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Privatbankenverband BdB
Blick in die Medien 4.Juni 2021
Die Folgen der Greensill-Pleite beziehungsweise deren Folgen für die mithaftenden Banken beschäftigen unter anderem die Wirtschaftsmedien heute.

Bankenverband räumt nach Greensill-Pleite auf

Der Privatbankenverband BdB zieht erste Konsequenzen aus dem drei Milliarden Euro Entschädigungsfall der Greensill-Bank, berichten "Börsen-Zeitung" und "FAZ". So sollen Berater in den kommenden Monaten die Struktur und das Personal des Prüfungsverbands durchleuchten. Ziel der Prüfung ist dabei eine Neuaufstellung des Prüfungsverbands, um Entschädigungsfälle, wie den der Greensill-Bank, künftig verhindern zu können. Diese Analyse wird den BdB vermutlich einen einstelligen Millionenbetrag kosten; erste Ergebnisse werden im Herbst erwartet.

Außerdem gebe es bereits eine personelle Veränderung, so wird der Chef des Prüfungsverbands, Manfred Kühnle, zur Monatsmitte den Verband verlassen, heißt es in den Berichten weiter. Sein Nachfolger werde zunächst Hans-Dieter Bienen. Derweil habe der BdB in einem Papier zur Unternehmensfinanzierung mitgeteilt, er gehe nicht von einer riesigen Pleitewelle aufgrund der Corona-Pandemie aus.

Erwartet werden für 2021 rund 24.000 Firmenpleiten, das seien weit weniger als zunächst befürchtet. Wie BdB-Hauptgeschäftsführer Christian Ossig sagte, handle es sich dabei um verkraftbare Zahlen, auf die die Banken vorbereitet seien. Ossig forderte jedoch von der Politik eine Verlängerung der Erleichterungen für Banken, um die Kreditvergabe weiter anzukurbeln.

Altmaier will Corona-Hilfen bis Ende 2021 verlängern

Die Bundesregierung will trotz der sinkenden Infektionszahlen die Corona-Hilfen verlängern, schreibt die Tageszeitung "Die Welt". Bereits nächste Woche könne es dazu eine Einigung geben. Wie Wirtschaftsminister Peter Altmaier sagte, werden damit Firmen mit einem Umsatzrückgang von mindestens 30 Prozent auch weiterhin Anspruch auf Hilfen haben. Unklar sei dagegen noch, ob die Verlängerung bis Ende September oder doch Dezember gelte.

Wie Altmaier weiter sagte, belaufen sich die Staatshilfen mit Kurzarbeitergeld, Wirtschaftshilfen sowie Konjunkturpaket auf insgesamt mehr als 300 Milliarden Euro. Für das Jahr 2021 rechnet das Wirtschaftsministerium unterdessen mit einem Wirtschaftswachstum von bis zu vier Prozent. Derweil habe das Wirtschaftsforschungsinstitut IfW Kiel die Corona-Maßnahmen als nicht zielgenau und zu bürokratisch bezeichnet. Wie das DIW ergänzte, sei die Verlängerung der Hilfen aber richtig. Denn auch 2022 werde die Wirtschaft noch Unterstützung benötigen, so DIW-Chef Marcel Fratzscher.

"Bargeld bleibt bestehen"

Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz erzählt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", warum er immer ein paar Münzen in der Tasche habe und welche Vorteile ein digitaler Euro brächte. So werden die Bürger den digitalen Euro nahezu überall einsetzen können und dabei künftig auf zwischengeschaltete Zahlungsdienste, wie beispielsweise Paypal, wohl nicht mehr angewiesen sein.

Dazu kommen noch weitere Vorteile, wie beispielsweise der Schutz der persönlichen Daten durch klare Zugriffsregeln seitens der Zentralbanken sowie die Ausfallsicherheit des Digital Euro. Weiter äußert sich Balz auch zum Risiko eines Bankensturms, dieser könnte entweder mit einer Obergrenze für das Digitalgeld oder mit Hilfe bestimmter Zinsmodelle verhindert werden. Balz betont jedoch, der digitale Euro werde das Bargeld nicht abschaffen, sondern nur eine weitere Zahlungsmöglichkeit darstellen.

Der „Blick in die Medien“ gibt einen kurzen Überblick über die Sparkassen- und Finanzthemen, die die Medien bewegen. Er gibt nicht notwendigerweise die Meinung der SparkassenZeitung oder des DSGV oder dem Verband vorliegende Informationen wieder. 

4. Juni 2021