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Aufsicht
Blick in die Medien 27. Juli 2020
Wie mehrere Medien heute berichten, sollen Unternehmen wie Wirecard künftig der EU-Bankenaufsicht unterliegen.

Wirecard: EU will Konsequenzen ziehen

Wie das „Handelsblatt“ schreibt, erwägt die Brüsseler Behörde, Unternehmen wie Wirecard künftig der EU-Bankenaufsicht zu unterwerfen und die Regeln für Wirtschaftsprüfer zu verschärfen. Sollten von Nicht-Banken, die Finanzdienstleistungen anbieten, ähnliche Risiken für die Finanzmarktstabilität ausgehen wie von Banken, dann müssen sie auch denselben Regeln und derselben Aufsicht unterliegen wie Banken, sagt der Vizepräsident der EU-Kommission Valdis Dombrovskis im Interview. Das Beispiel Wirecard habe gezeigt, wie stark in diesem Geschäft die Wertschöpfungsketten über Ländergrenzen hinweg zersplittert und welche Probleme damit verbunden seien, sagte der Hauptgeschäftsführer des privaten Bankenverbands, Christian Ossig. Mit ihrem Vorstoß geht die EU-Kommission über die Pläne von Bundesfinanzminister Olaf Scholz hinaus, der einen Reformplan zur Stärkung der Finanzaufsicht vorgelegt hatte (wir berichteten).

Finanzmarktregulierung wird nachjustiert

Die EU-Kommission will die Erholung der Wirtschaft mit zahlreichen Nachjustierungen in der Finanzmarktregulierung unterstützen, wie die „Börsenzeitung“ am Wochenende berichtete. Geplant sind Erleichterungen beim Verbriefungsrahmen, den Prospektregeln und der Mifid-Richtlinie. Lob kam unter anderem aus dem EU-Parlament und von der Deutschen Kreditwirtschaft: Die vorgeschlagenen Änderungen seien „kundenfreundlich und vereinfachen die durch Mifid II übermäßig komplex gewordenen Abläufe im Wertpapiergeschäft“.

Weidmann kritisiert Coronahilfen

Bundesbankchef Jens Weidmann kritisiert die EU-Beschlüsse zum Corona-Wiederaufbau: Gegenüber der Funke Mediengruppe sagte er, die Gemeinschaftsverschuldung für umfangreiche Transfers sei bedenklich. Das Paket sollte außerdem „nicht als Sprungbrett für eine groß angelegte EU-Verschuldung zur regulären Haushaltsfinanzierung dienen“. Weidmann fordert Kontrollen über die sinnvolle Verwendung der Gelder und sprach sich für eine zeitliche Begrenzung der Transfers aus.

27. Juli 2020