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Geschäftsbericht 2020 / LzO
Renaissance für die Hausbank
Die Krise habe gezeigt, wie wertvoll ein flächendeckendes Filialnetz und der persönliche Kontakt zum Sparkassenmitarbeiter seien, bilanziert Michael Thanheiser, Vorstandschef der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO).

Thanheiser blickt in wirtschaftlicher Hinsicht zufrieden auf das Jahr 2020 zurück. Die Sparkasse verzeichnete Zuwächse bei Krediten und Einlagen und registrierte ein reges Kundeninteresse an Wertpapieren und Immobilien. Trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase und der umfassenden regulatorischen Maßnahmen erweist sich die Ertragslage als solide und stabil. Für das Jahr 2021 sieht Thanheiser die LzO gut gerüstet.

Das Ergebnis der LzO war einmal mehr durch ein ausgeprägtes Kundengeschäft gekennzeichnet, so eine Pressemitteilung des Instituts. Die Kredit- und Darlehenszusagen erzielten neue Rekordhöhen. Die Bilanzsumme der Sparkasse erhöhte sich merklich um 13 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro. Ein Interbankengeschäft in Höhe von 500 Millionen Euro trug ebenfalls zu dieser Steigerung bei.

Rekordzusagen im Kreditgeschäft

Mit Kredit- und Darlehenszusagen in Höhe von 1,96 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,89 Milliarden Euro) wurde ein neues Rekordhoch bei der Sparkasse erreicht. Besonders nachgefragt waren Immobilienkredite. Dort stiegen die Zusagen um über elf Prozent auf 803 Millionen Euro. Die Unternehmen dagegen hielten sich mit Investitionen eher zurück und sicherten vornehmlich ihre Liquidität.

„Wohl selten zuvor war die Zusammenarbeit zwischen Unternehmer und LzO so eng wie im vergangenen Jahr“, sagt Olaf Hemker, Firmenkundenvorstand der LzO. Insbesondere zu Beginn der Krise hätten viele Berater teils täglich Kontakt mit ihren Kunden gehabt, um sich über neue Entwicklungen auszutauschen und kurzfristige Finanzierungslösungen zu erarbeiten.

In über 1000 Fällen stellte die LzO mehr als 60 Millionen Euro eigene Liquiditätshilfen den Unternehmen schnell und unbürokratisch zur Verfügung. Hier entfalte das Hausbankprinzip seine volle Wirkung, so Hemker. Darüber hinaus vergab die LzO über 300 Förderkredite mit einem Volumen von über 100 Millionen Euro. Vereinzelt wurden auch Tilgungsaussetzungen zugelassen. Zum 31. Dezember 2020 hatte die LzO 8,27 Milliarden Euro verliehen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Bestand um 3,0 Prozent erhöht werden.

Kundeneinlagen steigen deutlich

Der LzO-Vorstand (von links: Olaf Hemker, Michael Thanheiser, Tanja-Vera Asmussen und Jürgen Rauber) steuert massiv gegen den Gewinnverlust durch den Negativzins an.

Im vergangenen Jahr ist der Bestand der Kundeneinlagen erneut deutlich um 8,1 Prozent auf 8,84 Milliarden Euro gewachsen. Das ist ein neues Rekordhoch. Tanja-Vera Asmussen, Privatkundenvorstand der LzO, macht allerdings auch deutlich, dass hohe Einlagen für die Sparkasse heute eine wirtschaftliche Belastung seien. Daher sei es in Einzelfällen notwendig, bei hohen Einlagevolumina auch Verwahrentgelte zu erheben. Davon seien private Kunden mit einer Einlagensumme von 100.000 Euro pro Person und Unternehmen mit einer Summe von 250.000 Euro betroffen. Bei neuen Firmenkunden liegt die Grenze ebenfalls bei 100.000 Euro.

Asmussen weist darauf hin, dass mit allen betroffenen Kunden gesprochen und gemeinsam nach attraktiven und alternativen Anlageformen gesucht werde.

Spitzenwert bei Wertpapierkäufen

Viele Anleger suchten in der anhaltenden Niedrigzinsphase weiter nach attraktiven Renditen im Wertpapierbereich. So stieg die Summe der Wertpapierkäufe sprunghaft um 23 Prozent auf über eine halbe Milliarde Euro (553 Millionen Euro) an. Das ist ein absoluter Spitzenwert.

Ertragslage bleibt solide und stabil

Vor dem Hintergrund schwieriger Rahmenbedingungen ist die LzO mit ihrer Ertragslage zufrieden. Der Zinsüberschuss lag um 7,9 Millionen Euro unter dem Wert von 2019. „Wir sind von den Folgen der Negativ-Zinspolitik der EZB besonders betroffen. Zwar können wir erfreulicherweise unser Geschäft stetig ausbauen und steuern massiv gegen diesen Trend, aber eine vollständige Kompensation wird auf Dauer nicht möglich sein“, sagt Thanheiser. Der Provisionsüberschuss dagegen stieg an. Mit über 75 Millionen Euro lag er 3,6 Millionen Euro über dem Vorjahreswert.

Insgesamt wird die LzO nach Abzug aller Aufwendungen, Ertragssteuern in Höhe von 19,5 Millionen Euro und einer Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken wie im Vorjahr ein Jahresergebnis von 20 Millionen Euro ausweisen. Dieses Ergebnis ermöglicht eine angemessene Stärkung des Eigenkapitals und sichert die Basis für zukünftige Kreditvergaben an Kunden.

1. März 2021