Die 60- bis 75-jährigen Sparkassenkunden sorgten sich insbesondere im Juli stark (46 Prozent) um eine mögliche Geldentwertung. Die Angst vor einem Kollaps des Finanzsystems ist unter Sparkassenkunden insbesondere in der mittleren Altersgruppe (30 bis 44 Jahre) weiterhin hoch (36 Prozent).

Sorgen zu Bargeldabschaffung und steigenden Kreditzinsen sinken

Der Anteil derjenigen, die eine Bargeldabschaffung befürchten beziehungsweise sich deshalb sorgen, sei gleichbleibend, so der DSGV. Von Mai bis Juli habe sich aber bei den jüngeren Kunden (18 bis 29 Jahre) eine Entspannung gezeigt, nur 22 Prozent und damit zehn Prozentpunkte weniger als im Juni nannten dies im Juli noch als eine Sorge. In den anderen Altersgruppen lag dieser Wert zwischen 27 und 36 Prozent.

In der jüngsten Altersgruppe der Sparkassenkunden ist auch die Sorge vor steigenden Kreditzinsen am geringsten (21 Prozent). Diese nutzen Kredite aber andererseits am wenigsten. In der mittleren Altersgruppe liegt der Wert dagegen am höchsten (34 Prozent), was aber im Vergleich zum Vormonat (42 Prozent) schon deutlich geringer ausfällt.

Ähnlich wie bei den Ängsten vor steigenden Kreditzinsen steht es bei den Ängsten um die Bedienbarkeit von Kreditraten. Unter Sparkassenkunden ist das mittlere Alterssegment (30 bis 44 Jahre) am meisten besorgt, aber im Juli (21 Prozent) schon weniger als noch im Juni (25 Prozent). Ältere Kunden (60 bis 75 Jahre) zeigen sich hier permanent gänzlich weniger besorgt (acht bis zehn Prozent).

Die Sicherheit der Ersparnisse oder Einlagen betrachten insbesondere die Kunden im Alter 45+ bereits seit Juni wieder entspannter, berichtet der Verband. Weiterhin besorgt zeigt sich hier ein Drittel der 30- bis 44-Jährigen, im Alter darunter ein Viertel.

Mehr Sorgen bei Kunden der Wettbewerber

Das „Angst-Niveau“ der Kunden bei Wettbewerbern schien bei allen verglichenen Finanzaspekten grundsätzlich höher zu sein, schreibt der Verband in seiner Analyse weiter. Während es Sparkassen gelinge, diesen Kundenängsten insbesondere im Vergleich des Julis zum Vormonat Juni gut zu begegnen. Der Anteil der Besorgten sinke, dagegen steigen die Sorgen der Kunden von Banken etwa bei Bargeldabschaffung, Kreditzinsen oder der Bedienbarkeit von Krediten an. Eine Ausnahme sei die ebenfalls rückläufige Entwicklung der Sorgenniveaus bei Kunden der Commerzbank.

Kunden kommen wieder in die Sparkassenfiliale

Mit der weitgehenden Wiedereröffnung der Geschäftsstellen klärt im Juli gut ein Drittel der Sparkassenkunden Anliegen wieder persönlich vor Ort. 35 Prozent nutzen hierfür digitale Kanäle. Alterstechnisch nutzen primär Kunden im Alter 45+ den persönlichen Kontakt, aber auch die Jüngeren kehren gegenüber Mai (13 Prozent) im Juli (31 Prozent) wieder in die Geschäftsstellen zurück.
 
Betrachtet nach Altersgruppen und nach Anliegen zeige sich, dass die Bedeutung der Geschäftsstellen mit dem Alter zunimmt und dies nach wie vor auch vom Komplexitätsgrad des Produkts abhänge. Klar ist aber, dass sich Bankkunden wünschen, mehr Anliegen digital erledigen zu können und auch mehr Orientierung stiftende Unterstützung der Hausbank erhalten.

 

14. August 2020