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Fördergeschäft
Minuszinsen für Kommunalvorhaben
Deutsche Städte, Kreise und Gemeinden müssen viel investieren. Die KfW bietet dazu inzwischen Darlehen mit negativer Verzinsung. Das kann auch zu Rückfragen im Fördergeschäft der Sparkassen führen.

Sparkassen spüren negative Zinsen auf beiden Seiten der Bilanz: als Einlagenflut und auch als sinkende Kreditmargen. Kunden wiederum geht es ebenso: Sie erhalten weniger für das Ersparte, müssen aber auch weniger tief in die Tasche greifen, wenn sie sich Geld leihen wollen.

Kreditangebote, bei denen es sogar „Geld dazu“ gibt, sind im Land der Schnäppchenjäger immer wieder einen Aufreger wert. Ein aktuelles Angebot der staatlichen Förderbank KfW könnte daher gewerbliche und private Kunden aufhorchen lassen.

Die von Bund und Ländern getragene Förderbank vergibt Kredite mit negativen Zinsen an Kommunen. Für Finanzierungen über zehn Jahre mit voller Laufzeitbindung und zwei tilgungsfreien Anlaufjahren werden aktuell minus 0,34 Prozent fällig. Faktisch wird also ein Zins ausgezahlt.

Wichtig für Berater sind folgende Punkte:

  1. Das „Minuszins-Angebot“ der KfW für Kommunen ist KfW-eigenes Kreditgeschäft. Es geht nicht um KfW-Förderkredite, die über Sparkassen und Banken ausgereicht werden.
  2. Die Darlehen können nicht für Kassenkredite oder Umschuldungen verwendet werden. Sie sind ausschließlich für Investitionsvorhaben wie Kindergärten und Schulen, Breitbandnetze und Verkehrsinfrastruktur, Krankenhäuser und Flüchtlingsunterkünfte vorgesehen (unser Bild zeigt die Wärmedämmung einer Kita).
  3. Der Zinssatz variiert täglich; er orientiert sich an den Bewegungen des Kapitalmarkts. Laufzeiten über zehn Jahre liegen weiter im positiven Zinsbereich. Begünstigt sind also nur die schnell rückzahlbaren Investitionen.
  4. Die Einführung der neuen Konditionen zum jetzigen Zeitpunkt ist technisch bedingt. Die Systeme der Bank wurden umgestellt – aber eben nur für das KfW-eigene Kreditgeschäft, nicht im Durchleitungs- beziehungsweise Fördergeschäft.
  5. Private und gewerbliche Kreditnehmer können auf andere Weise über ihre Sparkasse von Förderkonditionen der KfW profitieren. Ein „Renner“ sind zum Beispiel die KfW-Programme für energetische Bau- und Sanierungsvorhaben. Hier sind sogar Tilgungszuschüsse von 40 Prozent möglich – das reduziert die ohnehin geringe Zinslast.

 

 

 

Anke Bunz
– 11. Januar 2021