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Spanien
Cecabank schont das Klima
Die spanische Bank hat ihren CO2-Fußabdruck um mehr als zwei Drittel reduziert. 2021 geht es weiter auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Für die spanische Cecabank ist 2020 trotz der Pandemie ein Jahr mit guten Nachrichten. Die Großhandelsbank wurde gerade von der Zeitschrift „Global Banking & Finance Review“ zur besten Depotbank in Spanien gewählt.

Vor dem Finanzmarkt-Kollaps 2012 waren Ceca und Cecabank eins. Die „Reinigung“ des Sparkassenmarktes von den schwarzen Schafen hatte jedoch die Trennung von Bank- und sozialpolitischen Aktivitäten zur Folge.

Ceca repräsentiert die Stiftungen und Töchter der Caixabank, Bankia, Ibercaja Banco, Abanca, Unicaja Banco, Liberbank, die Sparkassen Caixa Ontinyent und Caixa Pollença sowie Cajasur Banco und damit  immer noch 40 Prozent des spanischen Bankenmarktes. Die Cecabank dagegen hat über 300 Kunden, darunter inzwischen auch viele, die nie eine Sparkasse waren. 

Allerdings werben beide immer noch für ihr soziales  Image. Im vergangenen Jahr konnte die Cecabank zum Beispiel ihren C02-Fußabdruck um 71 Prozent reduzieren, vor allem durch neue Heizungssysteme und Klimaanlagen sowie neue Lieferanten- und Versorgerverträge.

Hervorzuheben sind dabei vor allem die Datenverarbeitungszentren, wo die C02-Emissionen im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 104,22 Tonnen reduziert werden konnten.

Insgesamt wurde der klimatische Fußabdruck um 71 Prozent verbessert. Allerdings muss auch fairerweise gesagt werden, dass Cecabank keine Niederlassungen hat, sondern es nur den Firmensitz in Madrid mit weniger als 500 Mitarbeitern gibt.

Der Chef der Großhandelsbank, Manuel Azuaga Moreno, ist ein alter Hase der Sparkassenwelt und führt derzeit auch die Unicaja. Die ehemalige Sparkasse verhandelt gerade die Fusion mit Liberbank. 

Klimaanlagen werden immer mehr zum Tabu in Spanien

Spaniens Weg zu einer grünen Nachhaltigkeit begann erst vor Kurzem. Die Banken und Sparkassen haben erst sehr langsam geschaltet, holen jetzt aber enorm auf. Wer vor 20 Jahren in eine Bank oder Sparkasse ging in Madrid, der wurde von seinem Berater oder Beraterin nicht selten mit Zigarette in der Hand empfangen. Im Sommer fror er in der Niederlassung, im Winter schwitzte er wegen zu hoch geschalteter Anlagen.

Aber die vergangenen Jahre der Krise haben den Spaniern gezeigt, dass Energieeffizienz nicht nur etwas mit ökologischer Ideologie zu tun hat, sondern sich einfach rechnet. Das Land hat nicht nur als eines der ersten den Tabak in geschlossenen Räumen verboten, sondern ist auch in Sachen Umwelt inzwischen federführend in Europa.

Das färbt auch auf das Kreditwesen und die Ceca ab, deren zehn Mitglieder im ersten Halbjahr 2020 ein zurechenbares Nettoergebnis von 815 Millionen Euro erzielten. Das war nur die Hälfte des Gewinns im Vergleichszeitraum 2019, aber dennoch ist positiv, dass die Mitglieder die CET-1-Quote von durchschnittlich 13,7 Prozent erreicht haben.

Dadurch ist der Sektor besser in der Lage, die enormen wirtschaftlichen Folgen der Pandemie in Spanien zu überstehen und dabei die Klimaneutralität nicht aus den Augen zu verlieren.

Fünf Fragen an die Nachhaltigkeits-Verantwortliche

Wir sprachen mit der Verantwortlichen für die Nachhaltigkeitsstrategie bei der Ceca und Cecabank, Mónica Malo,  über die aktuell erreichten Ziele und was 2021 in Sachen Klima noch auf der Agenda steht. 

Was sind die Klimaziele für Ceca und Cecabank dieses Jahr?

Mónica Malo: Im Rahmen des Klimagipfels der Vereinten Nationen (COP25) im Dezember 2019 haben alle Ceca-Mitglieder das Pariser Abkommen unterzeichnet. Die einzelnen Initiativen der Cecabank zielen nicht nur darauf ab, den ökologischen Fußabdruck zu verringern und die globale Erwärmung zu minimieren, sondern auch Klimarisiken nachhaltig zu verringern. Wir finanzieren Produkte und Dienstleistungen, die den Übergang zur Klimaneutralität begünstigen.  

Zu diesem Zweck werden ebenso effizientere und nachhaltigere Versorger unter Vertrag genommen. Das wiederum kreiert einen Domino-Effekt: Die Nachfrage nach 100 Prozent erneuerbaren Energien schafft das Angebot und fördert Innovationen. Der nächste Schritt für uns besteht nun darin, nicht nur den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern, sondern auch die Umgebung zu beeinflussen durch grüne Finanzinstrumente und einen nachhaltigeren Bestand an energieeffizienten Immobilien in unserem Portfolio.  

Was bringt es den Ceca-Kunden?

Malo: Durch das wachsende Wissen über den Klimawandel und die Angst davor wollen die Kunden ihren Beitrag leisten. Die Nachfrage nach nachhaltigen Finanz-Produkten und Dienstleistungen wuchs laut der jüngsten Studie von Spainsif, einer spanischen Lobby für grüne Investitionen, 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 13,5 Prozent. Wir  haben neue Produkte lanciert, beispielsweise Wetterversicherungen und grüne Anleihen.

Wie müssen sich Mitarbeiter anpassen?

Malo: Ceca hat zusammen mit anderen Bankenverbänden, Versicherungsunternehmen und Organisationen für gemeinsame Anlagen Finresp gegründet, das Zentrum für nachhaltige und verantwortungsvolle Finanzierung. Dieses Zentrum arbeitet mit der Europäischen Kommission an einem Projekt, das die Ausbildung in Umweltfragen vorantreiben soll, um eine dekarbonisierte Wirtschaft voranzutreiben. 

Wir sind zudem sehr zufrieden, dass wir es gerade geschafft haben, unseren Tarifvertrag mit den Sozialpartnern bis 2023 zu verlängern. Die Nachhaltigkeit spiegelt sich auch hier wider. Wir erkennen darin auch zum ersten Mal das Homeoffice als feste Arbeitsform an, was wiederum dem Einsparen von Emissionen und Kosten dienen soll. Spanien hat gerade als eines der ersten Länder der Welt eine Regelung für die Telearbeit auf den Weg gebracht.

Die Ceca-Mitglieder sind die ersten, die dieses Gesetz vom 22. September in ihre Tarif-Vereinbarung mit den Mitarbeitern aufgenommen haben.

Und die Lieferanten müssen sich bemühen, Kriterien für einen verantwortungsvollen Einkauf zu definieren und bei der Förderung und Verbesserung der Nachhaltigkeit mit uns zusammenzuarbeiten. 

Was bleibt noch zu tun? 

Malo: Wir müssen über eine Kompensationsstrategie nachdenken, also wie wir Emissionen, die wir nicht vermeiden können, durch Investitionen wettmachen können. 2021 wollen wir den Energieverbrauch weiter senken, die exakte Messung des CO2-Fußabdrucks voranbringen sowie die Abschätzung von Klimarisiken insgesamt. Wir wollen aber auch Fortschritte bei den Methoden zur Dekarbonisierung des Portfolios erzielen und noch mehr Sensibilisierungs- und Schulungsprogramme für die Mitarbeiter anbieten.  

Gibt es staatliche Anreize für diese Strategie?

Derzeit befinden wir uns in einem Transformationsprozess, in dem die Regulierung auf europäischer und staatlicher Ebene die Linien markiert. In unserem Land wurde zudem ein Klimaschutzgesetz auf den Weg gebracht, das vorsieht, bis 2030 die Treibhausgasemissionen um mindestens 20 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren sowie eine Verbesserung der Energieeffizienz durch eine Reduzierung des Primärenergieverbrauchs um mindestens 35 Prozent im Vergleich zum Ausgangswert gemäß den Gemeinschaftsvorschriften zu erzielen.

Bis 2050 muss Spanien klimaneutral sein und das Stromsystem muss ausschließlich auf erneuerbaren Energiequellen basieren. Das sind ambitiöse Ziele, auf die Ceca sich schon jetzt einstellen muss. 
 

Stefanie Claudia  Müller
– 12. Oktober 2020