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Nachhaltige Anlagen
Mit grünen Anleihen zum klimaneutralen Europa
Die EU-Kommission erweitert ihre Sustainable-Finance-Strategie. Nachhaltige Anleihen sollten zum sogenannten Goldstandard werden. Die Deutsche Kreditwirtschaft begrüßt die Pläne.

Wie die Brüsseler Behörde am Dienstag (6. Juli) mitgeteilt hat, sollen Banken, Versicherer und Rating-Agenturen künftig Umwelt- und Nachhaltigkeitsrisiken stärker berücksichtigen. EU-Finanzmarktkommissarin Mairead McGuinness präsentierte für grüne Anleihen einen neuen Rahmen für Unternehmen und Regierungen, der allerdings nur freiwillig anzuwenden ist.

Der Green-Bond-Standard solle privaten und staatlichen Emittenten eine Orientierung bei der Finanzierung nachhaltiger Investments geben. Er sei als Goldstandard gedacht, der auch dazu dienen solle, Investoren vor Green Washing“ zu schützen.

DSGV-Präsident Helmut Schleweis erklärte im Namen der Deutschen Kreditwirtschaft und mit Blick auf die von der Kommission beabsichtigte Ausweitung der EU-Taxonomie: Wir begrüßen es ausdrücklich, dass die Kommission erkannt hat, dass für den Übergang zu nachhaltigerem Wirtschaften ein schrittweises Vorgehen und eine stärkere Differenzierung zwischen den jeweiligen Ausgangspunkten der Unternehmen im Übergangsprozess notwendig sind. Wir müssen alle Unternehmen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit mitnehmen.“

An der EU-Taxonomie ausgerichtet

Der Standard sieht vor, dass die durch die Anleihe aufgebrachten Mittel vollständig für Projekte verwendet werden, die mit der EU-Taxonomie übereinstimmen. Zudem müsse die Verwendung der Anleiheerlöse transparent sein. Die Anleihen müssen von externen Experten geprüft werden, die bei der Europäischen Wertpapiermarktaufsichtsbehörde registriert sind.

Klimaneutralität bis 2050

Grüne Anleihen sollen helfen, Europa als ersten Kontinent bis 2050 klimaneutral zu machen. Bis Mitte 2023 sollen die EU-Länder zunächst darlegen, wie ihre Kapitalmärkte aufgestellt sind und ob sie einen Beitrag leisten, Klimaneutralität zu erreichen.

Seit dem Aktionsplan vor drei Jahren wurde viel erreicht, sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament, Sven Giegold. Es sei ein wichtiger Schritt, dass Banken, Versicherer und Rating-Agenturen sogenannte ESG-Risiken (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) nun verbindlich einbeziehen müssten.

Das werde für sie zusätzliche Stresstests bedeuten. Die Entscheidung zu weiteren Nachhaltigkeitskriterien soll im Jahresverlauf fallen. (Reuters, DSZ)

(Bild: Shutterstock)
– 7. Juli 2021