Zurück
Halbjahreszahlen / SVN
Niedersachsens Sparkassen trotzen der Krise
Die Häuser aus dem Verbandsgebiet Niedersachen berichten über Höchststände bei Krediten und Einlagen, erläutert Verbandspräsident Mang. Die schnelle Hilfe in der Coronakrise habe Unternehmenskunden rechtzeitig erreicht.

Die niedersächsischen Sparkassen blickten zur ersten Hälfte des Jahres 2020 auf „noch recht gute Ergebnisse“, teilt der Sparkassenverband Niedersachsen mit. Das Kreditneugeschäft befinde sich nach wie vor auf sehr hohem Niveau.

Es habe bei den Krediten Neuzusagen in Höhe von zehn Milliarden Euro gegeben, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Anstieg von 20 Prozent. Der Kreditbestand erhöhte sich damit insgesamt um 2,5 Milliarden Euro oder 2,8 Prozent und erreichte einen neuen Höchststand von 88 Milliarden Euro.

Besonders groß sei die Nachfrage nach Liquidität bei Unternehmen und Selbstständigen gewesen: „In den ersten Wochen des Lockdowns war die finanzielle Not bei vielen unserer mittelständischen Kunden sehr groß“, sagt Thomas Mang, Präsident des Sparkassenverbands Niedersachsen. „Bis die Beantragung der Fördermittel von Bund und Land möglich war, haben wir unseren Kunden schnell und unkompliziert mit Liquidität ausgeholfen.“

Thomas Mang, Präsident des Sparkassenverbands Niedersachsen: „Mit mehr als 200.000 Beratungen und fast 40.000 Tilgungsaussetzungen haben unsere niedersächsischen Sparkassen alles getan, um ihren Kunden so gut es geht durch diese beispiellose Krise zu helfen."

„Mit mehr als 200.000 Beratungen und fast 40.000 Tilgungsaussetzungen haben unsere niedersächsischen Sparkassen alles getan, um ihren Kunden so gut es geht durch diese beispiellose Krise zu helfen“, sagt Mang.  Mittlerweile befänden sich die Sparkassen in Niedersachsen auf dem Weg zurück in die Normalität, geleitet von dem Grundsatz, dem Gesundheitsschutz der Mitarbeiter und Kunden Vorrang zu geben.

Sprunghafter Anstieg bei Neukrediten

Die niedersächsischen Sparkassen sagten Kredite an Unternehmen und Selbstständige in Höhe von rund sechs Milliarden Euro zu, der Wert liegt um 25 Prozent über dem des Vorjahreszeitraums. Der Bestand an Krediten für dieses Kundensegment erhöhte sich damit um 1,4 Milliarden Euro oder drei Prozent auf 45 Milliarden Euro.

Die Privatkunden erhielten von den Sparkassen in Niedersachsen im ersten Halbjahr 2020 Neuzusagen für Kredite in Höhe von vier Milliarden Euro. Das macht eine Erhöhung der Zusagen von 15 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 aus.

Besonders gefragt waren bei den Privatkunden Kredite für die Wohnungsbaufinanzierung, die mit drei Milliarden Euro einen Anteil von drei Vierteln bei den Kreditzusagen ausmachen. Der Kreditbestand erhöhte sich insgesamt um 800 Mio. Euro (zwei Prozent) auf 39 Milliarden Euro.

Kredite und Einlagen halten sich die Waage

Auch bei den Kundeneinlagen verzeichnen die niedersächsischen Häuser einen erneuten Anstieg. Die Einlagen stiegen um drei Milliarden Euro (vier Prozent) auf nunmehr 90 Milliarden Euro. Den Löwenanteil machen dabei nach wie vor die Sichteinlagen aus.

SVN-Präsident Mang nennt die Ausgeglichenheit der Bilanzen „eine strategische Stärke der Sparkassen in Niedersachsen“.

Großes Interesse zeigten die Kunden auch an Wertpapieren. Die Sparkassen erzielten einen Nettoabsatz von rund einer Milliarde Euro seit Beginn des Jahres, der Wert liegt um 130 Prozent über dem des Vorjahrs.

28. Juli 2020