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Digitaler Euro
Blick in die Medien 13. Januar 2021
Die EZB will mehrere tausend Stellungnahmen von Fachleuten zum digitalen Euro jetzt auswerten und zur Jahresmitte über eine Einführung entscheiden, berichten Medien.

Großes Interesse am digitalen Euro

Die EZB-Konsultation zum Thema digitaler Euro ist gestern zu Ende gegangen, berichten „Börsen-Zeitung“ und andere Medien. Bei der EZB seien dazu mehrere tausend Antworten eingegangen, die nun bis April ausgewertet werden sollen. Mitte 2021 will die EZB dann über eine Einführung des digitalen Euros entscheiden.

Bundesbank-Chef Weidmann sorgt sich derweil vor einem digitalen Bank-Run in Krisenzeiten und warnt vor übereilten Entscheidungen. Auch die Deutsche Kreditwirtschaft begrüßte laut Bericht zwar den Vorstoß zur Sondierung eines digitalen Euros, DSGV-Geschäftsführer Schackmann-Fallis habe aber gewarnt, ein digitaler Euro könnte die „Geometrie des europäischen Bankensystems“ grundlegend verändern.

EZB will Fusionen zwischen Banken erleichtern

„Handelsblatt“ und „FAZ“ berichten über einen neuen EZB-Leitfaden für Fusionen und Übernahmen. Der Leitfaden der Zentralbank gebe Auskunft darüber, in welchen Fällen die Banken mit der Unterstützung der EZB-Aufsicht rechnen könnten.

Die EZB wolle bei glaubwürdigen Integrationsplänen keine überzogenen Eigenkapitalvorgaben machen. Der Badwill solle künftig akzeptiert werden, wenn die Banken bestimmte Bedingungen wie beispielsweise ein Ausschüttungsverbot erfüllten. Den Banken solle eine Übergangsfrist gewährt werden, in der die Institute sich auf die eigenen Risikomodelle zur Berechnung des Eigenkapitalbedarfs verlassen dürfen.

Volksbanken stunden Kreditzahlungen

Das „Handelsblatt“ berichtet, laut BVR stundeten die Geno-Banken bis Ende Dezember etwa 5,4 Milliarden Euro an Krediten. Der Verband rechne mit einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen. BVR-Präsidentin Kolak wird mit den Worten zitiert: „In unseren Schätzungen gehen wir davon aus, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2021 in Deutschland um 20 bis 30 Prozent steigen könnte, auch wenn sich dies in den Bilanzen unserer Banken zum Jahresende kaum zeigt.“ Die Geno-Banken seien jedoch dafür gut gerüstet und man sehe die Risiken weiterhin als beherrschbar an.

Die EZB rechnet 2021 mit kurzfristig höherer Inflation

EZB-Direktorin Schnabel hat laut „FAZ“ der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ erklärt, die Zentralbank sei nicht der Auffassung, dass die Inflation im laufenden Jahr dauerhaft wachse. Die  Inflationsrate werde vielmehr kurzfristig wachsen und daher die geldpolitischen Entscheidungen der EZB, die mittelfristig ausgerichtet seien, auch nicht wesentlich beeinflussen.

Im Dezember lag die Inflation bei minus 0,3 Prozent, schreibt die „FAZ“. Wegen der Wiederanhebung der Mehrwertsteuer und des CO2-Preises für Benzin und Heizöl rechneten Ökonomen mit einem Anstieg der Inflation um einen Prozentpunkt.

Der „Blick in die Medien“ gibt einen kurzen Überblick über die Sparkassen- und Finanzthemen, die die Medien bewegen. Er gibt nicht notwendigerweise die Meinung der SparkassenZeitung oder des DSGV oder dem Verband vorliegende Informationen wieder.

13. Januar 2021