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BBL_Immobilienverrentung
Aus dem Haus Kapital schlagen
Viel Geld steckt in Immobilien, das mitunter im Alter fehlt. Muss nicht sein, zeigt ein Konzept der Sparkasse Rhein-Nahe. Durch Verrentung lassen sich schnell liquide Mittel gewinnen.

Umkehrhypothek, Leibrente und Teilverkauf sind drei Ansätze aus der Immobilienwirtschaft, die auch in der Öffentlichkeit aktuell stark diskutiert werden. Deren erklärtes Ziel ist es, aus der eigenen Immobilie gebundenes Erspartes ganz oder teilweise wieder zu entnehmen.

Die Sparkasse Rhein-Nahe hat sich deshalb im Februar an der Hamburger Firma WIR WohnImmobilienRente beteiligt. „Über die Kooperation mit dem Start-up können wir jetzt unseren Kunden innovative Produkte anbieten und damit den Megatrend Immobilienverrentung aktiv mitgestalten“, so Peter Scholten, Vorstandsvorsitzender des Sparkasse Rhein-Nahe in Bad Kreuznach.

Ideale Ergänzung vorhandener Produkte

Die neuen Verrentungsprodukte ergänzen aus Sicht des Sparkassen-Chefs die bisher schon angebotenen Dienstleistungen des Hauses perfekt. Das gemeinsame Ziel: Operative Zusammenarbeit im Vertrieb und gemeinsame Gestaltung der Verrentungslösungen für die Kunden.

„Damit sind wir meines Wissens nach in Rheinland-Pfalz die erste, deutschlandweit die zweite Sparkasse, die diese Produkte in ihr Portfolio mit aufgenommen hat“, ergänzt Scholten.

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Mit der klassischen Immobilienfinanzierung, der Makelei, aber eben auch den verschiedenen Tochtergesellschaften und Partnerschaften im Geschäftsbereich der Immobilienprojekte, ist man im Bereich Immobilien schon bisher breit aufgestellt.

Die Immobilienverrentung ist die logische Ergänzung des umfangreichen Produktangebots des Instituts. „Um die Zukunft unserer Sparkasse nachhaltig zu sichern, haben wir uns schon frühzeitig dazu entschieden, auch in Geschäftsfelder zu investieren, die über das generische Sparkassenportfolio hinaus gehen“, erläutert Scholten die Stoßrichtung.

Damit wird aus seiner Sicht die Wertschöpfung gesteigert sowie zugleich Synergien rund um die Immobilie, aber auch für andere Geschäftsfelder freigesetzt.

Kundenwünsche im Fokus

Bringen künftig die Immorente zum Kunden (v.l.n.r.): Steffen Roßkopf, Vorstand, Peter Scholten, Vorstandsvorsitzender, und Dirk Riegel, Projektleiter, der Sparkasse Rhein-Nahe sowie Georg Friedrich Doll und Ivonne Kühl, Geschäftsführende Partner WIR WohnImmobilienRente GmbH.

„Für uns stehen die Wünsche unserer Kunden im Mittelpunkt“, ergänzt der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse. Kunden jenseits der 65 quält mitunter ein ähnliches Problem: Wie lässt sich am besten Geld aus der eigenen Immobilie entnehmen?

Einige besitzen ein Haus oder eine Wohnung und möchten darin bis ins ho­he Alter wohnen. Ein Verkauf kommt deshalb nicht in Frage. Aber: Viele dieser älteren Besitzer verfügen pro Haushaltsmitglied nach Zahlen des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) nicht einmal über 1.000 Euro monatlich.

„Besonders Selbstständige sind hier betroffen, wenn sie nicht ausreichend in ihre Rente einzahlen konnten. Das Problem wird sich durch die Corona-Pandemie vermutlich noch verstärken“, befürchten die Verantwortlichen in Bad Kreuznach.

Die Sparkasse Rhein-Nahe kann mit der jetzigen Lösung nun einen strukturierten Beratungsprozess anbieten, um die passenden Lösungen für ihre Kunden zu finden und damit diesem Dilemma zu entgehen.

„Wir haben uns hier für einen Partner entschieden, der alle Formen der Immobilienverrentung mit uns gemeinsam abdecken kann, und der sich auf dieses Geschäft spezialisiert hat. Denn so haben wir das Fachwissen an Bord und können gegenseitig voneinander lernen“, skizziert Scholten die strategischen Überlegungen für die Partnerschaft.

Sparkasse mit zahlreichen Immobiliendienstleistungen

Der derzeit mit dem Aufbau des neuen Geschäftsfelds beauftragte Projektleiter aus dem Bereich Immobilien, Dirk Riegel, ergänzt: „Unsere Makler tragen diesen Kundenwunsch schon seit einiger Zeit an uns heran. Nun sind wir gestartet. Wir wollen den Kunden von Beginn an, aber eben auch bis ins Alter hinein, rund um die Immobilie, alles bieten.“

Für den Immobilienberater geht das schon beim Bausparvertrag und beim Hauskauf los – „sollte hier aber nicht enden. Mit den neuen Verrentungsangeboten ermöglichen wir den Kunden in ihrer Immobilie so lange wie sie es wünschen, selbstbestimmt wohnen zu bleiben.“

In der eigenen Immobilie, aus der die Kinder ja zumeist ausgezogen sind, haben sie danach „vielleicht die Möglichkeit, sich eine Pflegekraft oder Haushälterin ins Haus zu holen. Damit haben sie eine echte Alternative zum Alten- oder Pflegeheim und – mit dem neuen Verrentungsangebot – auch die finanziellen Mittel.“

Mit dem zur Sparkasse gehörigen Immobilienverwalter GWS kann man den älteren Kunden sogar die Verwaltung ihres Hauses anbieten: „Die meisten Menschen möchten in ihrer gewohnten Umgebung alt werden, aber die Aufgaben der Bestandserhaltung in einem Haus wachsen ihnen über den Kopf. Wir haben hier alle Gewerke „an der Hand“ – vom Handwerker bis zum Gärtner kann sich unser Hausverwaltungsunternehmen um alles kümmern.“

Idealen Start-up-Partner gefunden

„Wir wenden uns an Menschen, denen bisher keine Möglichkeiten zur Nutzung ihrer Immobilien zur Verbesserung ihrer Renten angeboten werden konnten“, umschreibt Firmengeschäftsführer Georg F. Doll das Kundenpotential. Im vergangenen Jahr sind erfolgreich Strukturen für das Segment der Immobilienverrentung geschaffen worden. Jetzt erfolgt sukzessive der Rollout – das schrittweise Hochfahren des Geschäftsbetriebs.

Die beiden neuen Partner erwarten für die kommenden Jahre eine stark steigende Nachfrage nach Verrentungsprodukten. „Es gibt sechs Millionen Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer in Deutschland, die älter als 65 Jahre sind. Diese Gruppe wächst jedes Jahr. Gleichzeitig reicht für viele Menschen die gesetzliche Rente nicht aus“, so Doll.

An diesem Punkt setzt die WIR-Dienstleistung an. Doll weiter: „Wir beraten neutral und finden so für unsere Kundinnen und Kunden die beste Möglichkeit, um zu Lebzeiten vom Wert der selbstgenutzten Immobilie zu profitieren und die Altersvorsorge zu stärken.“

Um die Menschen mit den Produkten zu erreichen, braucht es nach Erfahrungen des Immobilienmanagers starke Partner aus der Bankbranche, den man mit der Sparkasse Rhein-Nahe gefunden hat.

Nächste Generation mit im Boot

Peter Scholten: Mit der Immobilienverrentung ist die Sparkasse Rhein-Nahe in der Region ein erfolgreicher Innovationstreiber.

Bei den verschiedenen Verrentungsangeboten wird auch an Kinder und Angehörigen gedacht. „Ziel ist es, dass wir einen Zinssatz mit einer Darlehenslaufzeit auf unbestimmte Zeit anbieten, bis sich die Eigentümer zu einem Verkauf entschließen oder mögliche Nachfolger über die Immobilie entscheiden.

In der Praxis bedeutet dies, dass etwa die Kinder immer ein Vorkaufsrecht auf die Immobilie haben, sollte es zu einer Veräußerung kommen“, beschreibt Riegel eine wichtige Komponente des Konzepts.

Fazit

Mit der Beteiligung an der WIR WohnImmobilienRente geht die Sparkasse Rhein-Nahe beim Thema Immobilienverrentung erfolgreich neue Wege. Zahlreiche Kundenanfragen waren in den vergangenen Wochen ein erstes Indiz, auf dem richtigen Kurs zu sein. Innerhalb der Sparkasse hat es keine praktikablen Lösungen gegeben, ein solches Portfolio selbst anzubieten. Daher haben sich Vorstandchef Scholten und sein Team für einen externen Partner entschieden.

Die Sparkasse Rhein-Nahe hat bisher gute Erfahrungen damit gemacht, zu investieren und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Man fühlt sich in der Rolle des Innovationstreibers durch die Geschäftserfolge der letzten Jahre bestätigt und verschließt sich keiner neuen Geschäftsidee. „Mit fähigen Partnern an der Seite, tun sich immer neue Möglichkeiten und Kontakte auf. Diese Potenziale sollte man nutzen“, begründet Scholten das Engagement seiner Sparkasse.

Autorin
Silke Sperling arbeitet im Bereich Kommunikation der Sparkasse Rhein-Nahe in Bad Kreuznach.

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Silke Sperling
– 6. April 2021