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Junge Zielgruppe
Generation Z – Beratung bleibt relevant
Die zwischen 1996 und 2012 geborenen Menschen werden erwachsen, und es stellt sich die Frage, wie sie bei finanziellen Fragen unterstützt werden können. Die Dekabank hat die Bedürfnisse hinsichtlich Sparen und Geldanlagen unter die Lupe genommen.

Eine Studie des Instituts Nordlight hat ergeben, dass Banken bei der Generation Z kein gutes Image haben. Transparenz, Einfachheit und wertschätzende Kommunikation sind Attribute, die die Generation Z schätzt und die helfen können, vorhandene Barrieren gegenüber Geldinstituten abzubauen.

Ebenso empfehlenswert erscheint es für Banken und Sparkassen, bereits früh an der Meinungsbildung der Generation Z (Jahrgänge 1996 bis 2012) zu partizipieren und Präsenz zu zeigen, zum Beispiel bei Vereinen und auch dort, wo die Eltern erreicht werden können. Denn diese tragen maßgeblich zur Meinungsbildung der Generation Z bei.

Klare Information

Junge Leute gehen gut vorbereitet in ein Beratungsgespräch und wünschen, seitens des Beraters ernst genommen zu werden. Die Generation Z bevorzugt einfache und klare Informationen mit der Möglichkeit, diese zu vertiefen.

Wie die Studie „Deka-Anlegermonitor“ zeigt, geben 69 Prozent der Sparer der Generation Z an, dass ihnen bei Geldanlagen die Beratung durch einen Berater wichtig ist. Dabei sind sowohl digitale Kanäle für einfache Anfragen als auch die persönliche Beratung bei komplexeren Themen relevant.

Grundbedürfnis Sparen

Sparen ist ein Grundbedürfnis der Generation Z, das auch in der aktuellen Zeit der niedrigen Zinsen bedient werden muss. Die Generation Z ist in der Niedrigzinsphase aufgewachsen, die Wertpapierwelt ist für die meisten allerdings noch Neuland.

 

Die Generation Z ist in der Niedrigzinsphase aufgewachsen. Trotzdem ist Sparen auch für die jungen Menschen ein Grundbedürfnis.

 

Bisher besitzt nur jeder sechste in der Generation Z Wertpapiere, die Offenheit dafür ist aber gegeben: Fast zwei Drittel (64 Prozent) sagen, dass sie es für sinnvoll erachten, jetzt zumindest einen Teil ihres Geldes in chancenreichere Anlageklassen wie Aktien, Investmentfonds oder Anleihen/Zertifikate zu investieren.

Altersvorsorge erst morgen?

Wenn man jung ist, denkt man noch nicht an seine Altersvorsorge: Weniger als jeder dritte Befragte der Generation Z hat sich bereits mit der eigenen Altersvorsorge beschäftigt und nur 18 Prozent geben an, sich gut mit dem Thema auszukennen. Hier besteht hoher Beratungsbedarf.

63 Prozent der Generation Z sind sich aufgrund der Komplexität des Themas unsicher, wie sie ihr Geld für die Altersvorsorge am besten anlegen sollen. 59 Prozent ist dabei die Beratung durch einen Berater einer Bank oder Sparkasse sehr wichtig. Auch beim Thema Altersvorsorge sind 53 Prozent offen für chancenreichere Anlageklassen wie zum Beispiel Investmentfonds. 

Finanzthemen bitte nachhaltig

Themen wie Nachhaltigkeit und Klimawandel (Stichwort: Fridays for Future) sind für die Generation Z erwartungsgemäß sehr wichtig. Sie werden dabei nicht unbedingt im Kontext mit Finanzdienstleistungen erlebt, es wird nicht erwartet, dass Finanzdienstleister hier prioritär Lösungen anbieten, so ein Ergebnis der Nordlight-Studie.

Aber es sind genau die Themen, die letztlich auch Finanzdienstleister zunehmend beschäftigen und zwar auf allen Ebenen: Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung, beim gesellschaftlichem Engagement und auf Produktebene. Hier ist es wichtig, die Generation Z über alle diese Aktivitäten zu informieren.

 

Themen wie Nachhaltigkeit und Klimawandel sind für die Generation Z sehr wichtig. Umso wichtiger ist es, die jungen Leute über nachhaltige Finanzprodukte zu informieren.

 

Zudem macht die Nordlight-Studie deutlich, dass die Generation Z eine besondere Sensibilität dafür zeigt, ob die Engagements der Finanzdienstleister mit ihrem Handeln gegenüber Kunden im Einklang stehen. Denn Nachhaltigkeit und Gemeinwohlorientierung heißt für die Generation Z vor allem zunächst positiv erlebbare Kundenorientierung.  

Laut Deka-Anlegermonitor machen sich 30 Prozent der Generation Z bezüglich ihrer Geldanlagen Sorgen wegen der Folgen des Klimawandels. Die Affinität der Generation Z gegenüber nachhaltigen Geldanlagen ist höher als bei älteren Generationen – für drei Viertel kommen nachhaltige Geldanlagen infrage. 


Handlungsempfehlungen für Berater 

  • Die Generation Z hat Interesse am Thema Geldanlage. Sich dies zunutze machen und den Kontakt mit der Generation Z suchen, sie beraten und schon früh auf dem Weg zu ihrer finanziellen Unabhängigkeit zu begleiten!
     
  • Stärken der unterschiedlichen Beratungsmöglichkeiten und -kanäle hervorheben! Bei komplexeren Themen ist die persönliche Beratung am wichtigsten.
     
  • Einen respektvollen Dialog auf Augenhöhe sicherstellen! Die Generation Z ist es gewohnt, ernst genommen und gehört zu werden.
     
  • Sparen ist ein Grundbedürfnis und die Generation Z hat Bedarf an Lösungen. Wertpapiere platzieren und schon früh attraktiv machen!
     
  • Nachhaltigkeit als Anspracheanlass auf allen Ebenen nutzen: Unternehmensaktivitäten kommunizieren und Produkte anbieten, kohärent und konsequent kundenorientiert handeln!
     

 

Michael Rosbach, Anja Schwartz und Sandra Vetter, Dekabank
– 24. August 2020