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Digitalwährung
Private fordern raschen Wandel des Geldwesens
Die deutschen Privatbanken dringen darauf, einen digitalen Euro rasch einzuführen. Sonst stehe die internationale Wettbewerbsfähigkeit Europas auf dem Spiel, warnt Bankverbandspräsident Hans-Walter Peters.

„Wenn Europa diese Innovation verschlafen sollte, könnte langfristig auch seine Währungshoheit verloren gehen – an private Unternehmen oder an andere Staaten“, warnte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, Hans-Walter Peters.

An digitalem Geld werde über kurz oder lang kein Weg vorbeiführen: „Zögern wäre fahrlässig, China hat auf diesem Gebiet bereits einen großen Vorsprung.“ Die Volksrepublik arbeitet schon seit längerer Zeit an einem digitalen Yuan und hat bereits eine Testphase mit 50.000 Bürgern gestartet.

BdB-Präsident Hans-Walter Peters: Langfristig wird die monetäre Souveränität Europas nur mithilfe digitalen Zentralbankgelds zu sichern sein.

So weit ist Europa noch nicht. Laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde muss sich die Euro-Notenbank aber grundsätzlich darauf vorbereiten, nötigenfalls einen digitalen Euro einzuführen. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte dazu vor Kurzem einen Bericht vor, der die Vor- und Nachteile einer digitalen Währung auslotet. Vor wenigen Tagen startete zudem ein öffentliches Konsultationsverfahren zu dem Thema.

„Ohne digitalen Euro droht Europa auf mittlere Sicht seine internationale Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel zu setzen“, erklärte Peters. Der digitale Wandel in der Realwirtschaft müsse auch von einem digitalen Wandel des Geldwesens begleitet werden. Langfristig werde die monetäre Souveränität Europas nur mithilfe digitalen Zentralbankgeldes zu sichern sein. (rtr)

15. Oktober 2020