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Ertragsbelastungen
Blick in die Medien 19. Februar 2021
Die Ertragslage für Banken und Sparkassen bleibt angespannt und im Fokus der Wirtschaftsmedien stehen heute unter anderem die Hamburger Sparkasse, aber auch die Europäische Zentralbank meldet einen Gewinnrückgang.

Haspa stemmt sich gegen Ertragserosion

Der Gewinn der Hamburger Sparkasse (Haspa) ist 2020 eingebrochen, berichten „Börsen-Zeitung“, „Handelsblatt“ und SparkassenZeitung. Nach 42 Millionen Euro im Vorjahr liegt der Jahresüberschuss der Haspa nun nur noch bei neun Millionen Euro. Laut Vorstandschef Harald Vogelsang ein noch akzeptables Ergebnis angesichts der Belastungen, zu denen neben den Pensionsrückstellungen auch eine auf 49 Millionen Euro angestiegene Risikovorsorge zählt.

Diese könnte laut Vogelsang sogar noch weiter bis auf 90 Millionen Euro ansteigen. Man rechne allerdings nicht damit, dass das Institut schon 2021 darauf zurückgreifen müsse, heißt es in den Berichten. Wahrscheinlicher sei ein Anstieg der Ausfälle erst ab 2022. Weiter sagte Vogelsang, für 2021 rechne man mit einem Gewinn in der Größenordnung von 2020. Erst 2023 sei wieder eine Verbesserung der Ertragslage zu erwarten. Vogelsang kündigte weiter eine Ausweitung der Gebühren für Einlagen an.

Grund sei, dass allein die 2,8 Milliarden Euro Giroeinlagen, die der Haspa 2020 zugeflossen seien, die Bank einen zweistelligen Millionenbetrag pro Jahr kosten. Daher werde man die Freibeträge deutlich absenken, auch um zu verhindern, „dass wir überrannt werden“.

EZB-Gewinn schrumpft deutlich

2019 hatte die EZB noch einen Rekordgewinn verzeichnet, so ging der Überschuss von 2,4 Milliarden Euro auf 1,6 Milliarden Euro zurück, melden „Börsen-Zeitung“ und „FAZ“. Als Grund gelten geringere Zinsen auf dem Dollar-Portfolio. Allerdings bleibt der Überschuss trotz des deutlichen Rückgangs auf vergleichsweise hohem Niveau. Verantwortlich dafür seien vor allem die Zinseinnahmen auf die Anleihekäufe.

Ein Großteil des Gewinns wurde bereits an die nationalen Zentralbanken ausgeschüttet. Derweil soll der EZB-Rat um Antwort auf die höhere Inflation ringen. Zwar müsse man im Augenblick noch nichts tun, so die Einschätzung der Mitglieder, aber man müsse weiterhin dazu bereit sein, alle Instrumente einzusetzen. Laut EZB-Chefvolkswirt Philip Lane dürfte die Inflation im Jahresverlauf weiter ansteigen. Zu den Gründen dafür zählten unter anderem die Energiepreise und die höhere deutsche Mehrwertsteuer.

Jeder berichtet, was er will

Laut einer Untersuchung von Zielke Research, bei der die Nachhaltigkeitsberichte von 119 Instituten untersucht worden, fallen diese Berichte teilweise sehr verschieden aus. Laut einem Bericht der „FAZ“ bewerten die Studienautoren anhand der Reports nicht nur, wie sehr sich Banken in den Bereichen Umwelt, Soziales und guter Unternehmensführung engagieren, sondern auch, wie gut die Institute über ihr nachhaltiges Handeln informieren.

Besonders schlecht schnitten dabei die Dortmunder Volksbank und die Verbundvolksbank OWL ab, da in ihren Berichten nur dürftige Infos zum Thema Nachhaltigkeit enthalten waren; auch bei der Stadtsparkasse München bemängelten die Berater fehlende Transparenz. Sehr gut wurden dagegen die die Nachhaltigkeitsberichte der KfW, der LBBW sowie der DKB bewertet.

Der „Blick in die Medien“ gibt einen kurzen Überblick über die Sparkassen- und Finanzthemen, die die Medien bewegen. Er gibt nicht notwendigerweise die Meinung der SparkassenZeitung oder des DSGV oder dem Verband vorliegende Informationen wieder. 

 

19. Februar 2021