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Konjunktur
Bundesbank sieht allmähliche Erholung der Wirtschaft
Laut jüngster Bundesbank-Daten befindet sich die deutsche Wirtschaft weiter auf Erholungskurs. Die Aktienmärkte reagierten verhalten, der Goldpreis stieg noch weiter.

Der wöchentliche Aktivitätsindex (WAI) für die Kalenderwoche bis zum 26. Juli liege bei minus 0,9, teilte die Bundesbank am Montag in Frankfurt mit. Die Zahl bedeutet, dass die Wirtschaftsaktivität in den dreizehn Wochen bis zum 26. Juli um 0,9 Prozent unter der Aktivität der vorhergehenden 13 Wochen lag. Das Minus fiel damit geringer aus als vor einer Woche, als der Rückgang noch 1,8 Prozent betragen hatte. Die Bundesbank-Experten rechnen damit, dass die Wirtschaft im zweiten Halbjahr ihre Erholung fortsetzt.

Die deutsche Notenbank hat den Aktivitätsindex erarbeitet, um die Konjunkturfolgen der Coronakrise zeitnaher abschätzen zu können. Der Index umfasst unter anderem wöchentliche Indikatoren zum Stromverbrauch und zum Flugverkehr, aber auch die Bargeldnutzung fließt in die Berechnung ein. Der bisher tiefste Stand des WAI während der Coronakrise wurde in der Woche bis zum 14. Juni erreicht mit einem Index-Wert von minus 6,95.

Verhaltener Aktienmarkt, steigender Goldpreis

An Europas Aktienmärkten wagten sich die Anleger aus Angst vor einer zweiten Coronawelle noch nicht aus der Deckung. Vor allem die Reisebranche verzeichnete Kursverluste, nachdem Großbritannien kurzfristig für Reise-Rückkehrer aus Spanien eine zweiwöchige Quarantäne-Pflicht einführte. Für positive Impulse sorgten dagegen sich aufhellende Geschäftsaussichten der Unternehmen.

Trotz der Angst vor einer zweiten Coronawelle steigt die Zuversicht bei Unternehmen. So legte der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juli überraschend stark zu und signalisierte eine konjunkturelle Trendwende. Der Fall des Dax unter die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Punkten vor dem Wochenende sei zwar enttäuschend gewesen, sagte Cutkovic. „Der Aufwärtstrend aber bleibt trotzdem intakt und der Traum von einem neuen Rekordhoch ist bei weitem noch nicht ausgeträumt.“

Für zusätzliche Verunsicherung sorgten allerdings die wachsenden Spannungen zwischen den USA und China. Der Streit heizte die Nachfrage nach Gold weiter an. Der Goldpreis sprang zum Wochenanfang auf das neue Allzeithoch von 1944,73 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Marktteilnehmern zufolge spielte beim Run auf die Anti-Krisen-Währung neben dem schwachen Dollar auch eine steigende Inflationserwartung eine Rolle. (rtr)

27. Juli 2020