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Corona-Kreditrisiken
Blick in die Medien 30. Juli 2020
Die Pandemie erfordert höhere Risikovorsorge. Bei den Sparkassen in Baden-Württemberg werde mit einer Verdreifachung der Kreditrisikovorsorge gerechnet, berichten „Handelsblatt“ und „Börsen-Zeitung“.

Südwest-Sparkassen verdreifachen Vorsorge

Die Institute in Baden-Württemberg wappnen sich mit 382 Millionen für Kreditausfälle im laufenden Jahr. Darüber berichten unter anderem „Handelsblatt“ und „Börsen-Zeitung“ sowie die SparkassenZeitung. SVWB-Präsident Peter Schneider erwartet, dass die Coronakrise deutlich höheres Krisenpotenzial als die Finanzkrise 2008 habe. In der im Juni verkündeten Übernahme eines Geschäftsfelds der BayernLB durch die LBBW sehe der Verband ein vielversprechenderes Modell in der Neuorientierung der Landesbanken als in Fusionen. Zum Thema Helaba-Deka-Fusion sagte Schneider, mit einer Entscheidung sei nicht vor 2022 zur rechnen. Derweil äußerte sich auch DSGV-Präsident Helmut Schleweis gegenüber Bloomberg zum Thema einer Fusion: „Aktuell ist die Pause-Taste gedrückt.“ Dies werde solang der Fall bleiben, „wie die Coronakrise und die zusätzlichen Anforderungen unserer Kunden unsere besondere Aufmerksamkeit brauchen“.

Verbraucherschützer legen nach

Der vzbv und die Verbraucherzentrale Bayern haben beim Bayerischen Obersten Landesgericht eine Musterfeststellungsklage gegen die Sparkasse Nürnberg eingereicht, wie sie am Mittwochmorgen bekannt gaben; sie wollen gerichtlich prüfen lassen, ob die Kündigungen bestimmter Prämiensparverträge rechtens sind. Die Sparkasse Nürnberg hatte vor einem Jahr etwa 21.000 Prämiensparverträge gekündigt; VZ-Experte Straub sagte: „Wir gehen davon aus, dass die Sparkasse Nürnberg bestimmte Prämiensparverträge nicht ordentlich kündigen darf.“ Die Sparkasse Nürnberg sagte, der Klage sehe sie gelassen entgegen; zu den gekündigten Verträgen wollte sie sich nicht äußern. (HB)

Untersuchungsausschuss rückt näher

Nach dem Auftritt von Bundesfinanzminister Olaf Scholz in der Sondersitzung des Finanzausschusses zeigt sich die Opposition enttäuscht und fordert, jedes Mittel, das Aufklärung ermögliche, müsse diskutiert werden. Das schreibt der Berliner „Tagesspiegel“. Dazu gehöre auch ein Untersuchungsausschuss. Scholz bekräftigte derweil bei seiner Befragung, dass die Aufsichtsbehörden auf Basis der begrenzten Rechtsgrundlagen keine gröberen Fehler gemacht hätten; er selbst bezeichnete die Sitzung als „gute, notwendige Diskussion mit vielen Details“; FDP-Politiker Frank Schäffler kommentierte dagegen: „Das ist zu wenig.“ Fabio De Masi von der Linkspartei sagte, die „wirklich spannenden Fragen“ seien unbeantwortet geblieben; die Grünen-Politikerin Lisa Paus sagte: „Der große Befreiungsschlag für Herrn Scholz und Herrn Altmaier war das heute ganz sicher nicht.“

30. Juli 2020