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BVR-Jahreszahlen
Kolak fordert klare Haltung gegen EDIS
BVR-Präsidentin Marija Kolak präsentiert Geschäftszahlen der Genossenschaftsbanken und warnt die Bundesregierung vor einer europäischen Vergemeinschaftung von Haftungsrisiken.

Genossenschaftsbanken seien in der Coronakrise ein Stabilitätsanker, sagte Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Risiko, Ertrag und Eigenkapital der Bankengruppe seien seit Jahren im guten Gleichgewicht.

Kritisch bewertete Kolak das Festhalten der EU-Kommission und der portugiesischen Ratspräsidentschaft an einer europäischen Einlagensicherung (EDIS). Statt der Umverteilung von Risiken müsse gerade angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten in der Pandemie der Risikoabbau in den Bankbilanzen im Mittelpunkt stehen.

Kolak: „Eine Vergemeinschaftung der Haftung für bestehende Risiken erhöht systemische Gefahren innerhalb der Bankenunion. Die Bundesregierung sollte daher eine klare Haltung gegen EDIS einnehmen, da die Voraussetzungen für einen solch weitreichenden Schritt nicht vorhanden sind.“

 

„Eine Vergemeinschaftung der Haftung für bestehende Risiken erhöht systemische Gefahren innerhalb der Bankenunion“, sagt Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Kolak: Mittelstand braucht evidenzbasierte Öffnungsstrategie

Die 814 deutschen Genossenschaftsbanken haben sich im Geschäftsjahr 2020 in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich behauptet, teilte die BVR-Präsidentin mit.

Die ausgereichten Kredite wuchsen um 6,2 Prozent, die Einlagen erhöhten sich um 7,6 Prozent. Der vorläufige Jahresüberschuss erreichte 2,1 Milliarden Euro. Ihre Eigenkapitalausstattung stärkten die Genossenschaftsbanken um 4,1 Prozent.

Als regional verankerte Banken teilten die Genossenschaftsbanken die Sorgen der mittelständischen Firmenkundschaft: "Die vom Lockdown am stärksten betroffenen Branchen werden die aufgelaufenen Umsatzverluste wohl in diesem Jahr nicht mehr ausgleichen können", sagte BVR-Präsidentin Kolak. Die mittelständischen Unternehmen brauchten „eine verlässliche und evidenzbasierte Öffnungsstrategie, mit der die Wirtschaft rasch wieder hochfahren kann.“  

16. März 2021