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Geschäftsjahr 2020
Risiken im Kreditgeschäft „unauffällig“
Mehr Neukredite als 2019, Weiterleitung von Zuschüssen über 60 Millionen Euro, 1600 Tilgungsaussetzungen – die Sparkasse Bielefeld hat ihre Kunden im vergangenen Coronajahr intensiv unterstützt.

Im Coronajahr 2020 stiegen die bilanzwirksamen Kundeneinlagen der Sparkasse Bielefeld um 9,7 Prozent auf 5,875 Milliarden Euro an. Die Forderungen an Kunden wuchsen um 2,1 Prozent auf 4,326 Milliarden Euro.

Die Sparkasse sagte Neukredite im Gesamtvolumen von 1,188 Milliarden Euro zu und damit mehr als im Vorjahr. 2019 hatte es Kreditzusagen in Höhe von 1,137 Milliarden Euro und einen Jahreszuwachs von 1,2 Prozent gegeben.

Knapp die Hälfte der zugesagten Kredite oder 562 Millionen Euro entfallen auf das gewerbliche Geschäft, ein gutes Drittel oder 411 Millionen Euro auf Immobilienfinanzierungen.

Michael Fröhlich, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bielefeld: Normale Maßstäbe im Jahr 2020 kaum möglich.

Coronakredite und Tilgungsaussetzungen halfen den Kunden weiter

Insgesamt vermittelte die Sparkasse Coronakredite in Höhe von 49,6 Millionen Euro. 5700 Mal wurden staatliche Zuschüsse in einer Gesamthöhe von 60 Millionen Euro weitergeleitet. Etwa 1600 Mal wurden Tilgungen für private und gewerbliche Kunden ausgesetzt, bezogen auf ein Kreditvolumen von 226,4 Millionen Euro.

Die durchschnittliche Bilanzsumme der Sparkasse erreichte 7,196 Milliarden Euro und lag damit um 439 Millionen Euro oder 6,5 Prozent über der des Vorjahrs.

Die Sparkasse erzielte ein Betriebsergebnis vor Bewertung, das mit 54,8 Millionen Euro sogar leicht über dem des Vorjahres lag (2019: 53,9 Millionen Euro). Dies entspricht 0,76 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme.

Wertpapierumsätze steigen um 13 Prozent

Neben einer strikten Kostenkontrolle – der Verwaltungsaufwand aus Personal- und Sachkosten ging um 2,2 Prozent zurück – trug dazu ein erfolgreiches Wertpapiergeschäft bei. Die Wertpapierumsätze in den Kundendepots der Sparkasse stiegen um 13 Prozent auf 420 Millionen Euro.

„Entgegen mancher Erwartung waren die Risiken im Kreditgeschäft auch 2020 unauffällig“, sagt Jennifer Erdmann, im Vorstand verantwortlich für das Kreditgeschäft. In Einzelfällen werde es aber künftig sicher zu Insolvenzen von Betrieben kommen.

„Aus Vorsichtsgründen planen wir daher mit einem erhöhten Bewertungsrisiko 2021, das wir dank unserer konservativen Risikopolitik aber voll umfänglich absichern können“, sagte Erdmann. Die Sparkasse betreut mehr als 200.000 Privatgirokonten und 20.000 Geschäftskonten.

Erdmann
Jennifer Erdmann, Kreditvorstand der Sparkasse Bielefeld: Erhöhtes Bewertungsrisiko für das laufende Jahr.

Mehrzahl der Kunden bevorzugt Onlinebanking

2020 ist die Onlinebanking-Quote noch einmal gestiegen. Mittlerweile wickeln 59 Prozent der Privatkunden und mehr als 80 Prozent der gewerblichen Kunden ihre Bankgeschäfte überwiegend online ab. Die Zahl der aktiven Nutzer der mobilen Sparkassen-App stieg um 20 Prozent auf 56.500.

Der Bilanzgewinn betrug im zurückliegenden Geschäftsjahr 5,4 Millionen Euro, blieb also auf dem Stand des Vorjahrs. Zwei Millionen Euro zuzüglich Steuern wird die Sparkasse davon an den Träger, die Stadt Bielefeld, ausschütten.

Mit insgesamt 1,8 Millionen Euro unterstützten die Sparkasse und ihre Stiftungen gemeinnützige Vereine und Projekte in Bielefeld, darunter die Bielefelder Solidarische Coronahilfe oder vielfältige Initiativen der örtlichen Kaufmannschaften, die das Ziel hatten, in der Coronakrise weiter präsent zu bleiben.

Stefan Dwilies, Vorstandsmitglied der Sparkasse Bielefeld: 1,8 Millionen Euro für gemeinnützige Vereine und Projekte.

Zudem entwickelte die Sparkasse gemeinsam mit anderen Akteuren ein großes Corona-Förderprojekt für die Bielefelder Kultur- und Eventszene, die sogenannten Kulturcookies.

Die Sparkasse beschäftigte am Bilanzstichtag 1079 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 48 Auszubildende. Sie unterhält in Bielefeld 28 personenbesetzte Filialen, 17 Selbstbedienungsfilialen und weitere acht Geldautomatenstandorte.

22. Januar 2021