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| Filialschließungen

Wenig Kritik, viel Verständnis

Vor fünf Wochen hat die Naspa Einschnitte in ihr Filialnetz angekündigt. Warum Kunden, Medien und Ortsbürgermeister überwiegend verständnisvoll reagierten.

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"Letztlich hat es niemanden wirklich überrascht, dass auch wir Geschäftsstellen schließen", sagt Naspa-Pressesprecherin Daniela Gramlich. "Die Zwänge, unter denen die Branche leidet, sind ja bekannt." Auch andere Kredithäuser in der Region hatten im Spätsommer verkündet, ihr Filialnetz straffen zu wollen - oder, im Fall der benachbarten Taunussparkasse, künftig Filialen gemeinsam mit dem Wettbewerber Frankfurter Volksbank zu betreiben.

Bis Jahresende will die Naspa 15 Filialen schließen und zehn weitere kleine Filialen in SB-Standorte umwandeln. Darüber hinaus werden neun bisherige SB-Standorte aufgegeben. Gleichzeitig modernisiert die Naspa weiter ihr Filialnetz. Neue Filialen eröffnet sie in Niedernhausen und Hattersheim. "Es gab schon auch kritische Resonanz zu den Schließungen", sagt Gramlich, "aber die Mehrheit zeigte Verständnis."

Das habe auch mit der guten kommunikativen Vorbereitung zu tun - Pressesprecherin Gramlich spricht von einer "ausgeklügelten Kommunikationskaskade". Nachdem der Verwaltungsrat die Pläne gebilligt hatte, wurden die Mitarbeiter informiert. "Dazu gab es auch ein Video unseres zuständigen Vorstands, das in der internen App zu sehen war", so die Naspa-Sprecherin. Das Video habe sich ganz explizit auch an die Kollegen gerichtet, die in den betroffenen Geschäftsstellen arbeiten. "Kündigungen wird es übrigens keine geben - im Gegenteil, wir brauchen im Vertrieb jede Kraft!", unterstreicht sie.

Gleichzeitig wurden Presse und Ortsbürgermeister informiert. In einer Pressemitteilung wurden die Gründe für die Schließungen offen benannt:

⇒ Durch die Nutzung der Digitalkanäle gehe die Nutzung von Filialen branchenweit zurück

⇒ Dieser Trend habe in den letzten Jahren zu einem Rückgang der Filialen von Banken und Sparkassen um 20 Prozent geführt

⇒ Diese jahrelange Entwicklung vollziehe die Naspa jetzt nach

⇒ Und schließlich müsse auch im Niedrigzinsumfeld die Wirtschaftlichkeit des Filialnetzes gewährleistet bleiben.

Die Medien interessierten sich insbesondere für die Ankündigung der Naspa, an den betroffenen Standorten künftig eine mobile Kundenbetreuung zu bieten. Vorstandsmitglied Michael Baumann sprach von "speziellen, maßgeschneiderten Angeboten". So sollen mobile Berater beispielsweise Bargeld bringen oder zur Beratung ins Haus kommen - auch außerhalb der Geschäftszeiten. Der neue Service soll zum Dezember starten. Baumann unterstrich: "Wir bleiben der Region und unseren Kundinnen und Kunden vor Ort treu."