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| SVBW – Blick in die Medien

Schneider für Bündelung der Kräfte

Baden-Württembergs Sparkassenpräsident Peter Schneider lobt in einem Interview Fortschritte bei der Konsolidierung und zeigt sich offen für weitere Aktivitäten.

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Die Sparkassen-Finanzgruppe habe bereits „große Fortschritte bei der Konsolidierung gemacht, ohne dass es Verwerfungen gab“, sagte Schneider in einem Interview mit der „Börsenzeitung“. So gebe es heute nur noch fünf Landesbanken, „es waren mal ein Dutzend“. Er teile auch die Meinung von DSGV-Präsident Helmut Schleweis, dass es in der Gruppe Effizienzreserven gibt. Der Gedanke an ein Zentralinstitut sei deshalb lohnenswert, der Weg dorthin sei aber sehr komplex.

"Wir werden uns keinem Gespräch verschließen"

Dass Dekabank und Helaba über eine vertiefte Zusammenarbeit sprechen, halte er grundsätzlich für richtig. „Wir schauen uns das mit Interesse an und werden sehen, ob es dabei auch für die LBBW möglicherweise Ansatzpunkte zur Zusammenarbeit gibt.“

Allerdings habe die Geschlossenheit der LBBW-Träger für die baden-württembergische Sparkassengruppe einen hohen Stellenwert, und man wisse um die Stellung der LBBW in der Finanzierung der Wirtschaft des Landes. Hier gebe es vitale Interessen. Dennoch gelte für ihn: „Wir in Baden-Württemberg werden uns aber keinem Gespräch verschließen, solange die Spielregeln eingehalten werden.“

Generell gebe es unterschiedliche Beteiligungspositionen bei den verbliebenen Landesbanken und dementsprechend unterschiedliche Interessen, was die Haftung angeht. „Trotzdem meine ich, dass man bei der Konsolidierung vorankommen kann“, so Schneider weiter. „Ein wichtiger Schritt wäre die Lösung der anstehenden Probleme, Stichwort NordLB. Da haben wir genug zu tun.“

Bei NordLB ist EU-Kommission "am Zug"

Hier sei ein Prozess durchlaufen worden, in den die Aufsicht bis hinauf zur EZB-Ebene intensiv eingebunden gewesen sei. „Uns ist ein Geschäftsmodell vorgelegt worden, für dessen Tragfähigkeit und Umsetzung der Vorstand der NordLB die Verantwortung trägt.“ Jetzt sei die EU-Kommission am Zug.

Auf der Ebene der Landesbausparkassen habe man die Fusion von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zur LBS Südwest weitgehend bewältigt. Allerdings werde er sich in Zukunft bei einem solchen Vorhaben nie wieder auf ein Wort der Aufsicht verlassen, so Schneider. „Beim nächsten Mal wird alles schriftlich fixiert.“

Aufsicht sollte Konsolidierung nicht torpedieren

Tatsächlich sei gerade in einer schwierigen Umbauphase ein Sonderprüfer losgeschickt worden, der natürlich "Staub! gefunden habe. „So war das nicht abgemacht. Für uns bedeutete das ganz erhebliche Mehrarbeit.“ Die Prüfung habe zu höheren Anforderungen etwa in Sachen Risikocontrolling und Governance geführt.

Wer eine strukturelle Weiterentwicklung wolle, der dürfe sie nicht durch aufsichtsrechtliche Maßnahmen erschweren, so Schneider weiter. Wenn die Zinsen noch tiefer in den negativen Bereich sänken, „werde sich das Thema LBS-Konsolidierung allerdings ohnehin erledigen, weil dann dem Bausparen die Geschäftsgrundlage entzogen würde“.

Der Staat müsse dringend mehr Anreize schaffen, damit diese "gesellschaftlich gesehen grandiose Errungenschaft zur Bildung von Wohneigentum" erhalten bleibe.