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BIP-Talfahrt
Blick in die Medien 31. Juli 2020
Medien berichten über die Wirtschaftseinbrüche in den USA und Deutschland und über die Halbjahreszahlen des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe. Die Finanzbranche ist laut Studienbericht wieder besserer Laune, eine Aufsichtsreform sei aber notwendig.

Wirtschaft mit Rekordeinbruch

In Deutschland und den USA bricht die Wirtschaft zweistellig ein, berichtet das „Handelsblatt“. Die deutsche Wirtschaft ist um 10,1 Prozent geschrumpft, erholt sich seit Mai aber wieder. Der Ifo-Index ist zum dritten Mal in Folge gestiegen. Das DIW erwartet für das dritte Quartal ein Wachstum von drei Prozent.

Die Commerzbank belasse ihre Prognose für das gesamte Jahr bei minus 5,5 Prozent, schreibt das Blatt. Die Erwartungen des Wirtschaftsministeriums seien mit minus 6,3 Prozent pessimistischer. Vor allem die Furcht vor einer zweiten Coronawelle trübt die Hoffnung auf eine zügige Erholung. Über den Wirtschaftseinbruch in den USA berichtet die SparkassenZeitung.

Kreditgeschäft in Westfalen boomt

Der Liquiditätsbedarf der Firmenkunden schlage sich deutlich in den Zahlen der westfälischen Sparkassen nieder, berichten „Börsen-Zeitung“ und SparkassenZeitung. Die Institute haben im ersten Halbjahr mit 6,45 Milliarden Euro etwa 28 Prozent mehr Kredite als im Vorjahreszeitraum zugesagt. Weiterhin wurden 321 Millionen Euro an Tilgungsleistungen ausgesetzt.

Die Präsidentin des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe, Professorin Liane Buchholz, forderte laut Bericht von Unternehmen, mehr Eigenkapitalinstrumente in den Blick zu nehmen. Unternehmen müssten ihre Investitionsfähigkeit sichern: „Dafür können Eigenkapitalinstrumente, die die Förderbanken anbieten, der bessere Weg sein“, sagte Buchholz laut „Börsen-Zeitung“.

Banker wünschen Aufsichtsreform

Die Laune in Deutschlands Finanzinstituten steige wieder, schreiben „Börsen-Zeitung“ und „Handelsblatt“. Laut CFS-Index helle sich die Stimmung der Branche wieder auf. Finanzentscheider seien sich einig über eine notwendige Reform der Aufsicht wegen des Wirecard-Falls. CFS-Geschäftsführer Brühl plädiere für eine Erweiterung der Kompetenzen und Ressourcen der Aufsicht, warne aber vor Schnellschüssen bei einer Umgestaltung.

Die FDP-Politikerin Hessel habe derweil den Rücktritt von Bafin-Chef Felix Hufeld gefordert. Die Opposition sehe nach der Befragung von Finanzminister Olaf Scholz weiteren Aufklärungsbedarf. Ein Untersuchungsausschuss werde damit wahrscheinlicher. FDP, die Grünen und die Linke wollen im August nach einem weiteren Fragenkatalog an das Bundesfinanzministerium darüber entscheiden.

Ex-LBBW-Chef Favorit für Chefaufseher-Posten bei Commerzbank

Seit fast einem Monat versuche die Commerzbank, ihr „Führungschaos“ zu beenden, schreibt das „Handelsblatt“. Laut Insidern könnte das an diesem Freitag gelingen. Wie das Blatt und die Nachrichtenagentur Bloomberg berichten, soll der frühere LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter Favorit für den Posten des Commerzbank-Aufsichtsratschefs sein. Der Nominierungsausschuss könnte Vetter bei seiner Sitzung am Freitag für den Posten vorschlagen. Eine Commerzbank-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab.

31. Juli 2020