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Fördergeschäft
Sparkassen verdoppeln grüne Förderkredite
Energieeffizientes Bauen und Sanieren (EBS) wird in Deutschland durch stark vergünstigte KfW-Kredite besonders gefördert. Die Sparkassen wirken daran aktiv mit.

Das zeigen die aktuellen Zahlen aus den ersten drei Quartalen 2020. Von allen 92.100 KfW-Förderkrediten der Sparkassen-Finanzgruppe entfielen 31.900 auf EBS-Kredite, wurden also für energieeffizientes Bauen und Sanieren  eingesetzt. Das waren nicht viel weniger als die Corona-Hilfskredite (35.100), die vorübergehend vorherrschen. Die EBS-Förderung durch Sparkassen hat rasant zugelegt – um 125 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 7,0 Milliarden Euro.

Attraktive Förderbedingungen

Das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) zum 1. November 2020 verschärft den gesetzlichen Standard für Neubauten auf das Niveau eines KfW-Effizienzhauses 70. Gefördert werden Neubauten nur dann, wenn ihr Energieverbrauch geringer ist als dieser gesetzliche Standard. Sanierungen werden auch gefördert, wenn sie Verbrauch und CO2-Ausstoß verringern.

Die Bedingungen sind sehr attraktiv. Je nach Energieeffizienzstufe der geförderten Investition sind Tilgungszuschüsse bis zu 40 Prozent möglich. Durch den reduzierten Rückzahlbetrag sinkt auch die Zinslast.

Die EBS-Förderung soll 2021 durch die Bundesförderung energieeffiziente Gebäude (BEG) abgelöst werden. Sie will die Förderung von Wohn- und Nichtwohngebäuden angleichen – im Interesse der Klarheit und der Vereinfachung der Kundenberatung. Und für Vorhaben, die Energieeffizienz mit Heizung beziehungsweise Kühlung durch erneuerbare Energien verbinden, steigen die jeweiligen Tilgungszuschüsse um zusätzliche fünf Prozentpunkte. Das bietet Sparkassen eine gute Grundlage, den Trend zu nachhaltigem Bauen auch weiter gemeinsam mit den Kunden zu stärken.

EU will „Renovierungswelle“ 

Mit ihrem ausgeprägten Förderengagement kommen die Sparkassen auch einer neuen Strategie der Europäischen Kommission zuvor, die am Mittwoch vorgestellt wurde und eine Renovierungswelle für den Klimaschutz auslösen soll. Statt ein Prozent des Bestands pro Jahr soll doppelt so viel modernisiert werden – bis 2030 rund 35 Millionen Gebäude europaweit.

In Gebäuden werden 40 Prozent der in der EU benötigten Energie verbraucht und 36 Prozent der Treibhausgase verursacht. Um das von der EU-Kommission vorgeschlagene Ziel einer Senkung der Klimagase um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 bis 2030 zu erreichen, müssten die Treibhausgase aus Gebäuden um 60 Prozent und ihr Energiebedarf um 14 Prozent verringert werden, rechnet die Kommission. Konkret brauchen die Häuser dafür neue Heizsysteme, Fenster oder Dämmung.

Die Strategie für die Renovierungswelle soll durch konkrete Gesetzgebungsvorhaben unterlegt werden. Geplant ist auch, das Vorhaben finanziell zu unterstützen – etwa durch leicht zugängliche finanzielle Unterstützung aus dem Corona-Aufbauplan „Next Generation EU“.

Anke Bunz
– 14. Oktober 2020