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Digitale Transformation
Bundesbank warnt vor der Kehrseite
Mit der Digitalisierung des Zahlungsverkehrs wachsen auch die Gefahren, schreibt die Bundesbank, und appelliert an die Geldhäuser, das Thema IT-Sicherheit nicht aus den Augen zu verlieren.

Geldhäuser müssten zwar den digitalen Wandel selbst mitgestalten, um wettbewerbsfähig zu bleiben und ihren Kunden Banking-Dienste anbieten zu können, heißt es im Monatsbericht Juli der Bundesbank.

Kehrseite der Digitalisierung sei es aber, „dass durch die steigende Komplexität und zunehmende Arbeitsteilung des Bankgeschäfts auch das Gefährdungspotenzial wächst“, beispielsweise wenn IT-Systeme der Geldhäuser nicht einheitlich seien und mit „historisch gewachsenen Technologien“ gearbeitet werde.

Banken rückten in den Fokus professioneller Angreifer, warnen die Bundesbank-Experten. IT-Infrastrukturen der Geldhäuser müssten weiterhin sicher betrieben und sensible Kundendaten geschützt werden. Dazu benötigen Banken vor allem ein umfassendes Verständnis und müssen einen angemessenen Umgang mit ihren digitalen Risiken sicherstellen. Dies gelte auch für ausgelagerte Geschäftsprozesse.

Anlass für den Bundesbank-Appell: Attacke auf Fiducia Karlsruhe

Der Karlsruher IT-Dienstleister der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken, Fiducia, war kürzlich von Hackern angegriffen worden. Webseiten und E-Banking von Volksbanken und Raiffeisenbanken waren vorübergehend gar nicht oder nur sporadisch erreichbar. Sensible Daten der Kunden seien aber nicht in Gefahr gewesen, hatte es geheißen.

Die Coronapandemie hat die Entwicklung zum digitalen Zahlungsverkehr weiter beschleunigt. Eine Verbraucherstudie der Wirtschaftsprüfer von EY hatte vor einigen Monaten ergeben, dass viele Bürger ihre Bankgeschäfte künftig häufiger online abwickeln wollen.

Im Zuge der Digitalisierung ist die Zahl der Beschäftigten in der Branche in den vergangenen beiden Jahrzehnten kontinuierlich gesunken, während die Bilanzsumme der Institute laut Bundesbank um rund 50 Prozent zunahm. Dabei habe die IT eine wichtige Rolle gespielt. (rtr)

(Bild: Shutterstock)
– 19. Juli 2021