Zurück
Digitalisierung
Vermögen mehren
Viele Kunden spüren, dass nicht nur eine Immobilie gut für die Altersvorsorge ist. Auch Dividendenwerte können langfristig Vermögen schaffen. Dabei helfen Online-Tools der Sparkassen-Finanzgruppe ebenso wie die persönliche Beratung auf allen gewünschten Kommunikationskanälen.

Die Urteile sind ausgesprochen positiv: Mit 4,8 von 5,0 Punkten haben Nutzer die App der Dekabank-Tochter Bevestor im Apple-Store bewertet. Die Anwendung hilft digital affinen Sparkassenkunden beim Aufbau wie auch Verwalten ihres Vermögens.

 

„Sehr transparente und faire Möglichkeit der Geldanlage.“
hendrik_91, Nutzer der Bevestor-App

 

Konkret lobt „hendrik_91“, die „sehr transparente und faire Möglichkeit der Geldanlage“ mithilfe aktiv und passiv gemanagter Fonds. Er vergibt fünf Sterne. Auch „Oskar300180“ wählt die Top-Bewertung und vermerkt: „Praktische Ergänzung für die Beratung in der Sparkasse“. 

 

„Praktische Ergänzung für die Beratung in der Sparkasse.“
Oskar300180, Nutzer der Bevestor-App

 

Ob nun Kunden ihre Ansprechpartner in den örtlichen Geschäftsstellen bei Investments einbinden oder Online-Affine alles in Eigenregie über ihr Smartphone erledigen: Zusehends mehr Anleger nutzen in der andauernden Niedrigzinsphase ihr auf diversen Konten geparktes Geld – alleine 2019 summierten sich die Termingelder der Sparkassenkunden auf etwa 16,4 Milliarden Euro – und investieren via Sparplan oder Einmalanlage in vielversprechende Werte.

Aktien werden beliebter

Ganz in diesem Sinne haben sich Aktien erstmals im vergangenen Herbst als beliebteste Geldanlage entpuppt. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Diesem Vermögensbarometer zufolge landeten Fonds auf Platz zwei und Immobilien auf Platz drei.

 

„Wir sehen ganz klar, dass die Menschen ihr Sparverhalten an die niedrigen Zinsen anpassen.“
Helmut Schleweis, DSGV-Präsident

 

Entsprechend folgerte DSGV-Präsident Helmut Schleweis: „Wir sehen ganz klar, dass die Menschen ihr Sparverhalten an die niedrigen Zinsen anpassen. Sie suchen intensiv nach anderen Anlageprodukten und sind auch mehr und mehr bereit, dafür ins Risiko zu gehen.“

 

Vermögensbarometer: Jeder Fünfte achtet bei seinen Geldanlagen mittlerweile auf eine höhere Rendite und ist dafür auch bereit, etwas mehr Risiko einzugehen.

 

Immerhin jede fünfte befragte Person hatte angegeben, für eine höhere Verzinsung etwas mehr zu riskieren. Und dafür eignen sich Dividendenpapiere erfahrungsgemäß besonders, wenn bei der Auswahl die persönlichen Präferenzen, eine gute Risikostreuung und auf Wusch zusätzlich auch eine gewisse Absicherung gegen Kursverluste möglich sind.

Das bietet beispielsweise Bevestor, eine softwaregestützte Anwendung, die zu den sogenannten Robo-Advisors zählt – ein Kunstwort aus dem Englischen, das für Roboter und Berater steht.

Aufbau digital

Die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg bietet Interessierten diese Form des digitalen Aufbaus von Vermögen seit mittlerweile gut zwei Jahren. Maximilian Völkl, Bereichsleiter Vertriebsmanagement Privatkunden, sagt: „Sie findet zusehends Interesse, weil die jüngere Generation durch gezielte Werbung angesprochen wird, sich untereinander immer mehr dazu austauscht und das Angebot nachfragt.“ Es seien meist onlineaffine Personen, die sich übers Internet informierten, Entscheidungen selbst treffen wollten und kein Interesse an einem Beratungsgespräch in der Filiale hätten. 

 

Konstatiert steigendes Interesse: Maximilian Völkl von der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg. 

 

Entsprechend steigen dem Sparkassenbetriebswirt zufolge zwar die Absatzzahlen seines Instituts mit Blick auf das Bevestor-Produkt. „Doch das Volumen ist aufs Jahr gesehen noch weit von dem entfernt, was wir im klassischen Wertpapiervertrieb erzielen“, sagt Völkl. Denn bei dem Angebot der Deka-Tochter investierten die jungen Leute als Hauptzielgruppe eher in überschaubaren Monatsraten, nicht aber in der Größenordnung sechsstelliger Einmalbeträge. 

Die Kreissparkasse bietet diese Anwendung der digitalen Vermögensverwaltung auch Kunden an, die sich traditionell beraten lassen. Denn die möchten in ihrer Anlage zusehends mehrgleisig fahren: „Diese Klientel schätzt es auf der einen Seite, ihren persönlichen Ansprechpartner für alle Vermögensangelegenheiten zu haben, möchte andererseits aber durchaus auch einen Ausflug in die digitale Welt machen“, so der Bereichsleiter.

Einstieg leicht gemacht

Mittlerweile kooperieren deutschlandweit 313 Sparkassen mit der Deka-Tochter Bevestor und bieten Interessierten über ihre Internet-Filialen den Zugang zu einer professionellen, digitalen Vermögensverwaltung. Der Einstieg ist dabei angesichts einer monatlichen Sparrate ab 25 Euro oder einmalig ab 1000 Euro recht einfach.

Entsprechend der persönlichen Anlegermentalität bieten sich verschiedene, weltweit diversifizierte Portfolios an, in deren Rahmen Deka-Profis passende börsengehandelte Indexfonds (ETFs) wie auch aktiv gemanagte Fonds auswählen.

 

Der Einstieg in die digitale Vermögensverwaltung ist angesichts einer monatlichen Sparrate ab 25 Euro oder einmalig ab 1000 Euro recht einfach.

 

Bevestor-Geschäftsführer Marco Lorenz sagt: „Seit vergangenem Juli bieten wir zusätzlich zur klassischen Variante auch ,Select Nachhaltigkeit‘ an, die verstärkt von den Kunden nachgefragt wird.“ Daneben ist es entsprechend persönlichen Vorlieben möglich, noch zusätzliche Investmentthemen beizumischen. „Bei den klassischen Portfolios liegen die Themen ,Industrie 4.0‘ und ,Digital Lifestyle‘ vorne, bei der nachhaltigen Variante ist das Interesse an den Themen ,New Energy‘ und ,Impact Investing‘ groß“, ergänzt Lorenz.

Algorithmen unterstützen

Die Sparkasse Bremen bietet ihren Privatkunden über das Tochterunternehmen Smavesto eine digitale Lösung für die Vermögensanlage an. Ein ausgeklügelter Algorithmus hilft den Anlegerinnen und Anlegern dabei, ihren persönlichen Vorgaben entsprechend in ETFs und börsengehandelte Rohstoffwertpapiere (ETCs) zu investieren.

Die Verantwortlichen des Hauses gingen bei der Einführung sehr behutsam vor, wie Sascha Otto, Leiter Wertpapier- und Portfoliomanagement, erläutert: „In der Anfangsphase haben wir das Produkt bewusst nur online beworben, um vor allem Neukunden zu gewinnen. Zudem wollten wir so unsere eigenen Produkte in der klassischen Präsenzberatung  nicht kannibalisieren.“ 

 

„Anfang September haben gut 700 Privatkunden die Smavesto-App für ihre Geldanlage verwendet. Zum Jahresende dürften wir die Grenze von 1000 Nutzern überspringen.“
Dirk Rollenhagen, Direktor Private Banking, Sparkasse Bremen

 

Sein Kollege Dirk Rollenhagen, Direktor Private Banking, kennt die Zahlen: „Anfang September haben gut 700 Privatkunden die Smavesto-App für ihre Geldanlage verwendet. Zum Jahresende dürften wir die Grenze von 1000 Nutzern überspringen.“

Beide sind auch Geschäftsführer bei Smavesto. Ihnen zufolge bietet die Sparkasse Bremen jetzt den Aufbau und das Verwalten von Vermögen hybrid an: digital via App und klassisch mithilfe professioneller Beratung. Entsprechend werde Smavesto bei der Kundenansprache in den Filialen einbezogen – unterstützt durch Marketing vor Ort. 

Wichtig ist es in jedem Fall, im Gespräch zu bleiben. Die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg nutzt dafür beispielsweise das Sparkassen-Finanzkonzept. „Unsere Beraterinnen und Berater verabreden sich dazu zwei- bis dreimal im Jahr mit ihren Kunden, um gemeinsam alle Bedarfsfelder zu betrachten“, sagt Bereichsleiter Völkl.

Neben den Möglichkeiten in der Wertpapieranlage werden dabei dem 59-Jährigen zufolge auch alternative Aspekte angesprochen. Das Thema „Wohnen“ – selbst genutzt oder vermietet – spielt dabei eine wichtige Rolle.

 

In Kürze: Menschen für die Beratung gewinnen

Maximilian Völkl erläutert als Bereichsleiter Vertriebsmanagement Privatkunden der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg, wie Berater weiter mit ihren Kunden im Gespräch bleiben.

Klare Ausgangslage 

Zusehends mehr Menschen finden Gefallen daran, mit digitalen Anwendungen möglichst unkompliziert ein Vermögen nach eigenen Wünschen mit vielversprechenden Werten aufzubauen. Entsprechend groß ist mittlerweile das Angebot an Robo-Advisors. In diesem Umfeld helfen die guten Bevestor-Bewertungen in Magazinen wie „Capital“ und „stern“.

Junge Leute, die wir nicht mehr mit der Präsenzberatung in den Filialen erreichen, können mit solch einer digitalen Lösung für den persönlichen Vermögensaufbau bei ihrer Sparkasse gehalten werden. Und der älteren Klientel, die ihren Ansprechpartner für alle Vermögensangelegenheiten weiterhin schätzt, ist es mit Bevestor möglich, auch einen Ausflug in die digitale Welt zu machen – vor allem, wenn börsengehandelte Indexfonds als Beimischung gewünscht sind.

Vergütung im Blick

Die erfolgreiche Vermittlung von Kunden führt für teilnehmende Sparkassen zu einer Vergütung. Die fällt angesichts der sehr überschaubaren Kosten für die onlineaffinen Anleger bei Bevestor natürlich entsprechend niedriger aus – verglichen mit dem Vermitteln von Produkten in der Präsenzberatung.

Bei der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg ist allerdings das Volumen der digitalen Lösung aufs Jahr gesehen immer noch weit von dem entfernt, was wir im klassischen Wertpapiervertrieb erzielen. Denn bei Bevestor investieren die meisten eher in überschaubaren Monatsraten, nicht aber in der Größenordnung sechsstelliger Einmalbeträge. 

Langfristige Sicht

Letztlich kann es ein Ventil sein, kostensensible Kunden mit hybriden Lösungen weiter zu binden, weil es sich für sie erübrigt, mit solch einem Wunsch zu einer anderen Bank zu gehen. Das gilt unter den Interessierten nicht nur für die Älteren: Auch jungen Leuten stellen sich Fragen, wenn sie – beispielsweise mithilfe von Bevestor – über Jahre ein gewisses Kapitalpolster aufgebaut haben.

Ihnen können Beraterinnen und Berater dann gezielt in der jeweiligen Lebensphase passende Produktlösungen für den finanziellen Bedarf bieten. So eröffnen sich immer wieder Chancen, Anleger vom Angebot ihrer Sparkasse im Gespräch zu überzeugen. Das muss nicht zwangsläufig in der Filiale passieren. Auch via Video-Call, Chat, Telefon oder Mail ist das möglich.
 

Rudolf Kahlen
– 16. September 2020